Monschauer Land

 

Monschau

 


Während der französischen Herrschaft im Rheinland wird das Städtchen im Tal der Rur unter der Bezeichnung „Montjoie“ geführt. Kaiser Wilhelm II. fand es ungeheuerlich, dass ein deutsches Städtchen einen französisch klingenden Namen hat. Daher wurde im Herbst 1918 der Name durch amtlichen Erlass in „Monschau“ eingedeutscht. Heute ist die alte Tuchmacher Stadt eine Idylle aus längst vergangenen Jahrhunderten.

 

Neben den Talsperren und großen Waldgebieten zeigt die Kulturlandschaft auf den Eifelhöhen rund um Monschau eine landschaftlich einmalige Attraktion, die als Monschauer Heckenland bezeichnet wird. Die um Haus und Grünland angelegten bis zu sieben Meter hohen Schutzhecken aus dem 17. Jahrhundert bilden ein charakteristisches Erscheinungsbild.

 

   

   

   

Monschauer Bergwelt

 

Westwallrunde

 

Obere Kalltal Route

 

Dreilägerbach

   

  

   

Kreuz im Venn

 

Dedenborner Schweiz

 


Tourenübersicht 

 

 Monschauer Bergwelt

 

An der deutsch-belgischen Grenze liegt im Tal der Rur ein zauberhaftes Städtchen mit dem Namen Monschau. Es ist das unvergleichlich schöne mittelalterliche Ambiente mit der hoch oben auf einem Felsen thronenden Burg, die Pracht des Roten Hauses und die romantischen Wege und Gässchen, die immer wieder Tausende Besucher anlocken. Wer sehendes Auge durch das Städtchen geht, wird auf immer neue kleine Wunder stoßen. 

  

       

 

 

 

 

 

  Aber auch von der Höhe bieten sich großartigste Aussichten, die bei einem Streifzug durch die „Monschauer Bergwelt“ jeden Wanderer in Verzückung versetzt. Immer wieder neue Perspektiven eröffnen sich unterwegs und bieten dem Auge herrliche Bilder. Den Wanderer erwartet eine alpine und nicht leichte Wanderung, denn ein ständiges Auf und Ab über Höhen und Täler sind zu bewältigen, aber nach jedem Abstieg kann diese abgebrochen bzw. abgekürzt werden.

Beginnen wollen wir auf dem Parkplatz „Dreistegen“, benannt nach den drei Brücken, die ehemals über Rur und Perlenbach führten. Die Zufahrt liegt an der B399 rechts vor der Rurbrücke.

 Vom Parkplatz geht es zunächst zurück zur Straße. Auf der gegenüberliegenden Seite erinnern die Gebäude einer ehemaligen Tuchfabrik aus dem Jahre 1778 an jene Zeit, als Monschau zu den Tuchmacherzentren Europas zählte. Später wurde in der Fabrik eine Kunststopferei eingerichtet, die dann ebenfalls in den 1960er Jahren schließen musste. Seither standen die Gebäude leer und waren jahrelang nur noch eine Ruine. 2008 wurden die alten Gebäude restauriert und ein Betrieb, der die Oberfläche kleiner und großer Werkzeuge veredelt und verhärtet, siedelte sich hier an. 

 

       

Start:  Monschauer Bergwelt

 

Breiderscheider Stollen

 

Kanalschieber

 An der Straße folgen wir rechts dem Radweg. Felsen grenzen ihn teilweise ab. Die hier im Fels gut ausgeprägte Schieferung erinnert daran, dass es im Monschauer Land lange Zeit Schiefer in offenen Steinbrüchen sowie in Stollenbergbau gewonnen wurde. Die Arbeit war schwer und nicht ungefährlich, wie Berichte von Unglücksfällen zeigen. Der erste Nachweis über Schieferabbau in der Region stammt aus dem Jahre 1603/04. Wer aufmerksam den rechten Hang beobachtet, kann schon bald den Eingang des Stollen „Breiderscheid“ entdecken. Die letzten Steine sind hier für Reparaturarbeiten nach dem Zweiten Weltkrieg gefördert worden. Der Stollen hat auch den Namen „Tribelemännchens Loch“, nach einem Kobold, der dort hausen soll. 

Wir queren die Straße an der Zufahrt „Dreistegen“ und wandern dort rechts hinunter an den ehemaligen Mühlengraben. 1778 bekam die Firma Schlösser und Sohn eine Konzession hier zum Betrieb eines Wasserrades für eine Walkerei. Ein Wehr mit Zuflusskanal wurde gebaut. 1863 gründete Alexander Scheibler dort eine Kunstwollfabrik, die später über eine Dampfmaschine und einer Wasserturbine mit Energie versorgt wurde. „Dreistegen“ hatte seit 1886/87 die erste private elektrische Beleuchtung Monschaus. 

 Der Perlenbach wird überquert und wir wandern an ihm entlang bis wir nach einer erneuten Querung einen Campingplatz betreten. Vorbei an Zelten und Wohnwagen erreichen wir wieder den Bach. Auf der anderen Seite beginnt links nach wenigen Metern ein steiler 50m hoher Anstieg an dessen Ende wir auf den „Eifelsteig“ treffen. Hier folgen wir dem Hinweis „Engelsley“. Mit Aussichten ins Perlenbachtal geht es zunächst auf einem breiten Weg, später auf einem Waldpfad zu einem Aussichtsfelsen. Leider ist hier der Blick zugewachsen. Belohnt werden wir aber schon nach 300m mit einer herrlichen Aussicht von der „Engelsley“. 

 

       

Blick von der "Engelsley"

 

"Teufelsley"

 

Jahrhundertstein

Der Name „Engelsley“ in Verbindung mit der benachbarten „Teufelsley“ beruht auf einer Sage. Als der Teufel merkte, dass die christliche Bevölkerung von Reichenstein im oberen Rurtal ein Kloster zu bauen begann, wollte er die Arbeiten gewaltsam beenden und einen riesigen Felsen auf die Baustelle werfen. Hier trat ihm ein Engel in den Weg mit einem viel mächtigeren Felsen und zwang den Bösen seinen Felsen fallen zu lassen, was der Engel anschließend auch tat.

Vom Felsen (495m ü.NN) hat man eine tiefblickende Aussicht auf Dreistegen. Bequem bringt uns der „Eifelsteig“ bergab nach Burgau.

Der Monschauer Ortsteil war mit Fabriken und den dazwischen liegenden Wohnhäuser der Tuchmacher einmal dicht bebaut. Die bedeutendste Tuchfabrik war von Georg Bernhard Scheibler, ein 1793 errichteter Komplex, die seinerzeit modernste Anlage Europas. Der ganze Herstellungsprozess von der Wolle bis zur fertigen Tuche, wurde sozusagen unter einem Dach hergestellt. Die letzte Textilfabrik schloss 1982. Heute ist in den erhalten gebliebenen Gebäuden die Monschauer Glashütte und ein sog. Handwerkermarkt angesiedelt.

Rechts steht der Jahrhundert-Stein am Weg. Er wurde aus Anlass des 100jährigen Bestehen des Monschauer Eifelvereins 1985 aufgestellt. Auf den mit „100“ bezeichneten Wanderweg werden wir hin und wieder treffen. Er und der „Eifelsteig“ führen uns jetzt vorbei an der Mädchenrealschule bergauf zu einem Aussichtspunkt, vom dem aus schon vor 480 Jahren ein Künstler das erste Bild der Stadt malte: Die Erstürmung von Stadt und Burg im Jahre 1543.

Nach dem Aussichtspunkt passieren wir rechter Hand eine senkrechte Bruchsteinmauer, den „Bellesief“, vor dem höher gelegenen Weiher. Von wo ein kleiner Wasserfall herunterrieselt.

Paul Scheibler hatte sich unterhalb ein Haus als Stadtresidenz bauen lassen. Zur Bewässerung seiner Gärten im Hang jenseits der Rur ließ er eigens im „Bellesief“ einen winzigen Stauweiher anlegen, der heute noch „Pauls Weiherchen“ genannt wird. Angeblich hatte er vor dem Bau der städtischen Wasserleitung eine Rohrleitung zu seinem Haus im Tal über die Rur hinweg gelegt und verkaufte sein Trinkwasser für einen Thaler. Dafür durfte sich der Käufer täglich einen Eimer Wasser holen. Das Gärtnerhaus, das zu Paul Scheiblers aufwendige Residenz gehörte, beherbergt heute das Cafe Weekend. 

       

erster Burgblick

 

"Bellesief"

 

Marienkapelle uf dem Kierberg

 Mit dem „Eifelsteig“ erreichen wir auf dem „Kierberg“ (455m) eine kleine Kapelle. Von hier oben bietet sich ein wunderschöner Blick auf die mit Schiefer gedeckten Häuser der Monschauer Altstadt und gegenüber die mächtige Anlage der Burg. Es sieht heute fast noch genauso aus wie vor 250 Jahren. Wir verlassen den Platz und wandern links zum eigentlichen „Eifelblick Kierberg“ (450m). Wunderbar eingebettet von steil aufragenden Berghängen liegt die von der Rur durchzogene Altstadt mit dem „Roten Haus“ und der evangelischen Kirche zu unseren Füßen. Rechts über der Stadt die markante „Haller-Ruine“. Eine Info-Tafel weist auf die bedeutendsten Bauwerke und ihre Geschichte hin. 

 

Monschau vom Kierberg

 

Es reiht sich ein Aussichtspunkt an den anderen, denn schon einige Höhenmeter weiter bergab zeigt ein Hinweis links zur „Sonntagsley“, ein erneuter Panoramablick auf die Stadt. Nach soviel Aussichten geht es teils über Treppenstufen hinunter. Kopfsteinpflaster kündigt den Altstadtbezirk „Mühlenberg“ an. Auch hier kann man die Wanderung abbrechen und links zum Marktplatz sich in das Besuchergetümmel stürzen. Diesem Rummel meiden wir und wandern den „Oberen Mühlenberg“ hinauf. Ein Hauch von Romantik strahlt die enge Gasse mit den kleinen historischen spitzwinkligen, vorgekragten Häusern aus. In der früheren Zeit lebten und arbeiteten hier die „einfachen Leute“. Zur Blütezeit der Monschauer Wolltuchproduktion um 1780 wohnten hier viele Weber. Sie mussten in ihren Häusern nicht nur die mächtigen Webstühle unterbringen, sondern hielten zur Versorgung der Familien in den Kellerräumen auch Vieh, wie Ziegen und Schweine. 

  

       

Abstieg in die Altstadt

 

Der Obere Mühlenberg

 

Rurblick

 Nach Einmündung in die „Untere Mühlenberg“ steigen wir mit der „25“ gegenüber die Treppe zur alten „Schleidener Straße“ hinunter, wo Parkplätze und eine Tiefgarage sich befinden.

Hier besteht wieder die Möglichkeit die Wanderung abzubrechen bzw. abzukürzen und zurück einen Bummel durch das historische Monschau zu machen.

 Bei der Wegführung achten wir weiter auf das „25“ Wegzeichen und gehen an der Tiefgarage rechts die Treppe hinunter und sehen dann den Steg, der über die Rur zu einem Parkplatz führt. „Im Rosenthal“ wenden wir uns links zur „Eschbachstraße“ und wandern an dieser bergan bis wir gegenüber von Haus 57 in den jetzt steil bergan führenden Pfad (Leyche) einbiegen. Es wird der steilste Anstieg (70m) unserer Wanderung durch die Monschauer Bergwelt sein, aber noch lange nicht der letzte. Eine alpine Szenerie mit mächtigen Felsen linkerhand begleitet uns dabei. Einem breiteren Waldweg folgen wir weiter links durch einen herrlichen Wald nun leichter bergan. Eine Schutzhütte lassen wir links liegen. Am Ende des Anstiegs folgen wir hinter einer Schranke dem links weiter führenden jetzt bequem verlaufenden Weg. Der Wald endet und links öffnet sich ein freier Blick ins Menzerather Tal bis zur Burg Monschau. 

 

       

Burgblick

 

Panoramawerg

 

Rahmenberg

 Zwei Bänke laden zu einer willkommenen und genießerischen Rast ein. Der folgende Abstieg endet an der Eschbachstraße, die wir 200m abwärts gehen. Gegenüber Haus 56 wandern wir rechts auf dem Graspfad weiter. Nach einem kurzen Anstieg geht es auf einem bequemen Waldweg (Langer Pfad) bis zu einer Wegekreuzung. Bevor wir weiter geradeaus Richtung „Stadt“ gehen, machen wir noch einen Abstecher links zu einem Aussichtspavillon. Diese Aussicht kann aber mit den bisherigen nicht mithalten. Leicht abwärts kommen wir zum „Panoramaweg“ auf dem Rahmenberg.

 Die mit Bruchsteinen befestigten nach Süden ausgerichteten Terrassen erinnern an Weinbauterrassen, aber Wein wurde hier nie angebaut. Sie sind Überbleibsel aus der Zeit, als Monschau ein internationales Zentrum der Feintuchherstellung war. Hier standen die Holzrahmen, auf denen die gewalkten, dadurch verdichteten und verfilzten Tuche, zum Trocknen aufgespannt waren. Sie gaben dem Berg den Namen. Es ist ein herrlicher Panoramaweg über der Stadt, auch mit einigen Bänken, von denen sich diese malerische Aussicht In Ruhe genießen lässt. Die Häuser, der von der Rur durchzogenen Altstadt, scheinen sich unter einer blaugrauen Dachlandschaft zu verstecken, aus denen nur die Türme der Kirchen ragen und das „Rote Haus“ sich abhebt. Über alles thront schützend die Burg.

 

Monschau, Blick vom Panoramaweg

 

Am Ende des Weges liegt der Aussichtspunkt „Zum Halve Mond“. Hinter uns auf einem Felsmassiv erhebt sich die Haller-Ruine, der wir noch einen kurzen Besuch abstatten.

Er gehört zu den markantesten Bauwerken Monschaus und ist zugleich das älteste. Der vor 1130 errichtete Wohn- und Wehrturm war der Vorgänger der heutigen Burg. 1198 wird Monschau erstmals in den Schriftquellen unter dem Namen „Mons loci“ genannt.

 Der Haller wird auch landläufig als Beobachtungsposten der Burg bezeichnet, weil man dort aus das Rurtal besser einsehen konnte. Andere Quelle sehen ihn als eine Vorburg zum Schutz des Klosters Reichenstein. Noch in einer Zeichnung von 1543 wird er als überdachter, imposanter Turm dargestellt. Im Jahr 1570 wurden seine Steine zur Reparatur der Burg verwendet. 

 

       

Haller-Ruine

 

Mühlenley

 

Monschau, Laufenbachtal

Über teilweise hohen Treppenstufen steigen wir zur Haller-Ruine auf. Auch von hier bieten sich erneut großartige Blicke ins Tal und auf Monschau. Einige Stufen zurück wandern wir auf dem linken Pfad weiter bergan. Wir folgen hier eigentlich der „Klosterroute“, das Wegzeichen ist aber leider nicht vorhanden oder so angebracht, dass man es nicht ausmachen kann. Vor einem Rechtsbogen nehmen wir mit Erleichterung den links abgehenden Grasweg, da er nach dem langen Bergauf leicht bergab führt. Vor uns erheben sich dann die Felsen der „Mühlenley“ (477m), von denen das Kreuz in den in den Himmel ragt..

 Von der „Mühlenley“ geht’s es auf schmalen Pfad noch ein Stück aufwärts und weiter entlang eines Zaunes bis zur Zufahrt des links im Hang liegenden Wohnhauses. Der nun leichte durch lichten Wald führende Weg endet in einem Privatweg. Daher nehmen wir rechts den schmalen Pfad, der als „Notausgang“ beschildert ist und folgen diesem im weiteren Verlauf abwärts bis zu einem vom „Hargard“ herunter kommenden Weg. Diesem folgen wir spitzwinklig nach links bergab und erreichen am ersten Wohnhaus das Zufahrtssträßchen „Am Wiesenthal“. An der Stadtverwaltung überqueren wir den Laufenbach und steigen gegenüber der „Laufenstraße“ auf dem sog. „Kuhpfad“ wieder bergauf. Über zahlreiche Treppenstufen gelangen wir zur Umgehungsstraße. Hier bietet ein Parkstreifen die Möglichkeit die Wanderung auch hier zu beginnen.

 

       

Im Wiesenthal

 

Naturliebe

 

Querung "Kleiner Laufembach"

 Nach Querung der Straße folgen wir dem Pfad halbrechts. Weiter geht es Meter um Meter bergan bis zur „Bergstraße“. Hier oben liegt das Restaurant „Hubertus Klause“, wo eine Einkehrmöglichkeit besteht. Auf der Bergstraße gehen wir rechts bis zur „Walther Scheibler Straße“. Unspektakulär haben wir mit 514m den höchsten Punkt der Wanderung erreicht. Bequem führt uns die Wanderung nun vorbei an dem Spielplatz abwärts zur Straße „Auf dem Haag“ und dort weiter rechts bis zur „Lauscherbüchel“. Von hier wandern wir links hinunter bis zum „Kleinen Laufenbach“. Ein Schilderpfahl (508m) zeigt, dass wir jetzt links auf dem Eifelsteig Richtung Monschau (2,3km) wandern. Auf dem Schotterweg werden wir begleitet vom Plätschern des „Kleinen Laufenbachs“. Nach ca 600m überqueren wir den Bach mit einem Holzsteg und wandern dort auf einem bequemen Waldpfad. Der Wald gibt unterwegs den Blick einmal frei auf die große Serpentine der Bundesstraße am Monschauer Stadtbad und hinüber zur Burg. Unsere Aufmerksamkeit richten wir jetzt auf den halbrechts abzweigenden Pfad. Mit ihm verlassen wir gleichzeitig den Eifelsteig. 

 

       

Letzter Blick zur Burg Monschau

 

Gipfelkreuz "Ehrensteinley"

 

Ehrensteinley

  Unser Pfad trifft auf die aus dem Tal kommende „Klosterroute“, die uns nun wieder bergan zur „Ehrensteinley“ führt. Im weiteren Verlauf zeigt uns ein Hinweis, dass uns dort sogar ein Gipfel erwartet. Zunächst taucht vor uns auf der Höhe die Schutzhütte auf, dahinter ragen die blanken Felsen mit dem Gipfelkreuz in den Himmel. Auch hier haben wir die 500 Höhenmetergrenze überschritten (507m).

Imposant ragen die Felsen fast senkrecht 70m aus dem Rurtal hinauf und bieten einen faszinierenden Blick in die Schlucht des Gebirgsbachs, aber für einen Gipfel ist die Aussicht etwas enttäuschend, da die umliegenden Höhen von Mützenich und Kalterherberg unseren Standpunkt noch überragen und so eine Fernsicht verhindern. Das Feeling aber auf einem Gipfel zu stehen und sich in dem vorhandenen Gipfelbuch einzutragen entschädigt dieses Manko.

 Es war der letzte Höhepunkt der Wanderung, die jetzt mit einem steilen Abstieg ins Rurtal abgeschlossen wird. Dabei sind wir froh, dass wir die Wanderung in dieser Richtung unternommen und nicht auf diesem alpinen Pfad den Gipfel besteigen mussten. 

 

       

Gebirgsbach Rur

 

ehem. Flussbadeanstalt

 

sanfte Rur

Nach dem Abstieg begleiten wir die Rur, die mal mächtige Steine umtost, mal sanft dahin gleitet. Wir passieren noch rechterhand den Jugendzeltlagerplatz. Wo heute ein Steg über die Rur führt, wurde einst das Wasser für die „Flussbadeanstalt“ Monschau gestaut. Kurz nach 1841 entstand hier eine Wassermühle als Teil einer geplanten Tuchfabrik. Das Gebäude verschwand um 1910, das alte Wehr aber blieb und wurde bis in 1970er Jahre als Flussbadeanstalt genutzt. Es muss einige Überwindung gekostet haben, in das kalte Wasser einzutauch, das sogar im Sommer nicht wärmer als 16° wurde. Heute erinnern all das nur noch die mächtigen Ufermauern.

 Dann schließt sich der Kreis einer abwechslungsreichen und mit einem stetigen Auf und Ab verlaufenden Wanderung durch die Monschauer Bergwelt. .

Diese Tour ist an Vielseitigkeit kaum zu überbieten, Täler und Höhen, die mit herrlichen Panoramablicken das mittelalterliche Monschau als eine Perle der Eifel zeigt.

Für die Tour wird einige Ausdauer benötigt und man sollte sich Zeit lassen, um diese herrliche Landschaft zu genießen. Wem diese Wanderung unterwegs zu anstrengend wird, kann sie immer wieder nach Abstiegen in die Täler abbrechen und beim Gang zurück zum Parkplatz das mittelalterliche Flair aus der Nähe bestaunen. Auch der Eifelsteig, den wir bei dieser Tour zweimal abschnittsweise folgen, hat versucht die Schönheit dieser Landschaft zu erfassen. Er kann aber die Fülle der Schönheiten der Monschauer Bergwelt nicht hinreichend erfassen.

 

Information: Wanderkarte Nr. 3 „Monschauer Land“ und Nr. 50 „Nationalparkkarte“ des Eifelvereins,

 

Streckenlänge: Streckenwanderung. 12,5 km, befestigte, unbefestigte und naturbelassene Wege und Pfade; die Wanderung kann immer wieder nach Abstiegen ins Tal abgekürzt werden.

 

Schwierigkeit: anspruchsvoll, ständiges Auf und Ab. Auf- und Abstiege 400m, Stöcke sind hilfreich

 

Einkehrmöglichkeit: unterwegs „Hubertus Klause“, weitere in Monschau

 

GPX-Track:  Monschauer Bergwelt.gpx  (Link speichern unter)

 

Video:   https://vimeo.com/448508896

 

 

 

 

 

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Westwallrunde

Drachenzähne und Hexenplatz im Biberland

 

 

Entlang der westlichen Grenze Deutschlands wurde auf einer Länge von 630 Kilometern zwischen 1936 und 1940 der Westwall gebaut und galt in der Propaganda als ein „undurchdringlicher Schutzwall“, der im Ausland besonderen Respekt auslöste. So war dieser auch bei den Amerikanern 1944, als sie am 12 September bei Roetgen die Reichsgrenze erreichten, noch immer riesengroß.

 

Westwall, Höckerlinie, Drachenzähne

 

Aber nach dem Angriff auf Frankreich war schon bereits wenige Tage danach der Rückbau der Westbefestigungen erfolgt. Der größte Teil der Inneneinrichtungen und nicht mehr benötigte Panzerteile waren bis 1941 zum Atlantikwall transportiert worden. Nach der Invasion der Alliierten änderte sich schlagartig die Situation. Die Verteidigungsbereitschaft des Westwalls musste wieder hergestellt werden, was aber nur behelfsmäßig erfolgen konnte. Nach dem Krieg begann die systematische Zerstörung der Westwallanlagen. In den letzten Jahren ist das Interesse an den Relikten des Westwalls gewachsen und wird gern als touristisches Ziel angeboten. So gehören auch mehrreihige Höckerlinien zum Westwall, die auf vielen Kilometern im Raum Aachen und der Eifel noch teils unversehrt erhalten sind.

So gibt es am Simmerather „Kranzbruchvenn“ einen Wanderweg mit einem ganz anderen Charakter als die üblichen Wege. Denn wir wandern nicht nur über Wege und Pfade, sondern teilweise mehrere Kilometer über eine 50 cm breite Betonmauer, die zum Betonfundament der Höckerlinie gehört. So erleben wir auf dieser geschichtsträchtigen Rundwanderung den Westwall hautnah.

 

   

  

Westwallweg

 

entzauberter Westwall

 

Heckkreuz

 Beginnen wollen wir die Wanderung in Simmerath in der „Heidestraße“, wo Parkplätze (gegenüber Haus 25) zur Verfügung stehen (543m). Von dort gehen wir bis zur „Kranzbruchstraße“, die uns links zur Gemarkung „Zum Haenchen“ bringt. Der folgende Wirtschaftsweg führt uns am  Rand des Naturschutzgebietes „Kranzbruch Kranzbruchvenn“ entlang bis der Weg einen Linksbogen macht (0,9km, 545m). Vor uns öffnet sich der Blick das erste Mal auf den einst „Furcht einflößenden“ Westwall. Die markanten, pyramidenförmigen Betonkegeln ragen zwischen 50 Zentimeter und 1,50 Meter hoch aus dem Boden, sie wurden von den Amerikanern als „Drachenzähne“ bezeichnet. Heute ist es die sogenannte Höckerlinie. Hier folgen wir der Wegmarkierung „21“, die uns rechts zum „Westwallwanderweg“ führt und die uns überwiegend den Weg zeigt. Dieser verläuft über die linke Betonmauer der Anlage. Ungewöhnlich für einen Wanderweg, zudem da die 50cm breite Mauer Trittsicherheit verlangt und daher die Benutzung auf eigene Gefahr stattfindet.

Wir wagen das Abenteuer und durchqueren mit dem Westwall hier das Naturschutzgebiet. Die Natur hat sich mittlerweile der Anlage bemächtigt und sie in ein Biotop verwandelt. Die von den Amerikanern gefürchteten "Drachenzähne" haben ihren Schrecken verloren und hüllen sich zwischen Bäumen und Büschen in moosgrüne Kleider. Unterwegs zweigt rechts ein Pfad, mit dem auf einem Betonkegel stehenden Hinweis „HECKKREUZ 70m“, ab: Diesen Abstecher sollte man sich gönnen, alleine wegen des idyllischen Pfades. Das Kreuz erinnert an Jakob Heck, der hier am 13, August 1829 Heidekraut für die Viehstreu mähen wollte. Ein furchtbares Gewitter war mittlerweile aufgezogen und ein Blitz beendete sein noch junges Leben. Rechts und links wird das Gelände immer nasser und ein leises Plätschern ist zu hören. Der Westwall staut hier zwei östliche Quellbäche des Kranzbaches an. Links öffnet sich dann der Blick über eine weite Wiesen- und Buschlandschaft.

 

       

Kranzbach

 

Westwall mit Aussicht

 

ehem. Bunker

Nach ca 1,2km endet vorerst unser Beton-Wanderpfad und wir wandern links auf dem Wirtschaftsweg mit freier Sicht in das kleine Tal des Kallbaches. Links erkennt man unterwegs eine kleine Baumgruppe unter der noch Reste eines Bunkers zu sehen sind. Ein Trampelpfad führt dorthin. Von diesen Bunkern gab es südlich von Simmerath ca. 30 Stück. Heute sind sie, soweit sie nicht übererdet wurden, Rückzugräume für Tiere und besonders Fledermäuse.

 Nach einer Besichtigung wandern wir hinunter an die Mündung von Kranz- und Kallbach. Das überschwemmte Gelände verrät, wer hier ein friedliches Zuhause geschaffen hat, der Biber. Die Tiere arbeiten ganzjährig als Wasserbauer und Landschaftsgestalter. Fast 400 Biber sind mittlerweile wieder in den Bächen der Eifel zuhause. Überall da, wo sie auftauchen, ändert sich die Szenerie. Bäume fallen, Burgen und Dämme werden im Wasser gebaut, Teiche entstehen und verlanden wieder, sog. Biberwiesen entstehen. Hier kann man sehr schön das Ergebnis der Tätigkeit der Biber betrachten, die es durch Aufstauen von Kall und Kranzbach geschafft haben, neue Lebensräume zu gestalten.

       

Biberland

 

Hexenplatz

 

Kallquerung

 Wir steigen den Asphaltweg bis zum sog. „Hexenplatz“ leicht bergan. Hier kreuzten sich in früheren Zeiten alte Wege von und nach Eicherscheid, Simmerath, Bickerath, Konzen und weiter ins Venn und auf denen die Ernte aus dem Venn (z. B. Torf, Heu, Lehm, Holz) in die Dörfer transportiert wurde. Den alten Sagen nach trafen sich hier die Hexen der umliegenden Dörfer zum Hexentanz. Als „Gegenzauber“ soll an diesem Platz ein Kreuz errichtet worden sein. Der Wiesenpfad führt hinunter an die Kall, die mit einer kleinen Holzbrücke überquert wird. Das kleine Bächlein hat von seinem Quellgebiet im belgischen Venn bei Konzen bis hier etwas mehr als zwei Kilometer zurückgelegt. Das obere Kalltal bildet mit dem „Kranzbruchvenn“ und dem "Hoscheiter Venn" ein Biotopverbund bis hin zur Vennhochfläche, was sich auch rechts und links im Charakter der Wiesen widerspiegelt.

Auf einem leicht beschatteten Weg wandern wir zwischen Wiesen durch einen Teil des "Paustenbacher Venns", das im Zuge des Vennbahnbaus systematisch drainiert wurde und heute größtenteils als Weideland genutzt wird. Bei der Trasse handelt es sich um ein Kuriosum. Mitten durch Deutschland verläuft hier ein Streifen belgisches Hoheitsgebiet. Es ist die ursprüngliche Eisenbahnstrecke, die Aachen mit Luxemburg verband. Nach den Ersten Weltkrieg wurden die Grenzen neu festgelegt und dabei wurde der belgische Staat Eigentümer der Eisenbahnstrecke mitsamt ihren Bahnhöfen. Dadurch wurden westlich davon gelegene Orte vom deutschen Staatsgebiet abgeschnitten, so ist es auch hier geschehen. Der Gleiskörper ist größtenteils entfernt und auf dem Bahndamm wurde ein Fernradweg gebaut.

 Kurz vor erreichen der alten Vennbahntrasse biegen wir rechts ab und ignorieren den sterilen Radweg. Mit der Wegmarkierung (21) wandern wir in Richtung Paustenbach. Jetzt liegt links zwischen ehemaliger Vennbahntrasse und unserem Pfad das „Paustenbacher Venn“. Es war einst ein waldfreies Moorgebiet, das für den Bau der Vennbahn Ende des 19. Jh trocken gelegt wurde. Ein Jahrhundert später hat man versucht diesen Eingriff wieder rückgängig zu machen und es zu renaturieren, was aber nicht gelang, da der natürliche Wasserhaushalt nicht wieder hergestellt werden konnte. So besteht heute auf dem relativ trockenen Standort die Gefahr der Verbuschung. Die Beweidung mit Schafen und Ziegen soll das Zuwachsen verhindern.

       

Paustenbacher Pfad

 

Paustenbacher Holzsteg

 

Paustenbacher Venn

   Auf einem schönen Pfad teils mit Holzstegen liefert er immer wieder Einblicke auf das links liegende Venn. Nach ca 400m geht es auf einem Asphaltweg bis kurz vor den Ort. Dort an einem kleinen Rastplatz wenden wir uns rechts und kreuzen die Kreisstraße 20. Danach wandern wir auf dem unbefestigten Weg links weiter. Rechts liegt ein naturnaher und unverbauter Bachabschnitt des Lenzbaches mit seinen typischen  Borstgrasrasen, Nass- und Feuchtwiesen. Am Ende treffen wir auf die K 19 und wieder auf den Westwall, der halbrechts durch die Wiese verläuft. Wir wandern auf der Straße 150m links, um dann rechts in den „Kopperweg“ abzubiegen. Dieser kreuzt nun die „Höckerlinie“, die links im Himmel zu verschwinden scheint. An einer kleinen Baumgruppe mit einem liebevoll gestalteten Stationskreuz zeigt ein Hinweis links zum „Eifelkreuz“. Dieses steht dort oben auf 554m Höhe, dem „Kopp“. Derartige markante Höhen mit einer Rundumsicht waren im Krieg immer wieder hart umkämpft. Das „Eifelkreuz“ erinnert an die dramatischen Kämpfe des Zweiten Weltkrieges, die sich in der Rur-Eifel abgespielt haben. 1947 errichteten 47 Simmerather Bürger das Kreuz als Mahnung für den Frieden, aber auch als Zeichen ihrer Dankbarkeit, den mörderischen Krieg überlebt zu haben. Hier oben endet auch der Kreuzweg, auf dem am zweiten Sonntag im Oktober die Gläubigen, im Gedenken an die Errichtung des Eifelkreuzes von Simmerath auf die Paustenbacher Höhe pilgern.

       

Höckerlinie

 

Eifelkreuz

 

Wanderweg ins Kalltal

 Vom „Eifelkreuz“ geht es mit schöner Aussicht zurück und über den „Kopperweg“ und vorbei an Stationen des Kreuzweges. An der Station X wandern wir auf dem geradeaus führenden Grasweg hinunter zur Station XIII und treffen dort auf einen Wirtschaftsweg, dem wir rechts bis zum Abgang an einer Mariengrotte folgen. Hier verlassen wir die Markierung „21“ und wandern auf dem Asphaltweg links weiter, um mit einer zusätzlichen kleinen Schleife einen wunderschönen Pfad entlang der Kall nicht auszulassen. So verlassen wir auch bald den für einen Wanderer ungeliebten Asphalt und nehmen den links abgehenden unbefestigten Weg, der uns zur "Mühlengasse" und dort rechts hinunter zur „Simmerather Mühle“ führt.

 

       

Simmerather Mühle

 

Landschaftsgestalter Biber

 

Auelpfad

 Nach dem Wegfall des Mühlenzwangs aufgrund der französischen Neuordnung seit 1794 ist an der Kall am Kirchweg (Mühlengasse) von Lammersdorf seit 1850 für etwa ein halbes Jahrhundert eine näher gelegene Mühle (Simmerather Mühle) betrieben worden. Von der Mühle haben viele Generationen den seit alters her hinauf nach Simmerath führenden Weg benutzt mit ihren Gespannen die Mühle mit Korn zu beliefern und dort das Mehl für ihr täglich Brot abzuholen. Wir erreichen hinter der Kallbrücke die heute als Wohnung umgebaute Mühle und halten uns rechts, um auf dem hier abzweigenden „Auel Pfad“ im Talhang oberhalb der Kall bachaufwärts zu wandern. Auch hier ist wieder herrlich anzusehen wie der Biber die Talwiesen in ein feuchtes Biotop umgestaltet hat. Der einzigartig schöne Pfad endet schließlich an einem idyllisch gelegenen Rastplatz, 

 

       

"urzeitlicher" Rastplatz

 

Westwall mit Kallübergang

 

Biberheimat

 Wenn man an einem Baum dem Hinweis Glauben schenken könnte, dass die Steinbrücke aus der Urzeit stamme, ist dieser Platz auch schon viele Tausend Jahre vor unserer Zeit von Menschen besucht worden. Nach einer ausgedehnten Pause wandern wir hinter den Bänken den Pfad hinauf zum „Kopperweg“ und mit der „21“ links bis zu K19. Auf der anderen Straßenseite stoßen wir wieder auf den Westwall und sind nach mehreren Metern von einer verwunschenen Idylle umgeben. Zur Rechten schlängelt sich die Kall, wo der Biber heimisch geworden ist. Wir wandern wieder dem schmalen, etwas Trittsicherheit verlangenden Mauer-Pfad mit Blick auf die vom Biber gestalteten Wiesen, zur Linken zieht der Westwall eine grüne Grenze. In ihr wirken die steinernen Höcker kaum mehr wie Fremdkörper. Im Schatten großer Pappeln überwuchern Brombeeren, Weißdorn und Wildrosen die Panzersperren. Flechten und Moose verkleiden sie mit einem dichten Pelz Die ursprüngliche Monstrosität des Bauwerks ist nur noch zu erahnen.

 

       

Biberspuren

 

naturnaher Westwall

 

Kalverscheider Gasse

  Unterwegs bietet sich von einer Bank aus, die nur wenige Meter links vom Weg auf dem Beton steht, sich ein einmalig schöner Blick über das Kalltal bis zum Westrand des Hohen Venns. Links können wir sogar den Steling bei Mützenich erkennen, die höchste Erhebung des Monschauer Landes. Rechts und links sind Biberspuren an Bäumen und Büschen zu erkennen. Der langsam ansteigende Beton-Pfad endet am „Schrankes-Vennchensweg“. Der Westwall verläuft hier noch weiter geradeaus, man kann ihn aber nicht mehr betreten. So wenden wir uns nach links und biegen nach ca 30m  rechts in den jetzt noch parallel zum Westwall verlaufenden Wirtschaftsweg ein. Die Markierung „21“ haben wir damit verlassen, sie führt geradeaus nach Simmerath.

 

Blick zum Hexenplatz

 

Am Ende unseres Weges wandern wir links auf der „Kalverscheider Gasse“, die in älteren Überlieferungen auch „Venngasse“ genannt wird, nach Simmerath. Alte knorrige Buchenhecken mit mächtigen Bäumen säumen unseren Weg. An der „Kranzbruchstraße“ biegen wir rechts ein und erreichen so wieder die „Heidestraße“ und unseren Parkplatz.

 

 

Begegnung am Rande: Eichenzangenbock

Information: Wanderkarte Nr.2 „Rureifel,“ bzw. Nationalpark-Karte Nr. 50 des Eifelvereins; meist Wanderweg 21“

Strecke: 12 km Rundwanderung, Asphalt und unbefestigte Wege sowie Pfade und Betonmauer des Westwalls

Schwierigkeit: leicht, Auf- und Abstiege: 140m

Einkehrmöglichkeit: keine

 

GPX-Track: Westwall_Simmerath.gpx  (speichern unter)


Video:  https://vimeo.com/426324783

 

 

 

                                                                                                                                                                                https://de.wikipedia.org/wiki/Eichen-Zangenbock

 

 

Touren:  Monschauer Bergwelt l Westwallrunde l Obere Kalltal Route l Dreilägerbach TourKreuz im Venn l Dedenborner Schweiz l nach oben l Tourenübersicht

 

Obere Kalltal-Route

 

 

Die Kall entspringt bei Konzen im Hochmoor des Hohen Venns. Viele kleine Rinnsale sammeln sich zu Gräben, und aus dem Zusammenfluss mehrerer solcher Moorbäche, deren Quellen im Paustenbacher Venn beim „Entenpfuhl“ liegen, entsteht kurz vor Lammersdorf ein erkennbarer Bach, die Kall. Sie ist mit ihren Nebenbächen geprägt durch eine überwiegend naturnahe Aue mit ausgedehntem Feucht- und Nassgrünland, das überwiegend unter Naturschutz steht. Kurz hinter Lammersdorf hat der Bach sich schon tief in das Gebirge eingeschnitten und bildet wenig später die Kalltalsperre. Diese Landschaft östlich und südlich von Lammersdorf werden wir heute durchstreifen.

Wir starten unsere Wanderung auf dem Parkplatz an der Kirche in Lammersdorf und gehen hinüber zur B399 und folgen rechter Hand der „Kirchstraße“ bis Haus 46. Dort biegen wir links in „Scholls Gäßchen“ ein. Das Wegzeichen des Dorfrundgangs (weißer Pfeil auf blauen Grund) zeigt ebenfalls in diese Richtung. Schon nach wenigen Metern haben wir den Ort verlassen und wandern entlang alter Buchenhecken. Links schweift der Blick über eine freie Landschaft mit Windrädern zur Anhöhe um Langschoß an der Jägerhausstraße (B399). Hinter dem Sportgelände sehen wir die zweite Reihe des Westwalls. Die Höckerlinie windet sich den Hang bis zu unserem Weg hinauf. Mächtigen Respekt hat sie den Amerikanern 1944 im Vorfeld zunächst eingeflösst. Heute hat die Natur die Drachenzähne, wie die Amerikaner die Höcker nannten, meist wieder in ein grünes Biotop eingepackt. 

 

       

Blick zur Anhöhe Langschoß

 

Pfad ins Kelzerbachtal

 

Kelzerbach

 An der nächsten Wegegabelung halten wir uns erst links und anschließend rechts. Wir wandern auf der „Köllshejd“ durch eine reizende Heckenlandschaft bis der Asphaltweg rechts abbiegt. Hier folgen wir geradeaus dem Wiesenweg und wandern auf den vor uns liegenden Wald zu. An diesem rechts entlang stoßen wir auf einen Querweg (Wolleberste). Auf der „Kallebrucher Jaas“ wandern wir links bis diese rechts abzweigt und wir dort den Pfad geradeaus in den Wald weiter gehen. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein naturbelassener Pfad, ein Trampelpfad, der jetzt bergab führt. Bachrauschen dringt an unsere Ohren und nach Querung eines Pfades erreichen wir einen Forstweg oberhalb des „Kelzerbaches“. Die Böschung steigen wir zum Bach hinunter, wo einmal der "Höllensteg" den Wanderer trockenen Fußes auf die andere Seite brachte. Heute liegen nur noch Steine in Schrittweite im Bachbett, die eine Überquerung möglich machen. Rechts am Baum macht uns eine Holztafel darauf aufmerksam, dass es sich hier um eine 40m hohe Fichte handelt. Nach der Bachüberquerung steigen wir einige Meter zu dem Talsperrenrundweg und dem Eifelvereinsweg "10" hinauf und wandern auf diesen rechts weiter über den Zulauf des „Saarscher Bachs“, wo schon die Wasserfläche der Kalltalsperre zwischen den Bäumen auftaucht. In Ufernähe sehen wir dann einen Turm, über dessen Zweck eine Tafel am Wegesrand informiert.

1911 war für den Landkreis Aachen die „Dreilägertalsperre“ bei Roetgen erbaut worden. In Dürrezeiten reichte deren Wasser nicht aus. So wollte man sie durch den nahen Weserbach ergänzen, doch der kam 1920 mit den Kreisen Eupen und Malmedy an Belgien. Stattdessen grub man 1924/26 einen Stollen vom Kall- und Kelzerbach als Wasserleitung durch den Felsen bis zur Dreilägerbachtalsperre. Mit einer Länge von 6,24 Kilometer war es der größte Wasserleitungsstollen Deutschlands. 1934 bis 35 wurden die beiden Bachfassungen durch den Bau der Kalltalsperre ersetzt. 300 Arbeiter waren damals damit beschäftigt. In Jahren 2003/4 wurde der 70 Jahre alte Entnahmeturm saniert und gleichzeitig eine Wasserkraftanlage eingebaut. In der Böschung gegenüber erkennen wir den „Heinrich-Geis-Stollen, der seit 1956 eine Verbindung mit dem Rursee schafft. Wenig später erreichen wir eine Tafel, auf der technische Details über die Talsperre nachzulesen sind.

 

       

Kalltalsperre

 

Damm der Talsperre

 

Kaiserfelsen

 Schließlich wandern wir über den 182m langen und 34m m hohen Staudamm und kommen durch eine scharfe Kehre mit einer kleinen Schutzhütte in der Böschung aufwärts, bis wir erneut die Mauer unter uns haben. Dann führt der Weg weiter mit „4“ durch den Kaiserfelsen und am See entlang, der mehr als einen Kilometer später nach und nach den Bach erkennen lässt, von dem er seinen Namen und sein Wasser hat. Der aufmerksame Wanderer bemerkt hier an gefällten Bäumen, die kreuz und quer im Bachbett liegen, Arbeitsspuren des Bibers, der sich hier wieder angesiedelt hat.

Der seit 130 Jahren ausgerottete Biber ist seit seiner Wiederansiedlung in den 80er Jahren wieder heimisch geworden. Spuren lassen sich überall an Rur und seinen Nebenbächen mittlerweile entdecken. (Film: Biber in der Eifel: //youtube.com/watch?v=AsrR71NSAGI )

 

       

Biberspuren

 

Kallbach

 

schroffe Felsen am Wanderweg

 Links zweigt ein Weg nach Rollesbroich ab (5,1km, 5m); wir wandern mit „4“ weiter bachaufwärts vorbei an der Pegelanlage. Links ragen steile Felsen auf und auch der Hang ist mit skurrilen Felsbildungen besetzt, die von Bäumen scheinbar gestützt werden. Dann erreichen wir eine schöne Bruchsteinbrücke und wandern auf der anderen Bachseite weiter bis zu Beginn von Wiesen, hinter der wir von dem Forstweg links in den Graspfad mit der „6“ einbiegen. Rechts am Waldrand entlang finden wir ein Kruzifix mit einem Mühlstein, die an die ehemalige Lammersdorfer Mühle erinnern.

Zwischen diesem Mühlstein und der B 266 stand jahrhundertelang eine Mühle mit Wohnhaus, Stall und Scheune. 1516 wird sie erstmals als Bannmühle erwähnt, doch ihr Ursprung geht weiter zurück. Bannmühlen waren Eigentum des Fürsten und hatten das Recht, innerhalb eines vorgeschriebenen Bannbereiches die Bewohner zu veranlassen, ihr Korn in der betreffenden Mühle mahlen zu lassen. Dieser Zwang findet erst ein Ende mit dem Einmarsch der Franzosen im Jahre 1794, als alle fürstlichen und kirchlichen Privilegien aufgehoben wurden. 

 Der letzte Müller verstarb 1955. Um 1970 wurden die Reste der zur Ruine verfallenen Gebäude abgerissen. Weitere Informationen können der Tafel entnommen werden. 

 

       

ehemalige Lammersdorfer Mühle

 

skurrile Buchenhecke

 

Blick vom Lönsfelsen

  Wir wandern auf dem Graspfad unterhalb der Böschung zur Straße und dort 300m links auf dem Radweg bergan bis rechts ein Wirtschaftsweg beginnt. Hier wandern wir mit „6“ auf einem schattigen Weg,  von Hecken begrenzt, hinauf ins freie Wiesenland.

Immer wieder wundern wir uns über die eigenartig gebogene Form einiger Buchenstämme. Die Flurhecken boten nicht nur Schutz, sie waren früher auch Grundlage alter Handwerksberufe.

Man brauchte speziell gebogenes Holz für die Herstellung von "Hamen", den Zuggeschirren der Pferde und Ochsen. Es stammte von Buchen, die man im ganz jungen Zustand heruntergebunden hatte. Durch jahrelanges Dickenwachstum eines wieder zum Licht gewandten Astes entstand die gewünschte Bogenform. Die Hamenmacher kauften gezielt die entsprechend krumm gewachsenen Stämme aus den Buchenhecken. Auch Rechenmacher nutzten das junge Holz aus den Flurhecken: Sie fertigten daraus Stiele für Sensen und Schaufeln sowie große Holzgabeln und Rechen. Ob für Heu, Getreide oder Laub, jeder Rechen hatte seine eigene Länge und Winkelung. Länge, Zahl und Abstand der Zähne waren für den Gebrauchswert entscheidend. Gute Rechenmacher hatten deshalb viel Zulauf.

Wir folgen dem Wiesenweg bis auf die Höhe (7,4km, 512m), wo es auf dem asphaltierten Weg rechts weiter geht. Aber schon nach 150m endet der Asphalt und wir wenden uns dort nach rechts, um nach wenigen Schritten links dem Weg mit der „6“ und dem Hinweis „Lönsfelsen“ zu folgen. Der Wiesenweg führt uns dann leicht bergab in den Wald, wo 30m links abseits des Weges Felsspitzen hervorschauen, bis 1926 hieß die Kuppe noch „Laienkopf" (7,9km, 490m). An der senkrecht aufragenden Westseite des Felsens findet man ein Relief des Heidedichters Hermann Löns. 

 

 

       

Lönsfelsen

 

Biotop am Heppenbach

 

Feuchtwiesen am Heppenbach

 Herrmann Löns gilt gemeinhin als der Dichter der Lüneburger Heide. Aber sein Herz hing auch an der Eifel und hier fühlte er sich besonders von der Kargheit und unendlichen Weite der flachen, dürren Landschaft des Hohen Venns angesprochen. Dieser innigen Freundschaft mit einer Landschaft, in der die „Sterne heller und freundlicher scheinen als in den Alpen“, haben die Bürger des Monschauer Landes am Hang des Kallbaches ein Denkmal gesetzt.

Von der Bank genießt man eine schöne Aussicht über das Kalltal nach Lammersdorf. Vom Lönsfelsen geht es wieder zurück zu unserem Wanderweg, auf dem wir links hinunter die Straße erreichen. Dabei fallen rechts im Waldhang noch viele Erdlöcher auf, die an die schweren Kämpfe um die Paustenbacher Höhe erinnern. An der Straße müssen wir nun 250m rechts bis zur Kall entlang gehen. Unterwegs erinnert rechts an einem Baum ein Holzschild an die ehemalige „Haasmühle“, von der nur noch Mauerreste in dem verwilderten Gelände zu finden sind. 1769 wurde hier unweit der Lammersdorfer Mühle eine neue Mühle gebaut, weil diese allein das anfallende Getreide nicht mehr schaffte. Im Volksmund erhielt sie daher auch den Namen „Neumühle“. Ihr letzter Besitzer hieß Haas und nach ihm wurde sie dann „Haasmühle“ genannt. Als er um 1860 die Mühle übernahm bestand bereits die neue Schotterstraße zwischen Fringshaus und Witzerath und da über die Straße viele Güter transportiert wurden, nutzte er den regen Verkehr aus, indem er neben der Mühle eine Schankwirtschaft und einen Vorspanndienst einrichtete. 

Sie wurde im Krieg so stark zerstört, dass sie nicht wieder aufgebaut wurde. Hinter der Kallbrücke gehen wir zunächst wenige Meter links die K20 und biegen dann nach einer weiteren Brücke über einen Nebenbach der Kall, dem Heppenbach, links in den Wald- und Wiesenweg (6) ein, der gleichzeitig auch Radweg ist. Wobei dieser aber für die meisten Radfahrer wahrscheinlich nicht komfortable genug ist. An der nächsten Wegegabelung bleiben wir in der Nähe des Kallbaches und wandern mit der „6“ links weiter. Hinter einer kleinen Buschfläche verlassen wir den Radweg und biegen links in die „Mühlengasse“ (6) ein und stoßen nach ca. 120m auf den „Eifelvereinsweg 6„ (Matthiasweg). Dieser führt rechts zwar ebenfalls zu unserem nächsten Ziel, dem Eifelkreuz, wir wandern aber zunächst links weiter (6) zur Simmerather Mühle, von wo ein wunderschöner Pfad entlang des Kallbaches uns ebenfalls zum Eifelkreuz bringen wird. 

 

       

Buchenallee

 

ehem. Simmerather Mühle

 

Auelt-Pfad am Kallbach

Wir queren den Kallbach und stehen dann vor der Simmerather Mühle (9,8km, 495m). Durch einen völligen Umbau erinnert heute nichts mehr an die alte Mühle, die bis 1912 in Betrieb war. Nachdem in den obergelegenen Dörfern wie Simmerath und Bickerath Mahlbetriebe entstanden, deren Mühle durch Elektromotoren angetrieben wurden, wollten die Bauern mit ihren schweren „Püngeln“ die oft weiten Wege zu den Mühlen im Tal nicht mehr gehen und ließen im Ort mahlen. Wegen Unrentabilität standen dann in vielen Tälern des Monschauer Landes die Mühlen still. 

 Vor dem Gebäude wenden wir uns nach rechts und betreten 30m weiter den rechts abzweigenden schmalen „Auelt Pfad“ (Betreten auf eigne Gefahr). Über einen provisorischen Steg mit quergelegten Balken wird ein Bach überwunden. Es ist ein idyllischer Pfad, der im Hang des unten plätschernden Kallbaches entlang führt. An engen und steil abfallenden Stellen sichern Geländer den Pfad, aber mehr aus psychologischen Beweggründen. Nach 500m endet dieser herrliche Fußweg und an einem links von Bickerath kommenden Pfad. Wir überqueren rechts die Kall, wo ein großer Felsen eine Brücke ersetzt, und finden einen Rast- und Spielplatz vor. Auf der anderen Seite des Spielplatzes geht die Wanderung weiter bis zu einem kleinen Marienbildstock neben dem Kreuz VII, wo der Matthiasweg jetzt von rechts hinzukommt. Sein Wegzeichen wird uns die nächsten 3 Kilometer den Weg weisen. Es führt uns zunächst auf einem Wirtschaftsweg bis zu einem weiteren Kreuz (VIII), das zu einem Kreuzweg gehört, der am Eifelkreuz auf der Paustenbacher Höhe endet. Hier geht es nun links an weiteren Kreuzen hinauf auf die Höhe. Der Grasweg geht bevor die Höhe erreicht wird in einen Asphaltweg über. Am elften Kreuz beginnt dann rechts der Abstecher zum Eifelkreuz am höchsten Punkt des Weges, auf der Kopp (11,3km, 554m). 

Diese Höhe war, nachdem am 12. September 1944 mit Roetgen der erste deutsche Ort in amerikanische Hände gefallen war, bis Ende des Monats hart umkämpft. Die Amerikaner hatten zwar am 14. Lammersdorf eingenommen konnten aber nach Rollesbroich und Witzerath nicht weiter vordringen, da die Deutschen von hier feuerten. Trotz Personal- und Materialüberlegenheit konnten sie die Bunker dort oben nicht ausschalten. 10 Tage dauerte der verlustreiche blutige Kampf bis endlich am 30. September die deutschen Stellungen auf dem Paustenbacher Berg ausgeschaltet waren.

Zum Gedenken an die vielen Toten hat man 1947 hier den Kreuzweg und das 11m hohe Eifelkreuz errichtet als Zeichen für den Frieden. 

 

       

"Brücke" über die Kall

 

Eifelkreuz

 

Blick nach Lammersdorf

  Vom Rand der Höhe bietet sich auch heute noch ein hervorragender Blick auf Lammersdorf und dem unterhalb liegenden Westwall. Zurück wandern wir wieder bis zum Asphaltweg und rechts abwärts mit einer weiten Sicht zum Hohen Venn mit der Kuppe des Stelings (658m). Der Weg quert die Höckerlinie. Nach dem Befehl Hitlers 1938 zum Bau der „Westverteidigungsanlage“ mit einer Länge von 630 Kilometern vom Niederrhein bis zur Schweizer Grenze wurden hinter dem „Westwall“ mit dem „Aachen-Saar-Programm“ ab 1939 weitere Panzerhindernisse gebaut, die wir noch heute hier sehen können.

 

       

Höckerlinie des Westwalls

 

Naturschutzgebiet Lenzbach

 

Lammersdorf, St.Johann Baptist

 Wir erreichen die Straße nach Paustenbach, lassen den Ort aber rechts liegen und gehen links 150m an der Straße mit dem Eifelvereinszeichen entlang bis es uns dann rechts auf dem Wirtschaftsweg weiterleitet. Zwischen Buchenhecken und dem Blick links in das flache feuchte Muldentaelchen des Naturschutzgebietes „Lenzbach“ wandern wir entspannt bis zur K20. Geradeaus folgen wir weiter dem asphaltierten "Matthiasweg". Rechts kommt das Ende unserer Wanderung, die Lammersdorfer Kirche, in Sicht. Dann biegen wir noch einmal rechts ab und erreichen an der „Vennstraße“ den Ortsrand von Lammersdorf. Hier überqueren wir einen kleinen Graben und wandern am kleinen Gewässer links entlang und stoßen am Ende auf die RAVeL-Route. Gemeinsam geht es 200m mit den Radfahrern bis der "Matthiasweg" links abbiegt und wir rechts mit der "Sonntagsstraße" und anschließender "Paustenbacher Straße" wieder unseren Ausgangspunkt erreichen. 

 

Information: Wanderkarte Nr.3 „Monschauer Land“  bzw. Nationalpark-Karte (Nr. 50) des Eifelvereins, Markierung meist. örtl. Wanderweg „6“,und „Matthiasweg“ des Eifelvereins

 

Strecke: 14,7 km Rundwanderung, meist unbefestigte Wege und tlw. Pfade.

 

Schwierigkeit: mittel, keine Abkürzungsmöglichkeit; Auf- und Abstiege: 220m

 

Einkehrmöglichkeit: in Lammersdorf, unterwegs keine

 

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 Rund um die Dreilägerbachtalsperre

 

 

 In der Nordeifel bei Roetgen wurde in den Jahren 1909 bis 1911 die Dreilägerbach-Talsperre errichtet. Der Stausee hinter der 38 Meter hohen und 240 Meter langen Staumauer hat ein Fassungsvermögen von 4,25 Millionen Kubikmetern.

Am Fuß der Staumauer befindet sich eine Wasseraufbereitungsanlage, die das Wasser aus dem Talsperrensystem der Nordeifel entnimmt. Von hier wird neben einem Großteil der Stadt Aachen und der Städteregion auch ein Teil des Kreises Heinsberg und die niederländischen Städte Vaals und Kerkrade mit Trinkwasser versorgt.

Um die Wasserversorgung zu sichern, ist die Dreilägerbachtalsperre über den Kallstollen mit der Kalltalsperre und über den Heinrich-Geis-Stollen weiter mit dem Obersee der Rurtalsperre verbunden.

Zusätzlich zum Dreilägerbach erhält die Talsperre Zufluss aus den künstlich angelegten Schleebach- und Hasselbachgraben.

Eine reizvolle Wanderung führt um die Trinkwassertalsperre und durch das Wassereinzugsgebiet.

 

       

Wasserwerk

 

Vichtbach

 

Wanderweg

 

Startpunkt ist der Parkplatz am Wasserwerk. Die Markierung der „Struffelroute“, ein zehn Kilometer langer Partnerweg des Eifelsteigs wird uns größtenteils den Weg zeigen.

Wir gehen Richtung L238 und biegen vor der Brücke in den um die Wasserwerksgebäude führenden breiten Weg ein. Es ist gleichzeitig der Eifelsteig und die „Struffeltroute“. Diese biegt aber schon bald links ab, da wir aber unsere Wanderung noch um einige Kilometer ausdehnen möchten, folgen wir zunächst noch dem „Eifelsteig“. Mit der Markierung „Eifelsteig“ und „ A1“ steigen wir weiter geradeaus bergan und verlassen an der nächsten Linkskurve den Eifelsteig und wandern weiter mit „A1“.am dem Zaun entlang. Am Ende des Zauns führt ein Schotterweg rechts hinunter an den Vichtbach. Den begleiten wir nun in seinem malerischen Tal bis zu einem Holzsteg. Hier geht es mit der Markierung „A1“ auf der anderen Bachseite weiter talwärts. Es ist zunächst ein steiniger und schmaler Fußpfad, der im weiteren Verlauf breiter wird. Zwischen unserem Wanderweg und dem Bach breitet sich eine kleine Talaue aus, die dann mit einer Wiese endet und der Bach wieder unmittelbar am Böschungsfuß des Weges verläuft. Auf bequemen Weg erreichen wir die Straße nach Rott. Auf der anderen Straßenseite betreten wir ohne Markierung den Jugendzeltplatz und verlassen vorbei an einem Wohnwagen diesen am Ende wieder. An einer Brücke treffen wir  wieder auf den „Eifelsteig“. Mit diesem und dem „Matthiasweg“ zeigt der Wegweiser mit „Struffelt, 2,0km“ unser nächstes Ziel an. Hinauf führt uns die Markierung zu einer Straße und weiter geradeaus leicht ansteigend durch einen ansehnlichen Fichtenwald. Der Pfad ist mit Wurzeln übersät und kaum zu erkennen, daher immer auf die Markierung achten. Mit einem Linksbogen erreichen wir die Höhe und gelangen zur L238 (3,2km, 370m). Es geht geradeaus auf einem breiten Forstweg nun leicht ansteigend. An einer Wegekreuzung verlassen wir den „Eifelsteig“ und wandern rechts 600m auf dem ebenen Forstweg mit einem herrlich freien Blick über den „Struffelt“ bis zu Informationstafeln. Diese informieren über das Naturschutzgebiet. 

 

     

 

 

 

 

 

Der Struffelt, eine faszinierende Heide- und Moorlandschaft

 

Der Struffelt ist ein Naturschutzgebiet aus Heide und Moorlandschaft und gehört zum Naturpark Hohes Venn. Namensgebend ist der Struffelkopf (450m ü.NN) mit sehr nährstoffarmen Lehmböden

Ein Holzsteg, zum Schutz für die Flora und trockene Füße für den Wanderer, führt uns anschließend in das weitläufige Heidegebiet des unbewaldeten Struffelkopfes, in dem nur Birken und einzelne Fichten den Blick unterbrechen. Bevor wir nach 400m auf einen querlaufenden Steg stoßen, gibt ein kleiner Moortümpel ein wunderschönes Fotomotiv. Den anschließenden Steg, wieder Eifelsteig, gehen wir links weiter, verlassen ihn aber an dem breiten Forstweg nach rechts und folgen hier dem „Matthiasweg“. Gegenüber liegt ein herrlicher Rastplatz, sogar mit Liegen.

 

Biotop am Wegesrand

 

Ein Wegweiser zum „Vorbecken Dreilägerbachtalsperre 1,6km“ zeigt uns das neue Ziel an. Der Weg führt leicht bergab und ermöglicht einen weiten Blick auf die Eifelberge vor uns und rechts über den Struffelt. Ein Fichtenwald schließt sich rechterhand an. Dafür weitet sich links das Gelände und öffnet eine kleine Vennfläche, die am Ende ein herrliches Biotop präsentiert. Hier lohnt es sich eine Weile zu verbringen und dieses Idyll zu genießen, aber nur eine wacklige Bank bietet dazu eine Sitzgelegenheit.

Weiter wandern wir durch den Wald bis zur K24 und dort links bis zu einer Brücke über den Hasselbachgraben (7,9km), ein künstlich angelegter Graben, um die Dreilägerbachtalsperre mit weiterem Wasser zu versorgen. Mit „Matthiasweg“, Struffelroute“ und „A2“ erreichen wir nach 200m die einzige Aussicht mit einem Blick über die Dreilägerbachtalsperre bis hin zur Staumauer.

 

       

einziger Blick auf die Talsperre

 

Furt über den Dreilägerbach

 

Steg über den Dreilägerbach

 

 Das enge Tal des Dreilägerbachs eignete sich hervorragend zum Bau einer Talsperre. Ein großer Nachteil war jedoch das geringe natürliche Einzugsgebiet, was zu einer langen Fülldauer führte. Man versuchte daher das dringend benötigte Rohwasser aus anderen Einzugsbereichen heranzuführen. So wurden 1920 zwei künstliche Hanggräben angelegt, der Hasselbachgraben (7,9km) und der Schleebachgraben (3,2km), den wir später noch entlang wandern werden.

Vor uns kommt nun die Mauer des Vorbeckens in Sicht. Nach der Überquerung folgen wir links den bekannten Markierungen bis zu einer Furt des Dreilägerbachs. Mutige können versuchen über Steine hinüber zu balancieren. Wer sicher trockenen Fußes das andere Ufer erreichen möchte, wendet sich links dem Häuschen zu, wo eine Fußgängerbrücke das Problem löst. Ein Schilderpfahl zeigt rechts unseren Weiterweg zum „Schleebachgraben 1,5km“. Zu den bekannten Markieren kommt hier noch der „Kall-Rur-Panorama-Route dazu. Wir folgen dem herrlichen Tal des Dreilägerbachs stetig leicht bergan bis wir nach ca 1km rechts unten eine Fußgängerbrücke über den Bach sehen. Ein schmaler Pfad führt hinunter und mit den Markierungen wandern wir rechts an dem Schleebach 1,7km entlang.

Der teils steinige und mit Wurzeln versehene Pfad endet für uns an einer eisernen Fußgängerbrücke, wo auf der anderen Seite eine Infotafel und eine Bank warten. Infotafeln zur Natur und Tierwelt begleiten uns beim Weitergehen. Nach 400m steht eine Infotafel rechts hinter einem Holzsteg. Hier führt die „Struffelroute“ weiter bis zu einem Forstweg. Abgebrochene und entwurzelte Bäume sind die Folgen eines Tornados, der im April 2019 hier seine Spur hinterließ Über den Forstweg erreichen wir nach 200m links das Naturdenkmal „Rakesch“, wo eine beeindruckende Gruppe alter Buchen und Eichen stehen und ein Rastplatz mit Schutzhütte sich befindet.

 

       

entlang des Schleebachgrabens

 

Wurzelpfad

 

Tornadospuren

 

 Nach der Überlieferung war hier schon immer ein alter Versammlungsplatz, In der Mundart steht „Eesch“ für Eiche und „Rack“ ist gleichbedeutend mit karg. So waren auf dem kargen Boden in diesem Gebiet keine großen Erträge zu erzielen. Davon leitet sich wahrscheinlich der Name ab.

Weiter folgen wir dem Hinweis „Schwarzwildgehege 0,5km“. Hinter der nächsten Wegekreuzung liegt rechts eine freie Fläche, die Rakkesch-Wiesen. Nach Überquerung eines Baches stehen wir vor dem Tor des Waldkindergartens. Auch hier ist eine Rast möglich. Der Weiterweg mit den Markierungen „Struffelt“ und „Kall-Rur-Panorama-Route“ führt vor dem Tor rechts auf einem Wurzelweg weiter. Steil führt nun der Waldpfad um das Gelände des Wildgeheges hinunter an den Schlehbach. Den begleiten wir bachabwärts und erreichen bald die ersten Gebäude von Roetgen. Vorbei am Parkplatz „Kuhberg“ führt uns die Straße zur L238, die wir links bis zum Abzweig „Rote Gasse“ gehen und mit den bekannten Markierungen in diese einbiegen. Am letzten Haus endet der Asphalt und es geht hinunter zum „Grölisbach“. Vorher überqueren wir noch die Zufahrt zur Kläranlage. Hinter dem Bach stoßen wir wieder auf die L238. Links ist in der Wiese noch ein Stück vom Westwall zu sehen.

 

   

   

Naturdenkmal "Rakesch"

 

Grölisbach

 

Westwall

 Die Panzersperre gehört zu einer Ausbauphase des Westwalls von1939. Die etwa 100m lange, fünfzügige Panzersperre sollte die Talenge des Grölisbaches mit der von Roetgen nach Norden führenden Straße absperren. Das in Ost-West-Richtung verlaufende Bauwerk durchzieht das Wiesengelände westlich der Straße, überquert das Grölisbach und endet im Wald. Der Straßendurchlass konnte mit Drehschranken geschlossen werden. Auf der östlichen Straßenseite ist eine Mauer mit zum Hang hin abknickendem Verlauf erhalten. Durch diese war das Schussfeld für einen Maschinengewehrbunker frei, der 70m südöstlich der Schranke lag. Er sollte die Sperre gegen Sprengtrupps sichern.

Es ist die einzige erhaltene Anlage in NRW die einen Bach überquert. 

Der Pfad führt noch einmal über den „Grölisbach“ und hinauf zum Eifelsteig und unserem Hinweg. 

 

Staumauer Seeseite

  Da unterwegs die Talsperre in ihrer Größe nur ein einziges mal zu sehen war, ist am Ende der Wanderung noch der Blick von der Aussichtsplattform oberhalb der Staumauer zu empfehlen. Dazu folgen wir von der L238 den Serpentinen der Struffelroute hinauf zur K28, wo es rechterhand zur Aussicht geht. 

 

Information: Wanderkarte Nr. 2 „Rureifel“ des Eifelvereins; im Frühjahr und Herbst ist die schönste Zeit, wenn der „Struffelt“ und die Bäume ihre Herbstfarben präsentieren.

 

Streckenlänge: 15km, Alternative nur Struffelroute 10km

 

Schwierigkeit: gering, Auf- und Abstiege 270m

 

Einkehrmöglichkeit: in Roetgen

 

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Das Kreuz im Venn

 

 

 

So nannte die Eifeldichterin Clara Viebig ihren 1908 erschienen Roman und schuf ein unvergängliches Kulturdenkmal für die Eifel. Das 1890 auf der Richelsley errichtete Kreuz war das Kreuz der bitteren Armut, das die Menschen in diesem Land ein Leben lang zu tragen hatten. Es ist ein Mahnmal für den Frieden, ein Zeichen des Glaubens, ein Wahrzeichen für dieses Land am Rande des Venns.

Nach dem ersten Weltkrieg hat die Region durch die modernen Einflüsse der Technik und des Verkehrswesens einen weitgehenden Wandel erfahren. So dass die z.B. von Clara Viebig noch geschilderte gewaltige, raue und erdrückende Landschaft, heute als Schönheiten ganz besonderer Art zu sehen sind und gerade deshalb die Touristen anzieht und den Wanderern Freude bereiten.

 

 

 

 Südlich von Monschau finden wir an der B399 Richtung Höfen vor der Rurbrücke rechts die Zufahrt zum Parkplatz „Dreistegen“. Hier starten wir ruraufwärts durch ein bewaldetes, felsenreiches Kerbtal unsere Rundwanderung. Schon am Parkplatz wird deutlich mit welchen Kräften die Rur diese Felsen freigelegt hat. Die am Rande des Parkplatzes aufragende Felswand ist durch Meeresablagerungen vor 400 Millionen Jahren entstanden. In der nachfolgenden Zeit des Karbons wurden sie zusammengepresst und zu einem Gebirge emporgehoben. Bei der Faltung bildeten sich Risse und Klüfte, in die später chemische Lösungen aufstiegen und kristallisierten. Sie sind im Fels als weiße Adern (Quarz) deutlich zu erkennen  

 

       

Felsformation Dreistegen

 

ehem. Flußschwimmbad

 

Rursteg an der Fischerhütte

 

Da, wo die erste Fußgängerbrücke die Rur überspannt, existierte bis Sommer 2007 noch ein Wehr. Schon in der ersten Hälfte des 19. Jhs entstand hier unterhalb der „Ehrensteinley“ eine Mühle, um Maschinen zur Wollproduktion anzutreiben. 1863 brannte sie ab. Geplant war nun eine neue Mühle zur Holzverarbeitung. Aber bevor die Umbauarbeiten fertig gestellt wurden, riss ein Hochwasser die Stauanlage fort. Die endgültige Wehranlage wurde erst etliche Jahre später fertig gestellt. Ab 1927 wurde die aufgestaute Rur als städtische Flussbadeanstalt genutzt. Es muss einige Überwindung gekostet haben, in das kalte Wasser einzutauchen, das selbst im Sommer kaum wärmer als 16 Grad wurde. In den 70ziger Jahren wurde sie durch eine neue Schwimmhalle in Monschau abgelöst.

 

Da das Wehr für Fische und andere Gewässerbewohner ein unüberwindliches Hindernis darstellte wurde es durch das „Live Naturprojekt“ „Lebendige Bäche in der Eifel“ beseitigt. Heute befindet sich noch ein Jugendzeltplatz auf der gegenüberliegenden Seite. Von rechts stößt der „Jahrhundertweg“ zu uns, den der Monschauer Eifelverein zum hundertjährigen Bestehen angelegt hat.

Der asphaltierte Weg ist nun zu Ende und es geht weiter auf einem schönen naturbelassenen Pfad mit Wurzeln und Felsen, teils über angelegte Treppen. Vor einer Schutzhütte überspannt eine schmale Holzbrücke die Rur. 1911 wurde dem Besitzer einer Jagdhütte bzw. Fischerhütte erlaubt, diese zu erweitern und ein Gartenrestaurant zu bauen. Aber der großzügig angelegte Gebäudekomplex wurde nicht so recht angenommen und verlor durch den Ersten Weltkrieg jegliche Attraktivität. Anfang der 1920ziger wurde es auf Abbruch verkauft. Die Wanderschutzhütte hat den Namen „Fischerhütte“ übernommen. 

 

       

Fischerhütte

 

sanfte Rur

 

Gebirgsbach Rur

 

 Rauschend, einmal sanft ein anderes Mal wild, überströmt das Wasser der Rur viele Steine und Felsen. Reguliert werden diese Wassermassen auf der Höhe vom Hohen Venn. Rechts wächst in einem steilen Berghang ein richtiger Schluchtwald, wo die Bäume zwischen vielen Felsen, teils mit Moos bewachsen, Halt suchen. So führt dieser Abschnitt auch berechtigt den Namen „Gebirgsbach Rur“ und ist wohl die landschaftlich schönste Teilstrecke im oberen Rurverlauf.

Zwei kleine Seitenbäche der Rur werden mit kleinen Holzstegen überquert. So auch der Ermesbach kurz bevor wir auf die Zufahrt zum Kloster Reichenstein gelangen. Ein kleiner Abstecher nach links bringt uns durch ein burgähnliches Tor in den Innenhof. 

 

       

Wanderweg

 

Schlüsselbach

 

Vennbahnviadukt

 

 Wohl schon im 10. Jahrhundert stand hier auf einer Felsnase von Rur und Ermesbach umflossen eine Burg, nach ihrem Gründer Richwinstein genannt. Um 1130 gab Herzog Walram von Limburg Richwinstein auf, als er die neue Burg Monschau in Besitz nahm. Er überließ den Platz dem Kloster Steinfeld, das um diese Zeit die Regeln der Prämonstratenser angenommen hatte. Die Mönche aus Steinfeld errichteten zunächst ein Doppelkloster für Mönche und Nonnen, wie es in der Frühzeit des Prämonstratenser Ordens üblich war. Die geistliche Aufsicht über Kloster Reichenstein übte der Abt von Steinfeld aus. Heute liegt das ehemalige Kloster versteckt im Rurtal. Im Mittelalter führte die wichtige Straße Trier – Aachen in unmittelbarer Nähe auf den Höhen des Hohen Venns vorbei. Mancher müde Wanderer und mancher erschöpfte Pilger auf dem Weg zu den Heiligtümern von Aachen oder zum Grab des hl. Matthias in Trier werden in Reichenstein gastliche Herberge gefunden haben.

Der vielfache Verfall des klösterlichen Lebens im 15. Jahrhundert. ergriff auch Reichenstein. Deshalb wurde das Nonnenkloster 1484 aufgelöst. Drei Jahre später hielten Mönche des Klosters Steinfeld ihren Einzug. Lange Zeit halfen sie in der Seelsorge der Umgebung ohne an einer bestimmten Pfarre angestellt zu sein. Erst seit dem 17. Jh. finden wir sie als Pfarrer in Konzen, Monschau, Kalterherberg, Höfen, Roetgen und Eicherscheid. Der Bau der Kirchen in den vier letztgenannten Orten ist zum großen Teil ihr Werk. 1543 wurde Reichenstein von Truppen Karls V. geplündert und zerstört. Der junge Wilhelm von Kleve, Jülich und Berg hatte es gewagt seine Anwaltschaft auf die Erbfolge im Herzogtum Geldern mit Waffengewalt gegen Kaiser Karl V. zu verteidigen. So rückte der Kaiser im August 1543 selbst mit der Hauptarmee im Jülicher Land ein. Erst hundert Jahre später konnten Kirche und Haupthaus wieder aufgebaut werden. Großen Anteil daran hatte der Prior Stephan Horrichem, der von 1639 - 1686 dem Kloster vorstand. Wegen seiner vielseitigen Hilfe für Bauern der Umgebung von Reichenstein, während und nach dem Dreißigjährigen Krieg, heißt er noch heute "Apostel des Venns". Durch französisches Regierungsdekret vom 9. Juni 1802 wurde das Kloster aufgelöst und damit dem Wirken der "weißen Mönche" im Venn ein Ende gesetzt. Nach der Aufhebung des Klosters wurden die Liegenschaften von der französischen Regierung verkauft. Der Monschauer Tuchfabrikant Bernhard Boecking erwarb das Kloster mit allen Ländereien. In den Klostergebäuden errichtete er eine Tuchfabrik und eine große Schäferei ein.Nachdem das Gut 1836 an Jakob Ahren übergegangen war, wurden die Gebäude zu landwirtschaftlichen Zwecken und zum Betrieb einer Branntweinbrennerei benutzt; die ehemalige Klosterkirche diente als Scheune. 1971 erwarb die Familie Handschumacher aus Düsseldorf Gut Reichenstein. Zurzeit (200) wird die Anlage zu einer neuen Klostergründung umgebaut.

 

       

Reichenstein Innenhof

 

Klosterkirche

 

Kircheninnere

 

Die Zufahrt stößt auf die Straße Kalterherberg-Mützenich. Rechts überspannt ein Viadukt der alten Venntrasse das Tal. Vorbei sind die Zeiten als hier noch lebhafter Verkehr herrschte, sowohl zur deutschen Zeit bis 1920, als auch in den 20er und 30er Jahren unter belgischer Hoheit. Wirtschaftlich spielte die Vennbahn eine wichtige Rolle. So brachten Züge das luxemburgische Erz zur Verhüttung nach Aachen Rothe Erde und transportierten auf dem Rückweg Kohle aus dem Wurmrevier nach Luxemburg. Als Rothe Erde 1925 seine Tore schloss begann auch der langsame Abstieg der Vennbahn. Sie wurde dann im zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört und konnte sich nach dem Krieg nicht mehr richtig erholen. In den 90er Jahren wurde sie für touristische Fahrten wiederbelebt, aber nach wenigen Jahren aus Kostengründen wieder eingestellt wurden. Heute radelt man hier auf einer der schönsten Radwege Europas.

 

       

Fischweiher Reichenstein

 

Vennbahnviadukt

 

Kreuz im Venn

 

 An der Straße wenden wir uns nach links, wo wir hinter der nächsten Rechtskurve über einen Holzlagerplatz einen Weg finden, der bergan führt. Mit der Überquerung der ehemaligen Vennbahntrasse haben wir auch stillschweigend die Grenze nach Belgien überquert. Zu erkennen ist die Landesgrenze an der nachfolgenden Schranke, wo einige Meter weiter rechts der Landesgrenzstein 675 den Grenzverlauf markiert. Auf der Oberfläche ist der Verlauf der Grenze eingemeißelt und an den Seiten ist das jeweilige Land mit den Anfangsbuchstaben D und B gekennzeichnet. Der Weg ist hier mit 43 markiert. Am nächsten Weg gehen wir rechts und halten uns auch an der folgenden Wegegabelung wieder rechts und erreichen somit nach ca. 200m einen Platz mit einem mächtigen, bis über die Baumwipfeln reichender Felsblock, in dem in einer Nische eine fast menschengroße Marienstatue aufgestellt ist. 

 

       

Mariengrotte

 

Blick über das Hohe Venn

 

Richelsley

 

Hoch oben durch das Blätterdach der Bäume erkennen wir ein mächtiges, in den Himmel aufragendes Kreuz. Die in einem Halbkreis um die Mariengrotte aufgestellten Bänke laden geradezu vorbildlich zu einer Pause ein. Zur Besteigung des Felsens mit dem 6m hohen Kreuz gehen wir im Uhrzeigersinn um ihn herum und steigen über ca. 35 Treppenstufen und einer bis zum Kreuz steil ansteigenden Rampe hinauf. Enttäuscht ist vielleicht manch einer, der eine spektakuläre Aussicht mit vielen Highlights erwartet hat. Der Blick schweift weit über eine endlos erscheinende Hochebene, aus der nach Norden vereinzelt weiß leuchtende Häuser sich zeigen. Kaum etwas deutet hier darauf hin, dass Flüsse und Bäche sich in dieser Hochfläche tiefe Täler gegraben haben.

 

Wir verlassen nun jenes "Kreuz im Venn", das zum Titel eines Buches der Schriftstellerin Clara Viebig wurde. Nach dem Treppenabgang wandern wir weiter geradeaus, vorbei an dem mächtigen Felsen der Richelsley, der für die Menschen im Mittelalter etwas Mystisches darstellte. Am Ende der Ley stoßen wir auf einen für die heutige Zeit unscheinbaren Weg, den wir links weitergehen (43). Noch im 18. Jh. führte hier an der Richelsley eine große Handels- und Pilgerstraße vorbei. Sie führte vom Niederrhein über Aachen die Vennabdachung hinauf zum Reinartzhof, vorbei am Steling zur Richelsley. Von hier führte sie über Prüm und Trier weiter nach Süden. Im Venngebiet wurde sie auch Kupferstraße genannt, weil auf ihr die Kupfer- und Messingwaren aus dem Aachen-Stolberger Raum befördert wurden. Aber auch Kriegsvölker Karls V. und später des Sonnenkönigs zogen hier brandschatzend und mordend nach Norden.

 

       

alte Kupferstraße

 

Blick zum Eifeldom

 

Fachwerkhaus mit Schutzhecke

 

Wir kreuzen einen Forstweg (50m links steht eine Schutzhütte) und gehen an einem Wildzaun entlang bis unser Weg nach links abbiegt. Von einer ehemaligen, viel bevölkerten Straße ist keine Rede mehr. Es ist nur noch eine Schneise, die uns über morastigen Boden zwischen einem Fichtenwald weiterleitet. Wir stoßen auf einen festen Forstweg, den wir nach rechts bis zur nächsten Wegekreuzung gehen. Hier biegen wir links ein und wandern bergab, schnurstracks auf den Weiler Ruitzhof zu. Der Eifeldom von Kalterherberg beherrscht links weithin das Landschaftsbild.

Seitdem wir den Wald verlassen haben sind wir wieder auf deutschem Boden, aber ringsum von belgischem Hoheitsgebiet umringt. Nach dem Ersten Weltkrieg ging die ganze Trasse der Vennbahn in belgischen Besitz über, so dass heute Ruitzhof zwar zu Kalterherberg gehört, aber auf allen Seiten von der belgischen Staatsgrenze umsäumt wird.

 

Wir wandern die Straße hinab. Rechts und links liegen, meist in Fachwerk errichtet, Häuser hinter großen, meterhohen Buchenhecken versteckt. Schutz bieten diese vor den kalten Nordwestwinden. So geben sie den Dörfern im Monschauer Land ein eigenartiges Aussehen, zumal sie oft in liebevoller Arbeit mit kunstvoll geschnittenen Toren und Fensteröffnungen gestaltet sind.

 

Am Ende der Dorfstraße, wo die Fahrstraße nach links schwenkt, halten wir uns rechts. Der asphaltierte Weg geht nach ca. 200m in einen Feld- und Wiesenweg über. Vor uns liegt auf der anderen Talseite „Küchelscheid“. Am Ende der Wiesen biegen wir links in den am Waldrand entlang langsam bergab verlaufenden Weg ein. Der Schwarzbach rechts unten im Tal bildet hier bis zur Rur die Grenze. Kurz vor der Brücke treffen wir wieder auf die Fahrstraße von Ruitzhof. Auf ihr geht es jetzt rechts und hinter der Schwarzbachbrücke, wieder auf belgischem Gebiet, links weiter. Rechts kann man einen Abstecher zu Marthas „Taverne“ machen und seinen Durst mit einem guten belgischen „Leffe-Bier“ löschen.

 

       

zurückgelassene Waggons

 

Bahnhof, heute Draisinestation

 

Eifeldom

 

 Über Rur und alte Vennbahntrasse gehen wir die Bahnhofstraße nach Kalterhergerg hinauf. In der nächsten Rechtskurve steigen wir links den Treppenweg (13) hinauf und wandern oben auf der Bahnhofstraße links 300m weiter. Dort biegen wir rechts in das „Breitenberg“ Sträßchen ein. Vor den letzten beiden Häusern wandern wir links den Wiesenweg bergan (13), der oben auf die Malmedeyer Straße stößt. Hier wenden wir uns nach links und stehen bald vor dem Eifeldom. Die Kalterherberger leben näher am Himmel als andere. Die Turmspitzen ihres Domes scheinen ihn zu durchstoßen. Hier regierte von 1869 bis 1914 ein Priester, Pfarrer Arnoldy. Er setzte sich und dem Dorf ein Denkmal, den „Eifeler Dom“. Die Türme sollten eigentlich noch höher werden, aber das fehlende Geld machte dem Himmelssturm ein Ende.

An dieser Stelle muss einmal kurz die Geschichte der Kalterherberger erwähnt werden, über dessen Herkunft schon viel herumgerätselt worden ist. Viele Menschengruppen haben die Eifel in den vergangenen Jahrhunderten besiedelt. So hat man in den 30er Jahren festgestellt, dass der Mensch in den Dörfern auf der Eifelhochfläche ein ausgesprochenes Mischprodukt zwischen nordischer, ostischer und westischer Rasse darstellt, bei dem keine Rasse stark genug ist, ihren besonderen Charakter zum Ausdruck zu bringen. Der einzige Typ, der sich von den anderen heraushebt ist der Kalterherberger. Man hat zurückgedrängte keltische Restgruppen vermutet oder  auch an zurückgebliebene Soldaten der mittelalterlichen Kriege gedacht. Sicher ist dabei, dass dieser Menschenschlag sich deutlich von jeder der sonst hier wohnenden Gruppen unterscheidet. Inwieweit diese angeblichen Resultate einer ernsthaften Forschung standhalten ist nicht bewiesen und wird heute gerne als Ironie betrachtet.

Weiter geht es auf der Monschauer Straße. Gegenüber vom Hotel „Hirsch“ biegen wir in den „Gatterweg“ ein und wandern immer geradeaus bis hinunter an den Römerbach. Hinter dem Bach geht es mit einem Linksbogen wieder bergan. Der Weg ist noch asphaltiert. An der nächsten Wegekreuzung wandern wir links auf dem Schotterweg weiter. Am Ende der Wiesen macht unser Weg einen Rechtsbogen, hinter dem wandern wir links auf dem Feldweg, begleitet von einer Heckenbaumreihe, weiter. Wir folgen nun dem Bergrücken bis zu seinem Ende, auch wenn der Weg immer verwachsener wird, und biegen dort in den rechts abgehenden Waldpfad ein. Steil und in vielen Kehren windet dieser sich hinunter ins Tal des Perlenbaches. Auf einer 2007 neu errichteten Brücke queren wir den Bach. Auf einem Forstweg wandern wir hier links bachabwärts. Der Perlenbach hat seinen Namen, weil er früher einmal mit Tausenden von Perlmuscheln besetzt war.

 

Der Weiterweg bringt uns zur Perlenbachtalsperre. Sie ist eine von 13 Talsperren rund um das Hohe Venn. Aufgrund der hohen Niederschläge von 1400mm, den günstigen geologischen Untergrundbedingungen und der relativen Nähe zum Aachener Ballungsraum entstanden diese zur Rückhaltung von Hochwässern, gleichzeitig aber auch der Gewinnung von Trinkwasser und Nutzung der Wasserenergie.

 

       

Eifelsteigliegen am Stausee

 

Staumauer

 

"Perlenau"

 

Entlang des Seeufers, wo wir auch auf den „Eifelsteig“ treffen, erreichen wir nach ca. 1.5 Kilometer die Staumauer und kurz dahinter die alte ehemalige Straße Monschau – Höfen. Wir folgen nun dem Logo des Eifelsteigs mit dem Wegweiser „Perlenau“.

1880 stand dort eine Sägemühle, die 1930 in einen Hotelbetrieb umgebaut wurde und mit einigen Unterbrechungen auch heute noch besteht und zu einer Einkehr einlädt. An der Brücke zum Hotel führt der Eifelsteig rechts bergauf. Wir bleiben auf dem Uferweg und wandern weiter geradeaus. Der Weg wird immer schmaler und der Talhang steiler und felsiger. Auch wir gewinnen wieder langsam an Höhe. Bevor es aber ganz nach oben geht, nehmen wir den links steil zum Perlenbach hinunterführenden Pfad, wo mit einem Holzsteg zum letzten Mal der Perlenbach überquert wird.

 

       

Pfad entlang Felsen

 

Perlenbach vor Dreistegen

 

Rur vor Dreistegen

 

Ende des 19.Jhs staut hier ein Wehr das Wasser, das durch einen Kanal zu einer Walkerei nach Dreistegen lief und dort ein Wasserrad antrieb. 1863 gründete Alexander Scheibler dort eine Kunstwollfabrik, die später über eine Dampfmaschine und eine Wasserturbine mit Energie versorgt wurde. Dreistegen hatte seit 1886 die erste private elektrische Beleuchtung Monschaus. Bachabwärts wandern wir bis zur Straße. Jetzt ist es  nicht mehr weit bis zu unserem Ausgangspunkt, wo Rur und Perlenbach sich vereinigen und gemeinsam noch viele Kilometer durch eine reizvolle Landschaft fliesen. Die Wässer der beiden Bäche haben mit ihrem weichen und kalkarmen Wasser einst eine bedeutende Tuchindustrie hervorgebracht. Die letzten Zeugnisse sind die alten Gemäuer, die hier am Perlenbach und Rur auf ihren totalen Verfall warten.

 

 

Information: Wanderkarte Nr.3 „Monschauer Land-Rurseengebiet“ des Eifelvereins

 

Streckenlänge:  ca. 16 km, meist naturbelassene Wege und Pfade nur in Kalterherberg Asphalt

 

Schwierigkeit: steilerer Anstieg nach Kalterherberg und Abstieg ins Perlenbachtal, gesamte Auf- und Abstiege 260m

 

Einkehrmöglichkeit:  Küchelscheid, Kalterherberg und Perlenau

 

GPX - Track:   Kreuz im Venn.gpx  (speichern unter)

 

 

 

 

 

 

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  Dedenborner Schweiz  

 

 Eine Landschaft, die schon König Friedrich Wilhelm IV.  faszinierte

 

Früher, als die Menschen noch nicht so verreisen konnten wie heute, hatten sie aber schon von anderen Ländern und Landschaften gehört und sie wussten  auch, dass die Schweiz ein Land mit hohen Bergen und tief eingeschnittenen Tälern war. Und so wurde in der Heimat schnell eine reizvolle und außergewöhnliche Landschaft mit der der Schweiz gleichgestellt und mit dem Beinamen "Schweiz" versehen.. So sprachen früher alte Eifeler im Monschauer Landes von der "Dedenborner Schweiz". Diese Landschaft werden wir heute erwandern und von einem Gipfelkreuz bewundern können, so wie es schon vor über 150 Jahren eine königliche Hoheit tat.

Wir starten unsere Wanderung in Dedenborn an der Kirche. Auf dem „Pfarrer-Engels-Platz“ haben wir die Möglichkeit unter einer 300 Jahre alten Dorflinde zu parken. Die Grundsteinlegung des Gotteshauses erfolgte 1717. Der Baum und die Kirche sind das Wahrzeichen des Dorfes. Beide sind praktisch gleich alt. 

 

Auf der Hammerstraße (L106) wandern wir Richtung Süden bis zum Restaurant „Haus Dedenborn“, wo wir links in der Waldstraße weiter gehen. Am „Pötzje“, einem alten Dorfbrunnen, wenden wir uns nach rechts und wandern nach 50m (0,6km, 393m ü.NN) den rechts abgehenden Wiesenweg und späteren Waldweg bis zur Straße hinunter (0,9km, 348m ü:NN). Auf der gegenüberliegenden Seite geht es weiter talabwärts und unten rechts bis zur Rurbrücke. Unser Weg steigt rechts leicht bergan. Direkt hinter der nächsten Linksbiegung geht es rechts auf einem Pfad an den Tiefenbach. Auf der anderen Bachseite folgen wir dem Wegweiser „Zum Weihrauchsberg“ nun steil bergan. Noch steiler wird es nach 200m, wo wir dem Wegweiser „30 Wanderweg“ folgen müssen. Angenehm ist bei der Anstrengung der schattenspendende Wald. Bei Km 2,6 endet erst einmal die Steigung und wir gehen auf dem dortigen Forstweg recht bequem 1,6km weiter. Rechts öffnet sich hin und wieder der Blick ins Tal auf Dedenborn und das Rurtal.

 

       

300 Jahre alt: Kirche u. Linde

 

Dedenborn

 

eifeler Weinberg

 

An einer Schutzhütte liegt dann das ganze Tal vor uns. Wir wandern an der Hütte vorbei weiter geradeaus. Die Sonne scheint hier besonders intensiv und so ist es auch nicht verwunderlich, obwohl es hier keinen offiziellen Weinanbau gibt, dass ein Hobby-Winzer rechts am Wegesrand einen kleinen Weinberg angelegt hat. 20 Flaschen soll er hier pro Jahr erzielen. Vielleicht ist der Wein in der Eifel wieder auf dem Vormarsch, denn wenn man in frühere Jahrhunderte zurückblickt wuchs im Rurtal über Nideggen hinaus bis Heimbach Wein, besonders in Winden, Abenden und Hausen.

 

Spitzwinklig stoßen wir auf einen Forstweg, den wir links weitergehen. Nach ca. 50m zeigt ein Holzschild rechts bergauf mit dem Hinweis „Schöne Aussicht“. Der Pfad führt steil hinauf, aber neugierig auf die angekündigte Aussicht schnaufen wir bergauf. Bei Kilometer 4.8 und einer Höhe von 440m haben wir den „Eifelblick“ erreicht. Die Anstrengung hat sich gelohnt.

 

       

Dedenborn von "Schöne Aussicht"

 

Wanderweg nach Rurberg

 

Rurberg in Sichtweite

 Der Name dieses Aussichtspunktes erhielt er vom preußischen Kronprinzen und späteren König Friedrich Wilhelm IV., der 1839 bei einem Besuch im Monschauer Land von diesem Ausblick beeindruckt war. Der damalige Landrat Bernhard Freiherr von Scheibler, der den König auf diesem Ausflug begleitete, ließ darauf zur Erinnerung ein Steinkreuz aufstellen. Der Sockel stammt noch aus dem Jahre 1887. Man hat einen herrlichen Blick in das Tal der Rur kurz bevor sie in den Obersee mündet. Auf der gegenüberliegenden Seite sieht man die Wald- und Offenlandflächen des ehemaligen Truppenübungsplatzes Vogelsang. Damit haben wir einen Gipfel mit Kreuz der „Dedenborner Schweiz“ erklommen. Abkürzen kann man diese Tour, wenn man dem Hinweisschild „Einruhr 2,1km“ hinunter ins Tal folgt. Hier hinauf kommt auch die „Schlemmerroute“, dessen Logo uns nun auf dem Weiterweg bis Einruhr begleiten wird.

 

 Wir steigen mit dem gerade erwähnten Logo und dem Wegweiser „Rurberg“ , das unser nächsten Ziel ist, wieder bis zum Forstweg hinunter und gehen diesen rechts leicht bergan. An einer Bank knickt der Weg rechts ab und wir erreichen bald die B266. Auf der anderen Straßenseite (5,4km; 435m ü.NN) leiten uns alle Zeichen weiter. Rechts tief unten im Tal versteckt sich der Obersee, darüber zeigen sich hangaufwärts Häuser von Einruhr. Wir wandern auf der Höhe erst durch freies Gelände. Anschließend geht es im Wald weiter und der Weg fällt ab zur L 149. Auf dem gegenüberliegenden Parkplatz können wir rasten und das erste Mal den Rursee sehen. Die Wegweiser leiten uns von hier hinunter zu den Stauseen von Rur, Urft und Eiserbach (8,1km, 285m ü.NN).

 

       

Eiserbachstausee/Freibad Rurberg

 

Staudamm "Paulushof"

 

Obersee

Wer jetzt Lust zu einer Schifffahrt bekommt, kann mit den weiteren 4,5 Kilometern die Landschaft auch bequem vom Wasser aus genießen. Die Anlegestelle der Elektroboote „Eifel“ und  seit 2014 „Seensucht“ nach Einruhr, das unser nächstes Ziel ist, befindet sich auf der anderen Seite des Staudammes „Paulushof“. Diejenigen, die die Landschaft weiter erwandern, gehen am Zaun des Pumpwerks Rurberg den asphaltierten Weg hinauf. Oben führt rechts ein Waldweg weiter. Das Sträßchen führt zu einem kleinen Lokal, das leider aus Altersgründen zurzeit geschlossen, aber eines der schönsten und urigsten Orte am See ist. Vielleicht findet sich bald wieder ein neuer Betreiber. Den gibt es seit 2014 wieder und hat an Sonn- und Feiertagen und bei schönem Wetter göffnet.

 

Über den Waldpfad und anschließenden kurzen Felsenpfad erreichen wir das Seeufer, an dem wir bis Einruhr entlang wandern. Das Wasser dient der Trinkwasserzubereitung und so ist hier jeglicher Wassersport untersagt. Am Ende des Uferweges stoßen wir auf die B266 und die Seebrücke (12,3km, 290m ü.NN). Gegenüber der Straße lag einmal der Ort Pleushütte, wo schon seit 1532 über 300 Jahre lang ein Eisenwerk existierte. Ein Dorf mit zwei Dutzend Häuser, eng zusammengebaut, und der Kirmessaal. 16 Meter Wasser beendeten 1957 die dörfliche Einheit. mit der zweiten Ausbaustufe der Rurtalsperre. Die Häuser in Einruhr wurden teils an einem höheren Punkt wieder aufgebaut. Das Gesicht des ehemals stillen Bauerndorfes hat sich nach der Aufstockung der Talsperre Schwammenauel grundlegend geändert. Das Dorf am See ist zu einem schmucken Ferienerholungsort gewachsen. Für uns gibt es jetzt ausreichend Möglichkeiten hier einzukehren und sich in den Touristenstrom einzufügen.

 

       

Einruhr, das Dorf am See

 

Eifelblick "Wolfshügel"

 

Rurtal von Dedenborn nach Einruhr

 

 Sicher ist dem aufmerksamen Leser aufgefallen, dass Rur ohne „h“ und Einruhr mit „h“ geschrieben wird. In älteren Karten führt die Rur auch den Namen Ruhr, also mit „h“. Um den Fluss von der Ruhr mit „h“ abzugrenzen, wurde etwa um 1900 das „h“ aus dem Namen der Eifel-Rur gestrichen. Reste der alten Schreibweise finden sich noch in Ortsnamen wie Einruhr und Erkensruhr.

Der Wanderer trifft in Einruhr auf den „Eifelsteig“, der jetzt unseren weiteren Verlauf markiert. Gegenüber der Einmündung „Rurstraße“ wandern wir vom Uferweg einen mit Serpentinen bergauf führenden Pfad und allen Markierungszeichen weiter. Die Bänke unterwegs reizen mittlerweile nicht mehr zu einer Rast, da Bäume und Sträucher den Panoramablick auf Einruhr und den See immer mehr eingeengt haben, schade. Der nächste Schilderpfahl (13km, 357m ü.NN) lenkt uns nach rechts weiter, wo nach 200m ein weiterer Eifelblick zu erwarten ist. Aber leider wird auch hier am „Eifelblick Wolfshügel“ durch die aufwachsende Vegetation die Aussicht immer weniger. Vor 15 Jahren war der jetzige Weg noch ein wirklicher Panoramaweg. Heute ist er ein normaler Waldweg, daher werde ich künftig nur noch den Talweg nach Dedenborn wählen.

 

Jetzt wandern wir ca 2km weiter auf dem Eifelsteig, der dann auf einem Pfad bis an den Ortsrand von Dedenborn führt. Da, wo der „Eifelsteig“ links steil bergan weiterführt, wandern wir auf dem asphaltierten Weg Richtung Dedenborn und stoßen dort wieder auf die uns bekannte Strecke.

 

Information: Wanderkarte Nr. 3 „Monschauer Land, Rurseengebiet “ des Eifelvereins

 

Streckenlänge: 16km lange Rundwanderung, mit Schiff von Rurberg nach Einruhr 11,5km, bei Abkürzung von „Schöne Aussicht“ nach Einruhr 9km. Die Wanderung kann auch in Einruhr begonnen werden.

 

Schwierigkeit: anspruchsvolle Bergwanderung mit steilen, kurzen Aufstiegen, Anstiege 480m, Abstiege 480m

 

Einkehrmöglichkeit: in Dedenborn, Rurberg und Einruhr 

 

 

GPX-TrackDedenborn.gpx  (Link speichern unter) 

 

 

 

 

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Wandern weckt die Lust auf mehr