Monschauer Land

 

Monschau

 


Während der französischen Herrschaft im Rheinland wird das Städtchen im Tal der Rur unter der BezeichnungMontjoiegeführt. Kaiser Wilhelm II. fand es ungeheuerlich, dass ein deutsches Städtchen einen französisch klingenden Namen hat. Daher wurde im Herbst 1918 der Name durch amtlichen Erlass inMonschaueingedeutscht. Heute ist die alte Tuchmacher Stadt eine Idylle aus längst vergangenen Jahrhunderten.

 

Neben den Talsperren und großen Waldgebieten zeigt die Kulturlandschaft auf den Eifelhöhen rund um Monschau eine landschaftlich einmalige Attraktion, die als Monschauer Heckenland bezeichnet wird. Die um Haus und Grünland angelegten bis zu sieben Meter hohen Schutzhecken aus dem 17. Jahrhundert bilden ein charakteristisches Erscheinungsbild.

 

                       

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Rund um die Dreilägerbachtalsperre

 

 

 In der Nordeifel bei Roetgen wurde in den Jahren 1909 bis 1911 die Dreilägerbach-Talsperre errichtet. Der Stausee hinter der 38 Meter hohen und 240 Meter langen Staumauer hat ein Fassungsvermögen von 4,25 Millionen Kubikmetern.

Am Fuß der Staumauer befindet sich eine Wasseraufbereitungsanlage, die das Wasser aus dem Talsperrensystem der Nordeifel entnimmt. Von hier wird neben einem Großteil der Stadt Aachen und der Städteregion auch ein Teil des Kreises Heinsberg und die niederländischen Städte Vaals und Kerkrade mit Trinkwasser versorgt.

Um die Wasserversorgung zu sichern, ist die Dreilägerbachtalsperre über den Kallstollen mit der Kalltalsperre und über den Heinrich-Geis-Stollen weiter mit dem Obersee der Rurtalsperre verbunden.

Zusätzlich zum Dreilägerbach erhält die Talsperre Zufluss aus den künstlich angelegten Schleebach- und Hasselbachgraben.

Eine reizvolle Wanderung führt um die Trinkwassertalsperre und durch das Wassereinzugsgebiet.

 

       

Wasserwerk

 

Vichtbach

 

Wanderweg

 

Startpunkt ist der Parkplatz am Wasserwerk. Die Markierung der „Struffelroute“, ein zehn Kilometer langer Partnerweg des Eifelsteigs wird uns größtenteils den Weg zeigen.

Wir gehen Richtung L238 und biegen vor der Brücke in den um die Wasserwerksgebäude führenden breiten Weg ein. Es ist gleichzeitig der Eifelsteig und die „Struffeltroute“. Diese biegt aber schon bald links ab, da wir aber unsere Wanderung noch um einige Kilometer ausdehnen möchten, folgen wir zunächst noch dem „Eifelsteig“. Mit der Markierung „Eifelsteig“ und „ A1“ steigen wir weiter geradeaus bergan und verlassen an der nächsten Linkskurve den Eifelsteig und wandern weiter mit „A1“.am dem Zaun entlang. Am Ende des Zauns führt ein Schotterweg rechts hinunter an den Vichtbach. Den begleiten wir nun in seinem malerischen Tal bis zu einem Holzsteg. Hier geht es mit der Markierung „A1“ auf der anderen Bachseite weiter talwärts. Es ist zunächst ein steiniger und schmaler Fußpfad, der im weiteren Verlauf breiter wird. Zwischen unserem Wanderweg und dem Bach breitet sich eine kleine Talaue aus, die dann mit einer Wiese endet und der Bach wieder unmittelbar am Böschungsfuß des Weges verläuft. Auf bequemen Weg erreichen wir die Straße nach Rott. Auf der anderen Straßenseite betreten wir ohne Markierung den Jugendzeltplatz und verlassen vorbei an einem Wohnwagen diesen am Ende wieder. An einer Brücke treffen wir  wieder auf den „Eifelsteig“. Mit diesem und dem „Matthiasweg“ zeigt der Wegweiser mit „Struffelt, 2,0km“ unser nächstes Ziel an. Hinauf führt uns die Markierung zu einer Straße und weiter geradeaus leicht ansteigend durch einen ansehnlichen Fichtenwald. Der Pfad ist mit Wurzeln übersät und kaum zu erkennen, daher immer auf die Markierung achten. Mit einem Linksbogen erreichen wir die Höhe und gelangen zur L238 (3,2km, 370m). Es geht geradeaus auf einem breiten Forstweg nun leicht ansteigend. An einer Wegekreuzung verlassen wir den „Eifelsteig“ und wandern rechts 600m auf dem ebenen Forstweg mit einem herrlich freien Blick über den „Struffelt“ bis zu Informationstafeln. Diese informieren über das Naturschutzgebiet. 

 

     

 

 

 

 

 

Der Struffelt, eine faszinierende Heide- und Moorlandschaft

 

Der Struffelt ist ein Naturschutzgebiet aus Heide und Moorlandschaft und gehört zum Naturpark Hohes Venn. Namensgebend ist der Struffelkopf (450m ü.NN) mit sehr nährstoffarmen Lehmböden

Ein Holzsteg, zum Schutz für die Flora und trockene Füße für den Wanderer, führt uns anschließend in das weitläufige Heidegebiet des unbewaldeten Struffelkopfes, in dem nur Birken und einzelne Fichten den Blick unterbrechen. Bevor wir nach 400m auf einen querlaufenden Steg stoßen, gibt ein kleiner Moortümpel ein wunderschönes Fotomotiv. Den anschließenden Steg, wieder Eifelsteig, gehen wir links weiter, verlassen ihn aber an dem breiten Forstweg nach rechts und folgen hier dem „Matthiasweg“. Gegenüber liegt ein herrlicher Rastplatz, sogar mit Liegen.

 

Biotop am Wegesrand

 

Ein Wegweiser zum „Vorbecken Dreilägerbachtalsperre 1,6km“ zeigt uns das neue Ziel an. Der Weg führt leicht bergab und ermöglicht einen weiten Blick auf die Eifelberge vor uns und rechts über den Struffelt. Ein Fichtenwald schließt sich rechterhand an. Dafür weitet sich links das Gelände und öffnet eine kleine Vennfläche, die am Ende ein herrliches Biotop präsentiert. Hier lohnt es sich eine Weile zu verbringen und dieses Idyll zu genießen, aber nur eine wacklige Bank bietet dazu eine Sitzgelegenheit.

Weiter wandern wir durch den Wald bis zur K24 und dort links bis zu einer Brücke über den Hasselbachgraben (7,9km), ein künstlich angelegter Graben, um die Dreilägerbachtalsperre mit weiterem Wasser zu versorgen. Mit „Matthiasweg“, Struffelroute“ und „A2“ erreichen wir nach 200m die einzige Aussicht mit einem Blick über die Dreilägerbachtalsperre bis hin zur Staumauer.

 

       

einziger Blick auf die Talsperre

 

Furt über den Dreilägerbach

 

Steg über den Dreilägerbach

 

 Das enge Tal des Dreilägerbachs eignete sich hervorragend zum Bau einer Talsperre. Ein großer Nachteil war jedoch das geringe natürliche Einzugsgebiet, was zu einer langen Fülldauer führte. Man versuchte daher das dringend benötigte Rohwasser aus anderen Einzugsbereichen heranzuführen. So wurden 1920 zwei künstliche Hanggräben angelegt, der Hasselbachgraben (7,9km) und der Schleebachgraben (3,2km), den wir später noch entlang wandern werden.

Vor uns kommt nun die Mauer des Vorbeckens in Sicht. Nach der Überquerung folgen wir links den bekannten Markierungen bis zu einer Furt des Dreilägerbachs. Mutige können versuchen über Steine hinüber zu balancieren. Wer sicher trockenen Fußes das andere Ufer erreichen möchte, wendet sich links dem Häuschen zu, wo eine Fußgängerbrücke das Problem löst. Ein Schilderpfahl zeigt rechts unseren Weiterweg zum „Schleebachgraben 1,5km“. Zu den bekannten Markieren kommt hier noch der „Kall-Rur-Panorama-Route dazu. Wir folgen dem herrlichen Tal des Dreilägerbachs stetig leicht bergan bis wir nach ca 1km rechts unten eine Fußgängerbrücke über den Bach sehen. Ein schmaler Pfad führt hinunter und mit den Markierungen wandern wir rechts an dem Schleebach 1,7km entlang.

Der teils steinige und mit Wurzeln versehene Pfad endet für uns an einer eisernen Fußgängerbrücke, wo auf der anderen Seite eine Infotafel und eine Bank warten. Infotafeln zur Natur und Tierwelt begleiten uns beim Weitergehen. Nach 400m steht eine Infotafel rechts hinter einem Holzsteg. Hier führt die „Struffelroute“ weiter bis zu einem Forstweg. Abgebrochene und entwurzelte Bäume sind die Folgen eines Tornados, der im April 2019 hier seine Spur hinterließ Über den Forstweg erreichen wir nach 200m links das Naturdenkmal „Rakesch“, wo eine beeindruckende Gruppe alter Buchen und Eichen stehen und ein Rastplatz mit Schutzhütte sich befindet.

 

       

entlang des Schleebachgrabens

 

Wurzelpfad

 

Tornadospuren

 

 Nach der Überlieferung war hier schon immer ein alter Versammlungsplatz, In der Mundart steht „Eesch“ für Eiche und „Rack“ ist gleichbedeutend mit karg. So waren auf dem kargen Boden in diesem Gebiet keine großen Erträge zu erzielen. Davon leitet sich wahrscheinlich der Name ab.

Weiter folgen wir dem Hinweis „Schwarzwildgehege 0,5km“. Hinter der nächsten Wegekreuzung liegt rechts eine freie Fläche, die Rakkesch-Wiesen. Nach Überquerung eines Baches stehen wir vor dem Tor des Waldkindergartens. Auch hier ist eine Rast möglich. Der Weiterweg mit den Markierungen „Struffelt“ und „Kall-Rur-Panorama-Route“ führt vor dem Tor rechts auf einem Wurzelweg weiter. Steil führt nun der Waldpfad um das Gelände des Wildgeheges hinunter an den Schlehbach. Den begleiten wir bachabwärts und erreichen bald die ersten Gebäude von Roetgen. Vorbei am Parkplatz „Kuhberg“ führt uns die Straße zur L238, die wir links bis zum Abzweig „Rote Gasse“ gehen und mit den bekannten Markierungen in diese einbiegen. Am letzten Haus endet der Asphalt und es geht hinunter zum „Grölisbach“. Vorher überqueren wir noch die Zufahrt zur Kläranlage. Hinter dem Bach stoßen wir wieder auf die L238. Links ist in der Wiese noch ein Stück vom Westwall zu sehen.

 

   

   

Naturdenkmal "Rakesch"

 

Grölisbach

 

Westwall

 Die Panzersperre gehört zu einer Ausbauphase des Westwalls von1939. Die etwa 100m lange, fünfzügige Panzersperre sollte die Talenge des Grölisbaches mit der von Roetgen nach Norden führenden Straße absperren. Das in Ost-West-Richtung verlaufende Bauwerk durchzieht das Wiesengelände westlich der Straße, überquert das Grölisbach und endet im Wald. Der Straßendurchlass konnte mit Drehschranken geschlossen werden. Auf der östlichen Straßenseite ist eine Mauer mit zum Hang hin abknickendem Verlauf erhalten. Durch diese war das Schussfeld für einen Maschinengewehrbunker frei, der 70m südöstlich der Schranke lag. Er sollte die Sperre gegen Sprengtrupps sichern.

Es ist die einzige erhaltene Anlage in NRW die einen Bach überquert. 

Der Pfad führt noch einmal über den „Grölisbach“ und hinauf zum Eifelsteig und unserem Hinweg. 

 

Staumauer Seeseite

  Da unterwegs die Talsperre in ihrer Größe nur ein einziges mal zu sehen war, ist am Ende der Wanderung noch der Blick von der Aussichtsplattform oberhalb der Staumauer zu empfehlen. Dazu folgen wir von der L238 den Serpentinen der Struffelroute hinauf zur K28, wo es rechterhand zur Aussicht geht. 

 

Information: Wanderkarte Nr. 2 „Rureifel“ des Eifelvereins; im Frühjahr und Herbst ist die schönste Zeit, wenn der „Struffelt“ und die Bäume ihre Herbstfarben präsentieren.

 

Streckenlänge: 15km, Alternative nur Struffelroute 10km

 

Schwierigkeit: gering, Auf- und Abstiege 270m

 

Einkehrmöglichkeit: in Roetgen

 

GPX – Track: Dreilägerrunde.gpx  (speichern unter)

 

 

 

 

 

 

 

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Das Kreuz im Venn

 

 

 

So nannte die Eifeldichterin Clara Viebig ihren 1908 erschienen Roman und schuf ein unvergängliches Kulturdenkmal für die Eifel. Das 1890 auf der Richelsley errichtete Kreuz war das Kreuz der bitteren Armut, das die Menschen in diesem Land ein Leben lang zu tragen hatten. Es ist ein Mahnmal für den Frieden, ein Zeichen des Glaubens, ein Wahrzeichen für dieses Land am Rande des Venns.

Nach dem ersten Weltkrieg hat die Region durch die modernen Einflüsse der Technik und des Verkehrswesens einen weitgehenden Wandel erfahren. So dass die z.B. von Clara Viebig noch geschilderte gewaltige, raue und erdrückende Landschaft, heute als Schönheiten ganz besonderer Art zu sehen sind und gerade deshalb die Touristen anzieht und den Wanderern Freude bereiten.

 

 

 

 Südlich von Monschau finden wir an der B399 Richtung Höfen vor der Rurbrücke rechts die Zufahrt zum Parkplatz „Dreistegen“. Hier starten wir ruraufwärts durch ein bewaldetes, felsenreiches Kerbtal unsere Rundwanderung. Schon am Parkplatz wird deutlich mit welchen Kräften die Rur diese Felsen freigelegt hat. Die am Rande des Parkplatzes aufragende Felswand ist durch Meeresablagerungen vor 400 Millionen Jahren entstanden. In der nachfolgenden Zeit des Karbons wurden sie zusammengepresst und zu einem Gebirge emporgehoben. Bei der Faltung bildeten sich Risse und Klüfte, in die später chemische Lösungen aufstiegen und kristallisierten. Sie sind im Fels als weiße Adern (Quarz) deutlich zu erkennen  

 

       

Felsformation Dreistegen

 

ehem. Flußschwimmbad

 

Rursteg an der Fischerhütte

 

Da, wo die erste Fußgängerbrücke die Rur überspannt, existierte bis Sommer 2007 noch ein Wehr. Schon in der ersten Hälfte des 19. Jhs entstand hier unterhalb der „Ehrensteinley“ eine Mühle, um Maschinen zur Wollproduktion anzutreiben. 1863 brannte sie ab. Geplant war nun eine neue Mühle zur Holzverarbeitung. Aber bevor die Umbauarbeiten fertig gestellt wurden, riss ein Hochwasser die Stauanlage fort. Die endgültige Wehranlage wurde erst etliche Jahre später fertig gestellt. Ab 1927 wurde die aufgestaute Rur als städtische Flussbadeanstalt genutzt. Es muss einige Überwindung gekostet haben, in das kalte Wasser einzutauchen, das selbst im Sommer kaum wärmer als 16 Grad wurde. In den 70ziger Jahren wurde sie durch eine neue Schwimmhalle in Monschau abgelöst.

 

Da das Wehr für Fische und andere Gewässerbewohner ein unüberwindliches Hindernis darstellte wurde es durch das „Live Naturprojekt“ „Lebendige Bäche in der Eifel“ beseitigt. Heute befindet sich noch ein Jugendzeltplatz auf der gegenüberliegenden Seite. Von rechts stößt der „Jahrhundertweg“ zu uns, den der Monschauer Eifelverein zum hundertjährigen Bestehen angelegt hat.

Der asphaltierte Weg ist nun zu Ende und es geht weiter auf einem schönen naturbelassenen Pfad mit Wurzeln und Felsen, teils über angelegte Treppen. Vor einer Schutzhütte überspannt eine schmale Holzbrücke die Rur. 1911 wurde dem Besitzer einer Jagdhütte bzw. Fischerhütte erlaubt, diese zu erweitern und ein Gartenrestaurant zu bauen. Aber der großzügig angelegte Gebäudekomplex wurde nicht so recht angenommen und verlor durch den Ersten Weltkrieg jegliche Attraktivität. Anfang der 1920ziger wurde es auf Abbruch verkauft. Die Wanderschutzhütte hat den Namen „Fischerhütte“ übernommen. 

 

       

Fischerhütte

 

sanfte Rur

 

Gebirgsbach Rur

 

 Rauschend, einmal sanft ein anderes Mal wild, überströmt das Wasser der Rur viele Steine und Felsen. Reguliert werden diese Wassermassen auf der Höhe vom Hohen Venn. Rechts wächst in einem steilen Berghang ein richtiger Schluchtwald, wo die Bäume zwischen vielen Felsen, teils mit Moos bewachsen, Halt suchen. So führt dieser Abschnitt auch berechtigt den Namen „Gebirgsbach Rur“ und ist wohl die landschaftlich schönste Teilstrecke im oberen Rurverlauf.

Zwei kleine Seitenbäche der Rur werden mit kleinen Holzstegen überquert. So auch der Ermesbach kurz bevor wir auf die Zufahrt zum Kloster Reichenstein gelangen. Ein kleiner Abstecher nach links bringt uns durch ein burgähnliches Tor in den Innenhof. 

 

       

Wanderweg

 

Schlüsselbach

 

Vennbahnviadukt

 

 Wohl schon im 10. Jahrhundert stand hier auf einer Felsnase von Rur und Ermesbach umflossen eine Burg, nach ihrem Gründer Richwinstein genannt. Um 1130 gab Herzog Walram von Limburg Richwinstein auf, als er die neue Burg Monschau in Besitz nahm. Er überließ den Platz dem Kloster Steinfeld, das um diese Zeit die Regeln der Prämonstratenser angenommen hatte. Die Mönche aus Steinfeld errichteten zunächst ein Doppelkloster für Mönche und Nonnen, wie es in der Frühzeit des Prämonstratenser Ordens üblich war. Die geistliche Aufsicht über Kloster Reichenstein übte der Abt von Steinfeld aus. Heute liegt das ehemalige Kloster versteckt im Rurtal. Im Mittelalter führte die wichtige Straße Trier – Aachen in unmittelbarer Nähe auf den Höhen des Hohen Venns vorbei. Mancher müde Wanderer und mancher erschöpfte Pilger auf dem Weg zu den Heiligtümern von Aachen oder zum Grab des hl. Matthias in Trier werden in Reichenstein gastliche Herberge gefunden haben.

Der vielfache Verfall des klösterlichen Lebens im 15. Jahrhundert. ergriff auch Reichenstein. Deshalb wurde das Nonnenkloster 1484 aufgelöst. Drei Jahre später hielten Mönche des Klosters Steinfeld ihren Einzug. Lange Zeit halfen sie in der Seelsorge der Umgebung ohne an einer bestimmten Pfarre angestellt zu sein. Erst seit dem 17. Jh. finden wir sie als Pfarrer in Konzen, Monschau, Kalterherberg, Höfen, Roetgen und Eicherscheid. Der Bau der Kirchen in den vier letztgenannten Orten ist zum großen Teil ihr Werk. 1543 wurde Reichenstein von Truppen Karls V. geplündert und zerstört. Der junge Wilhelm von Kleve, Jülich und Berg hatte es gewagt seine Anwaltschaft auf die Erbfolge im Herzogtum Geldern mit Waffengewalt gegen Kaiser Karl V. zu verteidigen. So rückte der Kaiser im August 1543 selbst mit der Hauptarmee im Jülicher Land ein. Erst hundert Jahre später konnten Kirche und Haupthaus wieder aufgebaut werden. Großen Anteil daran hatte der Prior Stephan Horrichem, der von 1639 - 1686 dem Kloster vorstand. Wegen seiner vielseitigen Hilfe für Bauern der Umgebung von Reichenstein, während und nach dem Dreißigjährigen Krieg, heißt er noch heute "Apostel des Venns". Durch französisches Regierungsdekret vom 9. Juni 1802 wurde das Kloster aufgelöst und damit dem Wirken der "weißen Mönche" im Venn ein Ende gesetzt. Nach der Aufhebung des Klosters wurden die Liegenschaften von der französischen Regierung verkauft. Der Monschauer Tuchfabrikant Bernhard Boecking erwarb das Kloster mit allen Ländereien. In den Klostergebäuden errichtete er eine Tuchfabrik und eine große Schäferei ein.Nachdem das Gut 1836 an Jakob Ahren übergegangen war, wurden die Gebäude zu landwirtschaftlichen Zwecken und zum Betrieb einer Branntweinbrennerei benutzt; die ehemalige Klosterkirche diente als Scheune. 1971 erwarb die Familie Handschumacher aus Düsseldorf Gut Reichenstein. Zurzeit (200) wird die Anlage zu einer neuen Klostergründung umgebaut.

 

       

Reichenstein Innenhof

 

Klosterkirche

 

Kircheninnere

 

Die Zufahrt stößt auf die Straße Kalterherberg-Mützenich. Rechts überspannt ein Viadukt der alten Venntrasse das Tal. Vorbei sind die Zeiten als hier noch lebhafter Verkehr herrschte, sowohl zur deutschen Zeit bis 1920, als auch in den 20er und 30er Jahren unter belgischer Hoheit. Wirtschaftlich spielte die Vennbahn eine wichtige Rolle. So brachten Züge das luxemburgische Erz zur Verhüttung nach Aachen Rothe Erde und transportierten auf dem Rückweg Kohle aus dem Wurmrevier nach Luxemburg. Als Rothe Erde 1925 seine Tore schloss begann auch der langsame Abstieg der Vennbahn. Sie wurde dann im zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört und konnte sich nach dem Krieg nicht mehr richtig erholen. In den 90er Jahren wurde sie für touristische Fahrten wiederbelebt, aber nach wenigen Jahren aus Kostengründen wieder eingestellt wurden. Heute radelt man hier auf einer der schönsten Radwege Europas.

 

       

Fischweiher Reichenstein

 

Vennbahnviadukt

 

Kreuz im Venn

 

 An der Straße wenden wir uns nach links, wo wir hinter der nächsten Rechtskurve über einen Holzlagerplatz einen Weg finden, der bergan führt. Mit der Überquerung der ehemaligen Vennbahntrasse haben wir auch stillschweigend die Grenze nach Belgien überquert. Zu erkennen ist die Landesgrenze an der nachfolgenden Schranke, wo einige Meter weiter rechts der Landesgrenzstein 675 den Grenzverlauf markiert. Auf der Oberfläche ist der Verlauf der Grenze eingemeißelt und an den Seiten ist das jeweilige Land mit den Anfangsbuchstaben D und B gekennzeichnet. Der Weg ist hier mit 43 markiert. Am nächsten Weg gehen wir rechts und halten uns auch an der folgenden Wegegabelung wieder rechts und erreichen somit nach ca. 200m einen Platz mit einem mächtigen, bis über die Baumwipfeln reichender Felsblock, in dem in einer Nische eine fast menschengroße Marienstatue aufgestellt ist. 

 

       

Mariengrotte

 

Blick über das Hohe Venn

 

Richelsley

 

Hoch oben durch das Blätterdach der Bäume erkennen wir ein mächtiges, in den Himmel aufragendes Kreuz. Die in einem Halbkreis um die Mariengrotte aufgestellten Bänke laden geradezu vorbildlich zu einer Pause ein. Zur Besteigung des Felsens mit dem 6m hohen Kreuz gehen wir im Uhrzeigersinn um ihn herum und steigen über ca. 35 Treppenstufen und einer bis zum Kreuz steil ansteigenden Rampe hinauf. Enttäuscht ist vielleicht manch einer, der eine spektakuläre Aussicht mit vielen Highlights erwartet hat. Der Blick schweift weit über eine endlos erscheinende Hochebene, aus der nach Norden vereinzelt weiß leuchtende Häuser sich zeigen. Kaum etwas deutet hier darauf hin, dass Flüsse und Bäche sich in dieser Hochfläche tiefe Täler gegraben haben.

 

Wir verlassen nun jenes "Kreuz im Venn", das zum Titel eines Buches der Schriftstellerin Clara Viebig wurde. Nach dem Treppenabgang wandern wir weiter geradeaus, vorbei an dem mächtigen Felsen der Richelsley, der für die Menschen im Mittelalter etwas Mystisches darstellte. Am Ende der Ley stoßen wir auf einen für die heutige Zeit unscheinbaren Weg, den wir links weitergehen (43). Noch im 18. Jh. führte hier an der Richelsley eine große Handels- und Pilgerstraße vorbei. Sie führte vom Niederrhein über Aachen die Vennabdachung hinauf zum Reinartzhof, vorbei am Steling zur Richelsley. Von hier führte sie über Prüm und Trier weiter nach Süden. Im Venngebiet wurde sie auch Kupferstraße genannt, weil auf ihr die Kupfer- und Messingwaren aus dem Aachen-Stolberger Raum befördert wurden. Aber auch Kriegsvölker Karls V. und später des Sonnenkönigs zogen hier brandschatzend und mordend nach Norden.

 

       

alte Kupferstraße

 

Blick zum Eifeldom

 

Fachwerkhaus mit Schutzhecke

 

Wir kreuzen einen Forstweg (50m links steht eine Schutzhütte) und gehen an einem Wildzaun entlang bis unser Weg nach links abbiegt. Von einer ehemaligen, viel bevölkerten Straße ist keine Rede mehr. Es ist nur noch eine Schneise, die uns über morastigen Boden zwischen einem Fichtenwald weiterleitet. Wir stoßen auf einen festen Forstweg, den wir nach rechts bis zur nächsten Wegekreuzung gehen. Hier biegen wir links ein und wandern bergab, schnurstracks auf den Weiler Ruitzhof zu. Der Eifeldom von Kalterherberg beherrscht links weithin das Landschaftsbild.

Seitdem wir den Wald verlassen haben sind wir wieder auf deutschem Boden, aber ringsum von belgischem Hoheitsgebiet umringt. Nach dem Ersten Weltkrieg ging die ganze Trasse der Vennbahn in belgischen Besitz über, so dass heute Ruitzhof zwar zu Kalterherberg gehört, aber auf allen Seiten von der belgischen Staatsgrenze umsäumt wird.

 

Wir wandern die Straße hinab. Rechts und links liegen, meist in Fachwerk errichtet, Häuser hinter großen, meterhohen Buchenhecken versteckt. Schutz bieten diese vor den kalten Nordwestwinden. So geben sie den Dörfern im Monschauer Land ein eigenartiges Aussehen, zumal sie oft in liebevoller Arbeit mit kunstvoll geschnittenen Toren und Fensteröffnungen gestaltet sind.

 

Am Ende der Dorfstraße, wo die Fahrstraße nach links schwenkt, halten wir uns rechts. Der asphaltierte Weg geht nach ca. 200m in einen Feld- und Wiesenweg über. Vor uns liegt auf der anderen Talseite „Küchelscheid“. Am Ende der Wiesen biegen wir links in den am Waldrand entlang langsam bergab verlaufenden Weg ein. Der Schwarzbach rechts unten im Tal bildet hier bis zur Rur die Grenze. Kurz vor der Brücke treffen wir wieder auf die Fahrstraße von Ruitzhof. Auf ihr geht es jetzt rechts und hinter der Schwarzbachbrücke, wieder auf belgischem Gebiet, links weiter. Rechts kann man einen Abstecher zu Marthas „Taverne“ machen und seinen Durst mit einem guten belgischen „Leffe-Bier“ löschen.

 

       

zurückgelassene Waggons

 

Bahnhof, heute Draisinestation

 

Eifeldom

 

 Über Rur und alte Vennbahntrasse gehen wir die Bahnhofstraße nach Kalterhergerg hinauf. In der nächsten Rechtskurve steigen wir links den Treppenweg (13) hinauf und wandern oben auf der Bahnhofstraße links 300m weiter. Dort biegen wir rechts in das „Breitenberg“ Sträßchen ein. Vor den letzten beiden Häusern wandern wir links den Wiesenweg bergan (13), der oben auf die Malmedeyer Straße stößt. Hier wenden wir uns nach links und stehen bald vor dem Eifeldom. Die Kalterherberger leben näher am Himmel als andere. Die Turmspitzen ihres Domes scheinen ihn zu durchstoßen. Hier regierte von 1869 bis 1914 ein Priester, Pfarrer Arnoldy. Er setzte sich und dem Dorf ein Denkmal, den „Eifeler Dom“. Die Türme sollten eigentlich noch höher werden, aber das fehlende Geld machte dem Himmelssturm ein Ende.

An dieser Stelle muss einmal kurz die Geschichte der Kalterherberger erwähnt werden, über dessen Herkunft schon viel herumgerätselt worden ist. Viele Menschengruppen haben die Eifel in den vergangenen Jahrhunderten besiedelt. So hat man in den 30er Jahren festgestellt, dass der Mensch in den Dörfern auf der Eifelhochfläche ein ausgesprochenes Mischprodukt zwischen nordischer, ostischer und westischer Rasse darstellt, bei dem keine Rasse stark genug ist, ihren besonderen Charakter zum Ausdruck zu bringen. Der einzige Typ, der sich von den anderen heraushebt ist der Kalterherberger. Man hat zurückgedrängte keltische Restgruppen vermutet oder  auch an zurückgebliebene Soldaten der mittelalterlichen Kriege gedacht. Sicher ist dabei, dass dieser Menschenschlag sich deutlich von jeder der sonst hier wohnenden Gruppen unterscheidet. Inwieweit diese angeblichen Resultate einer ernsthaften Forschung standhalten ist nicht bewiesen und wird heute gerne als Ironie betrachtet.

Weiter geht es auf der Monschauer Straße. Gegenüber vom Hotel „Hirsch“ biegen wir in den „Gatterweg“ ein und wandern immer geradeaus bis hinunter an den Römerbach. Hinter dem Bach geht es mit einem Linksbogen wieder bergan. Der Weg ist noch asphaltiert. An der nächsten Wegekreuzung wandern wir links auf dem Schotterweg weiter. Am Ende der Wiesen macht unser Weg einen Rechtsbogen, hinter dem wandern wir links auf dem Feldweg, begleitet von einer Heckenbaumreihe, weiter. Wir folgen nun dem Bergrücken bis zu seinem Ende, auch wenn der Weg immer verwachsener wird, und biegen dort in den rechts abgehenden Waldpfad ein. Steil und in vielen Kehren windet dieser sich hinunter ins Tal des Perlenbaches. Auf einer 2007 neu errichteten Brücke queren wir den Bach. Auf einem Forstweg wandern wir hier links bachabwärts. Der Perlenbach hat seinen Namen, weil er früher einmal mit Tausenden von Perlmuscheln besetzt war.

 

Der Weiterweg bringt uns zur Perlenbachtalsperre. Sie ist eine von 13 Talsperren rund um das Hohe Venn. Aufgrund der hohen Niederschläge von 1400mm, den günstigen geologischen Untergrundbedingungen und der relativen Nähe zum Aachener Ballungsraum entstanden diese zur Rückhaltung von Hochwässern, gleichzeitig aber auch der Gewinnung von Trinkwasser und Nutzung der Wasserenergie.

 

       

Eifelsteigliegen am Stausee

 

Staumauer

 

"Perlenau"

 

Entlang des Seeufers, wo wir auch auf den „Eifelsteig“ treffen, erreichen wir nach ca. 1.5 Kilometer die Staumauer und kurz dahinter die alte ehemalige Straße Monschau – Höfen. Wir folgen nun dem Logo des Eifelsteigs mit dem Wegweiser „Perlenau“.

1880 stand dort eine Sägemühle, die 1930 in einen Hotelbetrieb umgebaut wurde und mit einigen Unterbrechungen auch heute noch besteht und zu einer Einkehr einlädt. An der Brücke zum Hotel führt der Eifelsteig rechts bergauf. Wir bleiben auf dem Uferweg und wandern weiter geradeaus. Der Weg wird immer schmaler und der Talhang steiler und felsiger. Auch wir gewinnen wieder langsam an Höhe. Bevor es aber ganz nach oben geht, nehmen wir den links steil zum Perlenbach hinunterführenden Pfad, wo mit einem Holzsteg zum letzten Mal der Perlenbach überquert wird.

 

       

Pfad entlang Felsen

 

Perlenbach vor Dreistegen

 

Rur vor Dreistegen

 

Ende des 19.Jhs staut hier ein Wehr das Wasser, das durch einen Kanal zu einer Walkerei nach Dreistegen lief und dort ein Wasserrad antrieb. 1863 gründete Alexander Scheibler dort eine Kunstwollfabrik, die später über eine Dampfmaschine und eine Wasserturbine mit Energie versorgt wurde. Dreistegen hatte seit 1886 die erste private elektrische Beleuchtung Monschaus. Bachabwärts wandern wir bis zur Straße. Jetzt ist es  nicht mehr weit bis zu unserem Ausgangspunkt, wo Rur und Perlenbach sich vereinigen und gemeinsam noch viele Kilometer durch eine reizvolle Landschaft fliesen. Die Wässer der beiden Bäche haben mit ihrem weichen und kalkarmen Wasser einst eine bedeutende Tuchindustrie hervorgebracht. Die letzten Zeugnisse sind die alten Gemäuer, die hier am Perlenbach und Rur auf ihren totalen Verfall warten.

 

 

Information: Wanderkarte Nr.3 „Monschauer Land-Rurseengebiet“ des Eifelvereins

 

Streckenlänge:  ca. 16 km, meist naturbelassene Wege und Pfade nur in Kalterherberg Asphalt

 

Schwierigkeit: steilerer Anstieg nach Kalterherberg und Abstieg ins Perlenbachtal, gesamte Auf- und Abstiege 260m

 

Einkehrmöglichkeit:  Küchelscheid, Kalterherberg und Perlenau

 

GPX - Track:   Kreuz im Venn.gpx  (speichern unter)

 

 

 

 

 

 

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  Dedenborner Schweiz  

 

 Eine Landschaft, die schon König Friedrich Wilhelm IV.  faszinierte

 

Früher, als die Menschen noch nicht so verreisen konnten wie heute, hatten sie aber schon von anderen Ländern und Landschaften gehört und sie wussten  auch, dass die Schweiz ein Land mit hohen Bergen und tief eingeschnittenen Tälern war. Und so wurde in der Heimat schnell eine reizvolle und außergewöhnliche Landschaft mit der der Schweiz gleichgestellt und mit dem Beinamen "Schweiz" versehen.. So sprachen früher alte Eifeler im Monschauer Landes von der "Dedenborner Schweiz". Diese Landschaft werden wir heute erwandern und von einem Gipfelkreuz bewundern können, so wie es schon vor über 150 Jahren eine königliche Hoheit tat.

Wir starten unsere Wanderung in Dedenborn an der Kirche. Auf dem „Pfarrer-Engels-Platz“ haben wir die Möglichkeit unter einer 300 Jahre alten Dorflinde zu parken. Die Grundsteinlegung des Gotteshauses erfolgte 1717. Der Baum und die Kirche sind das Wahrzeichen des Dorfes. Beide sind praktisch gleich alt. 

 

Auf der Hammerstraße (L106) wandern wir Richtung Süden bis zum Restaurant „Haus Dedenborn“, wo wir links in der Waldstraße weiter gehen. Am „Pötzje“, einem alten Dorfbrunnen, wenden wir uns nach rechts und wandern nach 50m (0,6km, 393m ü.NN) den rechts abgehenden Wiesenweg und späteren Waldweg bis zur Straße hinunter (0,9km, 348m ü:NN). Auf der gegenüberliegenden Seite geht es weiter talabwärts und unten rechts bis zur Rurbrücke. Unser Weg steigt rechts leicht bergan. Direkt hinter der nächsten Linksbiegung geht es rechts auf einem Pfad an den Tiefenbach. Auf der anderen Bachseite folgen wir dem Wegweiser „Zum Weihrauchsberg“ nun steil bergan. Noch steiler wird es nach 200m, wo wir dem Wegweiser „30 Wanderweg“ folgen müssen. Angenehm ist bei der Anstrengung der schattenspendende Wald. Bei Km 2,6 endet erst einmal die Steigung und wir gehen auf dem dortigen Forstweg recht bequem 1,6km weiter. Rechts öffnet sich hin und wieder der Blick ins Tal auf Dedenborn und das Rurtal.

 

       

300 Jahre alt: Kirche u. Linde

 

Dedenborn

 

eifeler Weinberg

 

An einer Schutzhütte liegt dann das ganze Tal vor uns. Wir wandern an der Hütte vorbei weiter geradeaus. Die Sonne scheint hier besonders intensiv und so ist es auch nicht verwunderlich, obwohl es hier keinen offiziellen Weinanbau gibt, dass ein Hobby-Winzer rechts am Wegesrand einen kleinen Weinberg angelegt hat. 20 Flaschen soll er hier pro Jahr erzielen. Vielleicht ist der Wein in der Eifel wieder auf dem Vormarsch, denn wenn man in frühere Jahrhunderte zurückblickt wuchs im Rurtal über Nideggen hinaus bis Heimbach Wein, besonders in Winden, Abenden und Hausen.

 

Spitzwinklig stoßen wir auf einen Forstweg, den wir links weitergehen. Nach ca. 50m zeigt ein Holzschild rechts bergauf mit dem Hinweis „Schöne Aussicht“. Der Pfad führt steil hinauf, aber neugierig auf die angekündigte Aussicht schnaufen wir bergauf. Bei Kilometer 4.8 und einer Höhe von 440m haben wir den „Eifelblick“ erreicht. Die Anstrengung hat sich gelohnt.

 

       

Dedenborn von "Schöne Aussicht"

 

Wanderweg nach Rurberg

 

Rurberg in Sichtweite

 Der Name dieses Aussichtspunktes erhielt er vom preußischen Kronprinzen und späteren König Friedrich Wilhelm IV., der 1839 bei einem Besuch im Monschauer Land von diesem Ausblick beeindruckt war. Der damalige Landrat Bernhard Freiherr von Scheibler, der den König auf diesem Ausflug begleitete, ließ darauf zur Erinnerung ein Steinkreuz aufstellen. Der Sockel stammt noch aus dem Jahre 1887. Man hat einen herrlichen Blick in das Tal der Rur kurz bevor sie in den Obersee mündet. Auf der gegenüberliegenden Seite sieht man die Wald- und Offenlandflächen des ehemaligen Truppenübungsplatzes Vogelsang. Damit haben wir einen Gipfel mit Kreuz der „Dedenborner Schweiz“ erklommen. Abkürzen kann man diese Tour, wenn man dem Hinweisschild „Einruhr 2,1km“ hinunter ins Tal folgt. Hier hinauf kommt auch die „Schlemmerroute“, dessen Logo uns nun auf dem Weiterweg bis Einruhr begleiten wird.

 

 Wir steigen mit dem gerade erwähnten Logo und dem Wegweiser „Rurberg“ , das unser nächsten Ziel ist, wieder bis zum Forstweg hinunter und gehen diesen rechts leicht bergan. An einer Bank knickt der Weg rechts ab und wir erreichen bald die B266. Auf der anderen Straßenseite (5,4km; 435m ü.NN) leiten uns alle Zeichen weiter. Rechts tief unten im Tal versteckt sich der Obersee, darüber zeigen sich hangaufwärts Häuser von Einruhr. Wir wandern auf der Höhe erst durch freies Gelände. Anschließend geht es im Wald weiter und der Weg fällt ab zur L 149. Auf dem gegenüberliegenden Parkplatz können wir rasten und das erste Mal den Rursee sehen. Die Wegweiser leiten uns von hier hinunter zu den Stauseen von Rur, Urft und Eiserbach (8,1km, 285m ü.NN).

 

       

Eiserbachstausee/Freibad Rurberg

 

Staudamm "Paulushof"

 

Obersee

Wer jetzt Lust zu einer Schifffahrt bekommt, kann mit den weiteren 4,5 Kilometern die Landschaft auch bequem vom Wasser aus genießen. Die Anlegestelle der Elektroboote „Eifel“ und  seit 2014 „Seensucht“ nach Einruhr, das unser nächstes Ziel ist, befindet sich auf der anderen Seite des Staudammes „Paulushof“. Diejenigen, die die Landschaft weiter erwandern, gehen am Zaun des Pumpwerks Rurberg den asphaltierten Weg hinauf. Oben führt rechts ein Waldweg weiter. Das Sträßchen führt zu einem kleinen Lokal, das leider aus Altersgründen zurzeit geschlossen, aber eines der schönsten und urigsten Orte am See ist. Vielleicht findet sich bald wieder ein neuer Betreiber. Den gibt es seit 2014 wieder und hat an Sonn- und Feiertagen und bei schönem Wetter göffnet.

 

Über den Waldpfad und anschließenden kurzen Felsenpfad erreichen wir das Seeufer, an dem wir bis Einruhr entlang wandern. Das Wasser dient der Trinkwasserzubereitung und so ist hier jeglicher Wassersport untersagt. Am Ende des Uferweges stoßen wir auf die B266 und die Seebrücke (12,3km, 290m ü.NN). Gegenüber der Straße lag einmal der Ort Pleushütte, wo schon seit 1532 über 300 Jahre lang ein Eisenwerk existierte. Ein Dorf mit zwei Dutzend Häuser, eng zusammengebaut, und der Kirmessaal. 16 Meter Wasser beendeten 1957 die dörfliche Einheit. mit der zweiten Ausbaustufe der Rurtalsperre. Die Häuser in Einruhr wurden teils an einem höheren Punkt wieder aufgebaut. Das Gesicht des ehemals stillen Bauerndorfes hat sich nach der Aufstockung der Talsperre Schwammenauel grundlegend geändert. Das Dorf am See ist zu einem schmucken Ferienerholungsort gewachsen. Für uns gibt es jetzt ausreichend Möglichkeiten hier einzukehren und sich in den Touristenstrom einzufügen.

 

       

Einruhr, das Dorf am See

 

Eifelblick "Wolfshügel"

 

Rurtal von Dedenborn nach Einruhr

 

 Sicher ist dem aufmerksamen Leser aufgefallen, dass Rur ohne „h“ und Einruhr mit „h“ geschrieben wird. In älteren Karten führt die Rur auch den Namen Ruhr, also mit „h“. Um den Fluss von der Ruhr mit „h“ abzugrenzen, wurde etwa um 1900 das „h“ aus dem Namen der Eifel-Rur gestrichen. Reste der alten Schreibweise finden sich noch in Ortsnamen wie Einruhr und Erkensruhr.

Der Wanderer trifft in Einruhr auf den „Eifelsteig“, der jetzt unseren weiteren Verlauf markiert. Gegenüber der Einmündung „Rurstraße“ wandern wir vom Uferweg einen mit Serpentinen bergauf führenden Pfad und allen Markierungszeichen weiter. Die Bänke unterwegs reizen mittlerweile nicht mehr zu einer Rast, da Bäume und Sträucher den Panoramablick auf Einruhr und den See immer mehr eingeengt haben, schade. Der nächste Schilderpfahl (13km, 357m ü.NN) lenkt uns nach rechts weiter, wo nach 200m ein weiterer Eifelblick zu erwarten ist. Aber leider wird auch hier am „Eifelblick Wolfshügel“ durch die aufwachsende Vegetation die Aussicht immer weniger. Vor 15 Jahren war der jetzige Weg noch ein wirklicher Panoramaweg. Heute ist er ein normaler Waldweg, daher werde ich künftig nur noch den Talweg nach Dedenborn wählen.

 

Jetzt wandern wir ca 2km weiter auf dem Eifelsteig, der dann auf einem Pfad bis an den Ortsrand von Dedenborn führt. Da, wo der „Eifelsteig“ links steil bergan weiterführt, wandern wir auf dem asphaltierten Weg Richtung Dedenborn und stoßen dort wieder auf die uns bekannte Strecke.

 

Information: Wanderkarte Nr. 3 „Monschauer Land, Rurseengebiet “ des Eifelvereins

 

Streckenlänge: 16km lange Rundwanderung, mit Schiff von Rurberg nach Einruhr 11,5km, bei Abkürzung von „Schöne Aussicht“ nach Einruhr 9km. Die Wanderung kann auch in Einruhr begonnen werden.

 

Schwierigkeit: anspruchsvolle Bergwanderung mit steilen, kurzen Aufstiegen, Anstiege 480m, Abstiege 480m

 

Einkehrmöglichkeit: in Dedenborn, Rurberg und Einruhr 

 

 

GPX-TrackDedenborn.gpx  (Link speichern unter) 

 

 

 

 

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Wandern weckt die Lust auf mehr