Dreiländerregion

 

Drei Grenzsteine markieren einen Punkt, an dem die Niederlande, Belgien und Deutschland zusammentreffen. Grenzenlos kann man aber heute diese Landschaft mit seiner Kultur und Geschichte erleben.

Wandertouren durch eine weite hügelige Wiesen- und Waldlandschaft, entlang knorriger Buchenreihen, durch reizvolle Bachtäler oder über sanfte Hügel laden ein, diese Landschaft zu entdecken. 

 

 

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Galmeiveilchen

 Wandel einer Landschaft

Vom Bergbau zum Naturparadies

 Auf belgischer Seite liegt eine Region, wo bereits seit dem frühen Mittelalter Bergbau betrieben worden ist. Das Vorkommen von Zink und Blei, als Galmei bezeichnet, war das begehrte Erz, das zur Messingherstellung gebraucht wurde. Die frühe Bergbaugeschichte ist besonders dem Umstand zu verdanken, dass die Erze stellenweise bis an die Erdoberfläche reichten.

Der Name „Galmei“ spiegelt sich in dem in dieser Gegend liegende Ort „Kelmis“ bzw. in der französischen Variante „La Calamine“ wieder. Es ist eine vom Bergbau geprägte Landschaft, deren Spuren bis heute von der Natur wieder zugedeckt und zu einem außergewöhnlichen Naturparadies umgewandelt wurden.

Erleben werden wir diesen Wandel auf der folgenden Wanderung, die über schmale Wege und Pfade, unterbrochen von kleinen Sträßchen abwechslungsreich durch eine weite Wald- und Wiesenlandschaft und die wilden Bachtäler von Göhl und Hohnbach führt.

 

 Wir starten unsere Wanderung am Parkplatz in Kelmis an der Lütticher Straße gegenüber "Möbel Adler". Der hier vorbei laufende Weg führt uns zum Casinoweiher, wo wir zunächst an der südlichen Seite des Weihers“ entlang wandern. Rechts liegt eine Abraumhalde der ehemaligen „Grube Altenberg“. Beide sind Überbleibsel des ehemaligen Bergbaus in Kelmis. Bereits im Mittelalter wurde von den fränkischen Karolingern im „alten Berg“ das Erz ausgebeutet. Der Weiher wurde eingerichtet, um das Zink aus den Steinbrüchen auszuwaschen. Der seinerzeit aus rein wirtschaftlichen Gründen angelegte Weiher präsentiert sich heute mit seinem prächtigen Schilfgürtel und den mit malerischen Bäumen bestandenen Ufern als landschaftliches Kleinod,

Der Bergbau in der „Grube Altenberg“ endete 1895. Die reiche Industrievergangenheit hat aber noch weitere Spuren in der Landschaft hinterlassen. 

 Die Halde ist heute ein naturgeschützter Bereich, den man besteigen und auf den angelegten Wegen, teils über Holzstege, rundgehen kann. Auf den ehemaligen Bergbauarealen hat sich eine seltene Galmeiflora entwickelt. Einige wenige Spezialisten haben im Laufe ihrer Evolution eine sehr hohe Toleranz gegenüber Schwermetallen ausgebildet und können so diese ökologischen Nischen unbedrängt besetzen. Ein typischer Vertreter dieser Flora ist das Galmeiveilchen, das allein in der hiesigen Region in Gelb vorkommt und gern von dem kleinen Perlmutterfalter besucht wird. 

 

       

Casinoweiher

 

wilde Göhl

 

Kletterwand

 

 Am Ende kommt man hinunter an die Göhl. Diese fließt über kleine Katarakte und zeigt hier besonders wilde und idyllische Züge. Wieder am See halten wir uns rechts und wandern die Göhl aufwärts. Rechts zur Göhl stehen noch Überreste eines mit Pfeiler vorhandenen Zaunes. Auf der linken Seite taucht dann eine hohe Felswand auf. Ein Fußpfad führt bis an die Wand heran. Sie ist eine Übungswand des deutschen Alpenvereins. Wieder auf dem Hauptweg zurück kann man auch den direkt an der Göhl entlang führenden Trampelpfad benutzen. Dieser stößt vor einer steinernen Brücke auf ein Sträßchen, das nun rechts hinauf zur Emmaburg führt. Die Burg liegt rechts oben auf dem Felsplateau, ist aber leider durch die Bäume nicht zu sehen. 

 

Erstmals erwähnt wird die Eyneburg im Jahre 1260. Zu der Zeit befand sich die Burg als ehemaliges Lehen des Aachener Marienstiftes im Besitz des Rittergeschlechts von Eyneberghe. Im Volksmund hält sich die Bezeichnung Emmaburg, die auf einer Legende aus dem 19. Jahrhundert beruht, derzufolge Emma, eine Tochter Karls des Großen, sich hier mit ihrem Geliebten Einhard, der als Freund und Biograph ihres Vaters am Hofe lebte, getroffen haben soll.

  

       

Emmaburg

 

Limburgerweg

 

Weiher am Wegesrand

 

 Es geht nun rechts, begleitet von Resten der Burgmauer, aus dem Göhltal hinauf zur Burg, die dann nach dem Ende des Waldes zu sehen ist. Still liegt sie da mit spitzgiebeligen Türmchen, weiten Dächern, trutzige Mauern und viel Fachwerk. Leider ist sie seit einigen Jahren nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich.

So biegen wir auch schon in der Rechtskurve vor einem kleinen Teich links ab und wandern hier zunächst am Waldrand mit den Wegmarkierungen (grünes u. gelbes Rechteck) weiter leicht ansteigend. Nach 400m führen uns die Markierungen rechts in den Wald. Am Ende stoßen wir auf die „Königstraße“, der wir nun 200m nach links folgen. Hier führt der „Limburgerweg“ als Hohlweg geradeaus mit dem Wegweiser „Luisenstollen“. Es ist ein schattiger Weg, der stellenweise nach starkem Regen sehr matschig sein kann. Der „Limburgerweg“ stößt am Ende auf die Zufahrt eines einzelnen Hauses. Die anschließende Hauptstraße wird überquert und Richtung „Hammerbrücke u. Luisenstollen“ entlang der Göhl gewandert. Links entdecken wir zwischen den Bäumen einen kleinen Weiher. Nach ca. 200m, auf der anderen Bachseite liegt ein ehemaliger Steinbruch, hier können wir den Teerweg verlassen und direkt am plätschernden Bach den Trampelpfad nehmen. Im April ist der Boden weiß bedeckt mit Buschwindröschen. Wenn diese verblüht sind wechselt im Mai die Farbe zum Blau des „Immergrün“. Wieder auf dem Teerweg zeigt ein Schild „Campingplatz“ nach links. Hier liegt 20m rechts von der Straße der Eingang zum „Luisenstollen“. Von hier wurde ein Stollen zum 633m entfernten Schacht getrieben, so konnte die gewonnen Erze schneller gefördert werden. Das Zinkerz wurde auf einem von Pferden gezogenen Schienenwagen entlang der Göhl nach Kelmis zur Wäsche gebracht. 1923 wurde das Bergwerk nach 45 Jahren wegen zu großer Wassermengen und Laufsand stillgelegt.

 

       

entlang der Göhl

 

Luisenstollen

 

Hammerbrücke

 

 Vom Stollen wieder zurück auf der Straße wenden wir uns Richtung „Campingplatz“. Vor dessen Grundstück wir neben einem eisernen Tor durch das Drehkreuz weiter zur in Sicht kommenden „Hammerbrücke“ wandern.

Der Viadukt über die Göhl wurde in den Jahren 1841-1843 im Verlauf der Strecke Aachen – Lüttich gebaut. Er bestand aus einer doppelten Bogenreihe mit 17 oberen und 13 unteren Bögen. Mit 40 Metern Höhe und 220 Metern Länge war es der größte  Viadukt im Verlauf der Strecke Köln - Herbesthal und bis zum Bau der Müngstener Brücke bei Remscheid (1897) der höchste Eisenbahnviadukt im Deutschen Reich. Beim Einmarsch der Deutschen nach Belgien am 10. Mai 1940 wurde der Viadukt von zurückweichenden Belgischen Truppen gesprengt, dann aber von der Besatzungsmacht schnell wieder befahrbar gemacht. Gut 4 Jahre später (am 12. September 1944) wurde der Viadukt erneut gesprengt, diesmal von den, vor den heranrückenden Alliierten, zurückweichenden Deutschen Truppen.

Wir bleiben auf dieser Seite vom Viadukt und wandern hinter einem Zaundurchlass rechts über eine Treppe hinauf zum Fuß des Bahndamms und zu einer Wiese. Spuren eines Weges sind hier nicht zu erkennen, so queren wir sie querfeldein und diagonal zum nächsten Zaundurchlass, wo auch ein Grasweg weiterführt. Rechts geht der Blick nun weit über eine hügelige Wald- und Wiesenlandschaft, aus der die Kirche von Hergenrath herausragt. Die Wiesen sind im Mai übersät mit dem gelb leuchtenden Löwenzahn.

 Unser Wiesenweg endet an einem Sträßchen, das von links durch eine Unterführung kommt. Diesem folgen wir nun geradeaus. Ein Blick durch die Unterführung zeigt uns eine elegant gestaltete Brückenkonstruktion der Eisenbahnlinie. Vorbei geht es an einem modern sanierten Hof zu einem weiteren Sträßchen „Fossey“. Hier wandern wir 50m rechts, um dann links in einen unbefestigten Weg einzubiegen. Er ist mit einem gelben Kreuz gekennzeichnet und als Panoramaweg beschildert. Die Sicht ist auch weitläufig. Nach 200m und durch zwei Zaundurchlässe geht es auf einem Wiesenweg weiter. Von einer Bank können wir das herrliche Panorama über Hergenrath bis zum Aachener Wald mit dem Mulleklenkes genießen. An der nächsten Hauptstraße wenden wir uns links an der Straße entlang dem „Chateau Thor“ zu. Gegenüber der Johanneskapelle von 1736 liegt der Toreingang, der dem Schloss seinen Namen gab. Dieser wurde 1717 wahrscheinlich von dem Aachener Architekten Johann Josef Couven erstellt. Es entstand aus dem Brauhaus der alten Burg Astenet. Um 1700 wurden alte Gebäudeteile abgerissen und das Chateau errichtet, wie wir es heute kennen und sich gerne als Romantikhotel präsentiert.

 

       

Brücke Astenet

 

Chateau Thor

 

Katharinenstift

   

  

  Wir gehen rechts auf der Straße weiter Richtung „Katharinenstift und Gippenhaag“. Am Katharinenstift (Seniorenwohnheim) nehmen wir die erste Zufahrt und wandern vor der Tordurchfahrt (erbaut 1906-1907) rechts am Gebäude vorbei. Hinter dem Gebäude geht es durch ein Drehkreuz in eine Wiese, in der kein Weg zu erkennen ist und wir uns links dem nächsten Heckendurchgang zuwenden. Von dort gehen wir auf eine Baumgruppe am Lontzenerbach zu. Nach der Bachüberquerung ist halblinks der Hof „Gippenhaag“ nun unser Ziel. Hier erreichen wir durch den Zaun die Zufahrt zum Gebäude, auf der wir zur Straße gehen. Dort halten wir uns links und biegen nach 100 m rechts in den „Mühlenweg“ ein (grünes u. gelbes Rechteck). Ein Blick zurück zeigt uns noch einmal vom Katharinenstift die zurückgelegte Strecke durch die Wiesen. Bevor der Weg leicht bergab fällt haben wir noch einen herrlichen Panoramablick. Am Beginn der Linkskurve steht noch einmal eine Bank zum Rasten. Im Scheitelpunkt der Kurve verlassen wir den befestigten Weg und folgen nun mit dem grünen und gelben Rechteck dem rechts abfallenden Grasweg, wo im Verlauf die hier wachsenden Bäume mit Namen beschildert sind.

 

Der Hohnbach wird auf einem kleinen Steg überquert und wir stoßen auf die Zufahrt eines einzeln stehenden Hauses. Diese gehen wir hinauf und wandern spitzwinklig rechts auf dem Grasweg Richtung „Oskarstollen“ weiter. Es ist ein schöner schattiger Weg mit verschiedenartigen Blumen rechts und links. An der nächsten Wegekreuzung führen uns die Wegzeichen rechts zwischen Pferdekoppeln hinunter an den „Hohnbach“. Hinter dem Bach wenden wir uns nach links und folgen immer dem Hohnbachtal, das eine urwüchsige Landschaft mit teilweise kleinen Felsformationen bietet. Im April ist die Narzisse hier eine der ersten Frühlingsboten begleitet meist von ausgedehnten Flächen von Buschwindröschen. Wir kommen zu einer Freifläche, wo offensichtlich schwermetallhaltiges Material abgekippt wurde, denn im Mai ist sie bedeckt von gelb blühenden Galmeiveilchen. Es ist anzunehmen, dass die gemeinhin als Galmeiflora bezeichneten Pflanzen schon in grauer Vorzeit den Menschen das Vorhandensein erzhaltiger Böden angezeigt haben.

 

       

Am Hohnbach

 

Oskarstollen

 

Hohnbach

 

  Wir kommen dann wieder unmittelbar an den Hohnbach, wo auf der anderen Bachseite im Hang der Eingang des „Oskarstollen“ liegt.

 Im 15.Jh.wird schon die in der Nähe liegende Grube „Schmalgraf“ erwähnt, die bis 1932 in Betrieb war. 1867 wurde, um beim Abbau der Erze in tieferen Bereichen das Wasser zu entwässern, dieser Stollen gebaut und gleichzeitig dem Abtransport der Erze diente.

Ein Holzsteg führt uns nun trockenen Fußes über besonders feuchte Stellen. Der weitere Weg verläuft über bzw. neben der ehemaligen Trasse der Grubenbahn, die das Material vom Oskarstollen zur ehemaligen Erzwäsche am Casinoweiher beförderte. Von Industrie ist hier nichts mehr zu finden. Die Natur hat aus dem ehemaligen Bergbaugelände wieder ein romantisches, naturnahes Tal geschaffen, das seit 1984 unter Naturschutz steht. Über einen federnden Waldboden kommen wir an einem weiteren Stollen (Auenbergstollen) vorbei, der im Winter Fledermäusen Unterschlupf bietet. Auch hier fließt Wasser aus dem Stollen in den Hohnbach. Bärlauch bedeckt mit seinen weißen Blüten im Mai teilweise den Waldboden. Auf der anderen Bachseite leuchten die gelben Farben es Hahnenfusses. Am Ende des Waldes steigen wir rechts mit dem Pfad den Hang hinauf. 

 

       

Viadukt von Moresnet

 

Immergrün

 

Steg über die Göhl

 

 Der Blick geht hinüber nach Moresnet mit seinem Eisenbahnviadukt. Ein Fuchs bzw. ein Dachsbau, der direkt am Rand des Pfades liegt erregt unsere Aufmerksamkeit, denn frische Spuren vor den Erdlöchern zeugen von Aktivitäten. Es ist das steilste Stück der ganzen Tour. Oben halten wir uns links und stoßen bald an einen Zaun, wo wir rechts weiter wandern. Dann ist vor uns durch das Geäst der Bäume wieder der Casinoweiher zu sehen und wir wenden uns mit Wegzeichen „Grenzroute 2“ nach rechts, und gelangen hinunter an die Göhl, wo wir links wieder zum Ausgangspunkt kommen.

 

Kleiner Perlmutterfalter

 

Information: belgische Wanderkarte „Das Land der drei Grenzen“ Zwei herrliche Bachtäler mit einer außergewöhnlichen Vegetation von Frühling bis Herbst.

 

Streckenlänge: 13,5km lange Rundwanderung;

 

Schwierigkeit: leicht, kaum spürbares Auf- und Ab in einer welligen Hügellandschaft. Diese Wanderung verläuft durch Wiesen, auf Feldwegen, Pfade und auf wenig befahrenen Straßen.

 

Einkehrmöglichkeit: nur in Kelmis, Rucksackverpflegung!


GPX-Track:  Göhltal Kelmis.gpx  (Link speichern unter)
 

 

 

 

 

 

 


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Dreiländertour

 An der Grenze zu Belgien und den Niederlanden liegt mit Aachen die westlichste Großstadt Deutschlands. Der gesamte Süden und Westen der Stadt ist von Wald umgeben und ein beliebtes Ausflugsziel. Von den Bewohnern der Kaiserstadt wird der Wald liebevoll „Öcher Bösch“ genannt und dient vielen Aachenern als Rückzugsort und Oase der Ruhe.

Durch den Stadtwald führen zahlreiche ausgeschilderte Wanderwege, auf denen man die Landschaft, die Kultur und Geschichte der Dreiländerregion hautnah erleben kann. Hierhin führt uns die heutige Wanderung. Dominierendes Thema der Tour ist der Landgraben, der einst die Außengrenze des Aachener Reiches bildete und dessen Verlauf entlang der heutigen Grenze zu Belgien gut erkennbar ist.

 

Vaalserberg, links Baudouin-Turm rechts Wilhelmina-Turm

 

Wir starten am Parkplatz an der Lütticher Straße gegenüber der "Waldschenke" (284m). Rechts vor der Gaststätte beginnt der „Karlshöher Talweg“. Hier können wir auf einer Informationstafel uns schon einmal den Verlauf der anschließenden Wanderung ansehen. Wir werden überwiegend auf der „Route 4“ unterwegs sein. Auf dem Sträßchen wandern wir ca. 150m bergan und biegen dann links in den "Südweg" ein. Ein kurzer Anstieg (ca. 35 Höhenmeter) bringt uns ein Stück den „Preußberg“ hinauf. Bequem geht es weiter durch einen schönen lichtdurchfluteten Mischwald, auch nach dem Überqueren einer Straße. Wir stoßen auf eine Wegekreuzung mit drei asphaltierten Wegen. Wir folgen geradeaus dem Holzschild „Mulleklenkes“. Was für ein seltsamer Name? Aber es ist der offizielle Name des Aachener Fernmeldeturms. Der Aachener weiß, was gemeint ist. Auf Öcher Platt (Aachener Dialekt) heißt "mullen" schwätzen und mit "Klenkes" wird der abgespreizte kleine Finger der rechten Hand bezeichnet, der das Erkennungszeichen der Aachener ist. Schon nach 200m blicken wir an dem 133m hohen Turm nach oben. 1984 wurde er hier auf der „Karlshöhe“ errichtet.

 

   

   

Waldschenke

 

Mulleklenkes

 

Adlerstein am Landgraben

 

 Der Weiterweg ist jetzt wieder unbefestigt und wir erreichen eine Wegekreuzung mit dem querenden "Moresneter Bittweg" (2,5km, 330m), der gleichzeitig auch mit der „Jakobsmuschel“ markiert ist und eine Passage des Jakobswegs nach Santiago de Compostela ist. Es ist eine breite heute noch benutzte 8km lange Prozessionsstraße, die vom Preusweg in Aachen zum Marienwallfahrtsort Moresnet-Chapelle führt. Links zeigen verschiedene Grenzmarkierungen die Grenze aus verschiedenen Zeitepochen. Buchenhecken und Gräben dienten seit dem späten Mittelalter als Grenzbefestigungen. So bildete auch hier zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert der Landgraben die Außengrenze des Aachener Reiches. Diese grüne Stadtmauer war nur an wenigen bewachten Durchlässen, den sog. „Grindeln“, möglich. Diese wurden nachts mit Balken bzw. Schranken abgesperrt. Der Wall ist auch heute noch weitgehend zu erkennen. Die Gräben sind dagegen meist zugeschüttet oder zu Wegen verfüllt. Reste des ehemaligen Baumbestandes können wir noch hinter der Wegekreuzung erahnen, denn die Hecke wurde auch nach Ende des Aachener Reiches noch bis vor 100 Jahren von den Förstern erhalten. 

Der Grenzverlauf wurde zu Beginn des 17. Jh´s mit Adlersteinen markiert. Auf der linken Seite zwischen alten Buchen finden wir noch einen von ehemals 138 Exemplaren. Der eingemeißelte Adler, das Aachener Wappentier, gab den Steinen den Namen. Ein Stein mit der Aufschrift „1018“ markiert die heutige Grenze, wobei ein Holzschild noch einmal deutlich macht, dass dort das Königreich Belgien ist.

 

Wir wandern mit dem Bittweg nun auf belgischem Boden weiter und verlassen damit zunächst die Route „4“. Nach ca. 600m geht es an einer Wegekreuzung mit Kreuz (3,1km, 345m) auf dem „Königsweg“ Richtung „Dreiländereck“. Seit 1615 unterstand dieses Waldgebiet der Obhut der Herzöge von Burgund und trägt seither den Namen „Königswald“. Nach 300m wenden wir uns rechts dem Pfad zu, der als „Geusenweg“ bezeichnet ist (3,5km, 332m). Der Weg geht nun leicht bergab und hat durch abfließendes Wasser einen Hohlweg geschaffen, was wiederum auf einen alten Weg hindeutet. Er diente seit Mitte des 16. Jhs den unter spanischer Krone verfolgten Protestanten, „Geusen“, als Kirchweg. Die Niederländer hatten sich von der streng katholisch, spanischen Herrschaft befreit und in ihrem Territorium den protestantischen Glaubensgemeinschaften freie Religionsausübung erlaubt. So kamen sie jeden Sonntag aus dem spanisch beherrschten Flandern nach Vaals, wo seit 1558 bis 1800 für sie eine wallonische Kirchengemeinde bestand. 

 

 

 

   

 

Geusenweg

 

Dreiländerpunkt

 

höchster Punkt der Niederlande

 

 Am Ende der Gefällestrecke, die nach Regentagen sehr matschig ist, endet verständlicherweise auch der Hohlweg. Rechts begleitet uns in dem kleinen „Dorbachtal“ freies Wiesengelände bis vor uns auch der Wald an der deutsch-belgischen Grenze am Grenzstein 1026 endet (4,0km, 288m). Wir verlassen nun den „Geusenweg“, der weiter geradeaus führt, und steigen auf dem Pfad links entlang der Grenze bergan. Mit jedem Höhenmeter wächst rechts die Aussicht zum „Lousberg“ und den Halden der ehemaligen Kohlengruben des Wurmreviers. 

 

Baudouin-Turm

  Der Aufstieg endet auf dem Vaalserberg. Er ist wahrlich eine Attraktion für Touristen, weil hier drei Staaten,. Belgien, die Niederlande und Deutschland zusammentreffen. Dieser Punkt ist mit drei Grenzsteinen markiert. Ebenfalls von Grenzsteinen eingerahmt präsentiert sich 30m weiter mit 322,5m der höchste Punkt der Niederlande (4,8km). Auf belgischem Boden lädt der Baudouinturm, der nach dem belgischen König Baudouin benannt wurde, zu einer phantastischen Aussicht ein. Für nicht schwindelfreie Besucher ist der Fahrstuhl, der sie in Sekunden zum Panoramaraum bringt, wohl die angenehmere Variante, denn der Aufstieg per Pedes auf der freien 30m hohen Außentreppe mit Blick in die Tiefe, lässt bei Manchem ein beklemmendes Gefühl aufkommen. Wer letztendlich noch auf die Dachterrasse will, muss wohl oder übel, auch die Fahrstuhlfahrer, die Außentreppe der obersten Etage benutzen. Belohnt werden alle mit einer einzigartigen 360 Grad Aussicht über Belgien, die Niederlande und Deutschland. Ein Fernglas optimiert jetzt noch die Aussicht und lässt zur Orientierung Details noch deutlicher erscheinen. In südwestlicher Richtung tauchen aus dem Grün des Waldes Eisenbahngleise auf. Sie gehören zu einer Güterbahnlinie, die mit einer Länge von 870m durch den Vaalserberg verläuft und hier wieder ans Tageslicht kommt. Dieser Gemmenicher Tunnel wurde 1872 als zweigleisige Strecke von Aachen nach Lüttich errichtet. 

 

Blick auf Aachen mit Klinikum u. Lousberg

 

 Auf niederländischer Seite entdecken wir einen weiteren Aussichtsturm, den Wilhelmina-Turm. Dort kann man die hölzerne Außentreppe bedenkenlos besteigen oder auch den Fahrstuhl nehmen. Diejenigen, die dann zusätzlich noch Nervenkitzel erleben möchten, können vom „Skywalk“ die Aussicht genießen.

 

   

   

Blick nach Südwesten

 

Aachen

 

Am Dreiländerpunkt

 

 Nach dem aussichtsreichen Besuch auf dem "Baudouin-Turm" machen wir anschließend auf der Außenterrasse eines der vielen Restaurants eine gemütliche Rast. Das hier oben befindliche „Dreiländereck-Labyrinth“, ein Hecken-Irrgarten mit zusätzlichen Türen und Wasserfontänen, zählt bei Kindern zu einer besonders beliebten Attraktion.  

Wilhelmina-Turm

 

Beschreibungstext neben dem BildDer Weiterweg führt uns vom höchsten Punkt der Niederlande mit den Wegzeichen „1“ und „6“ entlang der deutsch-niederländischen Grenze Richtung Norden bis wir links einen Parkplatz und den Wilhelmina-Turm sehen. Mitten auf unserem Wanderweg stehen zwei Grenzsteine (5,6km), auf einem erkennen wir den schon bekannten Adler der Stadt Aachen. Es ist ein weiterer Adlerstein. Der andere markiert die heutige Grenze zu den Niederlanden. Wir wandern zwischen den beiden Steinen weiter geradeaus bis zum Waldrand, wo wir uns rechts halten und von dem mit „1“ und „6“ markierten Weg einen herrlichen Blick auf Vaals erhalten. Dieser Weg ist gleichzeitig auch Teil eines Naturerlebnispfades, der mit einem Dachs gekennzeichnet ist und dabei auf unterschiedlich langen Routen zu erleben ist. Entdecker-Stationen laden unterwegs zum Mitmachen und Naturerleben ein. 

 

Da wo die Markierung nach rechts zeigt, gehen wir weiter geradeaus am Waldrand entlang. Der Weg endet am Buchweg, den wir rechts leicht bergan weitergehen und wieder auf die blaue Dachsroute stoßen, die wir nun links weiter folgen. Hinter der Station 8 führt die blaue Erlebnisroute auf dem befestigten Weg rechts durch den Wald zurück zum Dreiländerpunkt. Wir wenden uns hier aber nach links und genießen vom Waldrand die freie Sicht zum Lousberg. 

 

 

Von links: Vaals, Vaalserquartier, Klinikum, Lousberg

 

Wir finden auch wieder die Markierung „4“, die uns jetzt bis zum Ende der Wanderung den Weg zeigt. Den Dreiländerweg folgen wir bis zum "Türmchen Beeck" einem der ehemals acht Wachtürme des Aachener Reiches, (7,9km, 260m). Es handelt sich um einen Wehrbau aus dem 15. Jh., bestehend aus einem Bruchsteinsockel mit einem Fachwerkbau. Die Wachtürme dienten der Verteidigung sowie feld- und forstpolizeilichen Zwecken. Alle waren so am inneren Landgraben positioniert, dass es möglich war, Nachrichten per Rauchsignal an den „Langen Turm“ in der Innenstadt zu senden. Hier treffen wir auch wieder auf den „Geusenweg“, der hier asphaltiert ist und dem wir nun folgen. Vor uns reckt sich der „Mulleklenkes“ aus dem Wald. 

 

       

Türmchen Beeck

 

alte Buchen am Landgraben

 

Totholz

 

 Nach 200m biegen in den links abgehenden Pfad ein. Auch hier haben wir es wieder mit einem Hohlweg zu tun. Diese nahezu versteckte Hohlwegverbindung zwischen Geusenweg und „Reinartzkehl“ war nach dem Zweiten Weltkrieg als „Kaffeegasse“ bekannt, da sie den Schmugglern als nicht einsehbarer Schlupfweg diente. Wir erreichen das Gut Reinartzkehl, dass einst Lehen des Aachener Marienstifts war. Heute ist hier eine Reitschule. Es ist der tiefste Punkt unserer Wanderung (8,6km, 242m). Die Markierung führt uns rechts um die Stallungen und vor dem Gutseingang links unter die Eisenbahn. Der Weg steigt bis zum Waldrand an. Hier lohnt sich einmal zurückzuschauen auf den Vaalserberg mit seinen zwei Aussichtstürmen. Oben im Wald angekommen führt uns die „4“ links auf einem angenehmen Waldweg weiter. In einer tief ins Gelände eingeschnittenen S-Kurve folgen wir der Markierung nach rechts. Dieser Weg, hier entlang am Rande des „Friedrichswaldes“, ist ein besonders schönes Stück des Inneren Landgrabens, der im Süden des Aachener Reiches zusätzlich angelegt war. Er bestand aus einem Doppelwall mit einem Graben, der breit genug für zwei Reiter war. Dieser ist heute hier sehr gut zu erkennen. Die über 200 Jahre alten Buchen haben besonders bizarre und absonderliche Wuchsformen ausgebildet. Die alten Hainbuchen brechen nach einiger Zeit, wenn sie nicht mehr geschnitten werden, auseinander und die Bäume verrotten dann. Sie regenerieren allerdings oft wieder durch Stockausschlag, was wir hier auch beobachten können. Der Pfad führt auf dem Wall geradeaus weiter mit Aussichten auf Aachen. 

  

       

neues Leben wächst

 

Treppenabgang vom Landgraben

 

durch diese hohle Gasse geht es weiter

 

 Am Ende erreichen wir über Treppen den „Philippionsweg“, den wir rechts weitergehen. Auch dieser ist ein Hohlweg, der uns durch einen gespenstig wirkenden „Buschtunnel“ leicht bergan führt. Oben zeigt das Wegzeichen „4“ links entlang einer Wiese mit einer herrlichen Aussicht. Im Wald werden wir nach rechts weitergeleitet und gehen s kurz darauf auf einem breiten Forstweg links weiter. Der wiederum auf den Moresneter Weg stößt und uns geradeaus zu einem Schutzpilz führt. Hier haben wir nun den „Karlshöher Talweg“ erreicht und wandern mit der „4“ und dem Hinweis „Waldschenke 0.9km“ zurück zum Ausgangspunkt.

 

Information: „GrenzRouten“ Broschüre mit Wanderkarte der Stadt Aachen ( www.grenzrouten.eu ) Fernglas ist nützlich

 

Streckenlänge: 12,0km lange Rundwanderung;

 

Schwierigkeit: leicht, kaum spürbares Auf- und Ab in einer welligen Hügellandschaft. Auf- und Abstieg: 210m, Diese Wanderung verläuft meist auf unbefestigten Wege und Pfade.

 

Einkehrmöglichkeit: Waldschenke am Startpunkt  www.waldschenke.homepage.t-online.de , mehrere Restaurants am Dreiländerpunkt

 

GPX-Track:  Landgraben.gpx  (Link speichern unter)
 

  


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Aussichtsreiches Geultal

 Faszinierende Ausblicke rund um Epen

  

unsere Wanderlandschaft

 

 Im Süden des Aachener Waldes, aber schon auf belgischer Seite, entspringt auf der Hebscheider Heide ein kleines Flüsschen, dass durch eine liebliche sanfte Hügellandschaft erst 21 Kilometer durch Belgien und anschließend 35 Kilometer durch die Niederlande bis in die Maas fließt. Es ist die Göhl (niederländisch Geul, französisch Gueule), deren Name von dem germanischen Wort „Galia“ abstammt, was soviel bedeutet wie enger, kurvereicher Fluss. Auf niederländischer Seite werden wir den mäandernden Verlauf bei einer Wanderung eindruckvoll erleben.

Starten wollen wir unsere Runde im niederländischen Südlimburg in dem kleinen Ort Epen. Für die Niederländer ist diese Gegend die höchstgelegene ihres Landes und daher sehr beliebt. So gibt es in und um Epen Hotels mit dem Namen „Berg und Tal“. „Berghof“ und „Alpensicht“. Sie lassen eine bergige Landschaft erahnen, ja, sie wird sogar in Anlehnung an die Schweiz liebevoll als „Limburgsche Schweiz“ bezeichnet.

 

Wenn wir aus Aachen über Vaals anreisen finden wir an der „Wilhelminastraat“ den „Patronaatsplei“. Hier können wir bequem parken (P2“). Zunächst gehen wir bis zu der Straßenkreuzung und biegen dort links mit der Markierung gelb und blau in den „Bovenpad“ ein, um anschließend den Fußweg (Terpoortenerkerkpad), hinunter zum „Molenweg“ zu wandern. Es ist ein auffallender Hohlweg, von denen wir bei unserer Wanderung noch einige treffen werden. Oft haben sie sich mehrere Meter tief in das Gelände eingeschnitten. Entstanden sind die Einschnitte aufgrund der fortwährenden Nutzung durch Fuhrwerke, Frachtverkehr und Viehtrieb. Die starke Beanspruchung rief im Erdgrund Rillen hervor, die mit der Zeit vom Regen immer weiter ausgewaschen wurden. Hier hat man zur Sicherung den Boden befestigt und für das Wasser eine Ablaufrinne angelegt.

Am Ende geht es rechts weiter bis zur Hauptstraße, wo links das Restaurant „Smidse“ liegt. Der Name erinnert an die einst hier betriebsame Schmiede, als Ackerpferde noch nicht von Traktoren ersetzt wurden. Heute ist sie zu einem kleinen beliebten Ausflugslokal umgebaut, das gerne von Besuchern angenommen wird. 

 

       

Restaurant/Café "Smidse"

 

Mäandernde Geul

 

Volmolen

 

Auf der anderen Straßenseite führt uns die Markierung nach einem für die Gegend typischen Drehkreuz in eine Wiese, die schon bald links von der Geul begrenzt wird. Gleichzeitig wandern wir jetzt auf der „Via Gulia“, dem Wanderweg, der entlang der „Geul“ von der Quelle bis zur Mündung (blau-weiß blau) verläuft. Vor uns kommen die Gebäude einer Mühle in Sichtweite, die „Volmolen“. Sie hat ihren Ursprung im Jahre 1882 und diente im Laufe ihrer Geschichte unterschiedlichen Zwecken: Erst wurde sie für die Tuchindustrie eingesetzt. Später dann für eine Spinnerei und heute wird in ihr wieder Korn gemahlen. Allerdings nur zur Futterherstellung. Im Laufe der Zeit wurde sie mehrfach Opfer eines Brandes, so dass nicht alle Teile ursprünglich sind.

Der Name leitet sich von „vollen” (walken) ab. Wir haben es mit einer ursprünglichen Tuchwalkmühle zu tun. Dazu brauchte man u.a. Urin. Daher wurde sie auch als „Stinkmolen“ bezeichnet und sie liegt nicht von ungefähr entfernt vom Ort. Zweimal im Monat ist die Mühle samstags für die Öffentlichkeit geöffnet.

Über einen kleinen Steg queren wir die Geul und gelangen in den gepflasterten Innenhof, den wir durchqueren und an den Mühlenbach gelangen. An der rückwärtigen Gebäudeseite dreht sich das mächtige Mühlenrad und liefert u.a. Strom. Zweimal im Monat ist die Mühle für die Öffentlichkeit geöffnet. Dann wird Korn gemahlen

 Über die gepflasterte Zufahrt stoßen wir auf den asphaltierten „Plaatweg“, den wir links weitergehen. Links unten an der Geul erkennt man einen Wasserschieber, der das Wasser durch den Mühlengraben zum Wasserrad leitet. Gegenüber einer mächtigen Eiche wandern wir den Fußpfad mit den bekannten Markierungen zur Geul. Auf der anderen Seite durchqueren wir eine weitläufige Wiesen- und Tallandschaft, durch die sich die Geul schlangenförmig windet, begleitet von etlichen Sträuchern und Bäumen. In den Pappeln fallen besonders die vielen kugelförmigen Gebilde auf, die sich in den Baumkronen festgesetzt haben. Es sind Misteln, eine halbparasitäre Pflanze, die auch unter dem Namen „Hexenbesen“ bekannt ist, weil eine Ähnlichkeit mit Besen älterer Machart aus einem Stecken und Birkenzweigen besteht. Glaubt man den alten Legenden, dann entsteht das wirre Durcheinander der Zweige, wenn nachts fliegende Hexen und Dämonen sich auf den Ästen der Bäume ausruhen.

  

       

verhexte Geul

 

Heimansgroeve

 

schattiger Hangpfad

 

 Im weiteren Verlauf stoßen wir am Talhang auf die alte Karbongrube „Heimansgroeve“. Hier fand der Naturforscher Eli Heimans um 1911 die ersten Fossilien, daher auch der Name. Doch noch heute können junge und alte Hobbyarchäologen mit etwas Ausdauer auf einen der besonderen 300 Millionen alten Gesteinsfunde stoßen. Wir kraxeln den Trampelpfad hinauf mit schöner Aussicht zur Geul bis zu dem oben verlaufenden Weg, den wir rechts weiter und wieder hinunter wandern. Dabei stoßen wir auf diejenigen, die ohne Anstrengung am Fuße der Böschung entlang gegangen sind.

Der im Talhang weiterführende schöne Waldweg endet an einem Drehkreuz, hinter dem ein breiterer Weg folgt. Hier liegt links über uns der „Birversberg Hoeve“. Am Wegesrand finden wir einen Stein, von denen wir im weiteren Verlauf unserer Tour noch einige antreffen werden. Sie beschreiben jeweils das Rinnsal bzw. den Bach, der gequert wird und in die Geul fließt. An einem Geulsteg kommt ein weiterer Wanderweg hinzu. Wir bleiben aber auf dieser Seite und verlassen nun die „Via-Gulia“ und wandern links den Weg, mit blauen Pfählen markiert, bergan. Unterwegs bietet sich bei einem Rückblick ein schönes Bild über das Geultal mit einem Campingplatz hinüber zu dem Ort Sippenaeken. Hinter dem Hof „Termoere“ wandern wir an einem weiteren Campingplatz vorbei und passieren zwei rechts und links liegende alte Fachwerkhäuser. An der nächsten Wegekreuzung biegen wir links (blauer Pfahl) ab. Es ist ein tief eingeschnittener Hohlweg, der uns auf die Höhe bringt, wo der Aufstieg mit einem herrlichen Panorama belohnt wird, das man hier auch von einer Bank genießen kann. 

 

       

Einer von vielen Hoglwegen

 

Blick übers Geultal nach Epen

 

Aussichtsreicher Wanderweg

 

 Am Ende des Weges erreichen wir die Straße Epen – Vaals und müssen nun links an dieser 700m entlang wandern, aber diese ungeliebte Strecke wird mit einer schönen Aussicht entschädigt. Meist können wir einen Trampelpfad bzw. einen abmarkierten Radfahrstreifen am Straßenrand nutzen. Ein blauer Pfahl markiert dann links einen von der Straße abwärts führenden Weg. Aussichtsreich führt der Weg vorbei an der schön gelegenen und zu Aktivitäten einladenden Gruppenunterkunft „Paradijsvoegel“, hinter der wir auf einen asphaltierten Weg stoßen. Dieser bringt uns rechts wieder bergan zur Straße. Hier liegen ein Parkplatz, wo ebenfalls diese Wanderung begonnen werden kann, und das Restaurant „Buitenlust“, das uns jetzt zu einer kleinen Einkehr einlädt. 

 

   

   

Restaurant "Buitenlust"

 

wilde und

 

ungebändigte Geul

 

 Weiter geht die Wanderung an der rechten Seite des Restaurants auf einen am Waldrand entlang führenden Weg (gelb/rot markiert) mit schönen Blicken ins Geultal. An der nächsten Wegekreuzung nehmen wir den linken abwärts führenden Weg, der schließlich mit einem Hohlweg an dem „Bommerigerweg“ endet. Schräg gegenüber wandern wir mit blauer und gelb/roter Markierung bis zu der Hauptstraße, an der wir rechts Richtung Geul gehen.

Bei gutem Wetter kann man die Freilufteisdiele „Wingberger-Hoeve” nicht übersehen. Weiter zurück liegt links das Lokal „Wingbergermolen“ mit seiner unmittelbar an der Geul liegenden hölzernen Terrasse.

Wir betreten vor der steinernen Geulbrücke durch ein Drehkreuz rechts die Wiese und wandern nun wieder auf der „Via Gulia“ nach Mechelen.

Wir haben nun die Hälfte der Wanderstrecke (7,5km, 105m) geschafft und wer möchte, kann seine Wanderung hier abkürzen und in der Straßenkurve hinter der Geulbrücke den Wirtschaftweg bergan zurück nach Epen (0,7km) gehen.

Wir begleiten weiter den mäandernden Fluss, der in einer einzigartigen Weise sein Bett gegraben und geformt hat. Steil abfallende Böschungen, entwurzelte Bäume kennzeichnen links und rechts seinen Lauf. Der Wanderweg verläuft ohne diese vielen Geulschleifen ein Stück am Fuße des Talhangs entlang und anschließend durch die Wiesen bis zum „Hurpescheweg“. Auf dem geht es einige Meter nach links, um dann wieder mit einem Drehkreuz rechts weiter flussabwärts über die Wiesen zu wandern. 

 

   

   

typisches Drehkreuz

 

Hotel "Hoeve de Plei"

 

Blick zurück nach Mechelen

 

 In Mechelen gehen wir den „Beukenweg“ bis zur „Hoofdstraat“. Hier folgen wir links am "Longbergbeek" entlang der Markierung der „Via Gulia“ noch einige Meter, bevor diese rechts in eine Gasse verschwindet. Wir wandern weiter und biegen nach Überquerung der Geul am Hotel „Hoeve de Plei“ rechts Richtung „Vinkenhof“ ein. Der nächste links abgehende Weg (gelb) führt uns dann aus dem Tal hinauf auf die Höhe. Es handelt sich hier, wie bisher schon bei den bergab bzw. bergauf verlaufenden Wegen, um einen Hohlweg, der uns leider eine Aussicht versperrt. Wir finden dann aber auf halben Weg einen Pfad zur Böschungsoberkante und eine Bank mit einem herrlichen Panoramablick nach Norden. In der Böschung haben Dachse Höhlen gebaut. Ein gelber Pfahl leitet uns dann vom Hauptweg links ab durch ein Drehkreuz zu einer Wiese. Vorbei an einer Viehtränke, die sich bereits zu einem kleinen Biotop entwickelt hat, steigen wir die Holzbalkenstufen hinauf (gelber Pfahl) und betreten hinter einem weiteren Drehkreuz den „Schweiberger Bosch“. Hier haben fromme Menschen links eine kleine Mariengrotte anlegt. Auf einem kleinen Bergrücken führt der Pfad weiter bergan. Man glaubt in einem Mittelgebirge zu sein, rechts und links fällt das Gelände ab. Bald führt der Pfad wieder hinunter und es bietet sich links bei einer Wiese ein schöner Talblick, der aber um so mehr fasziniert als der Wald talseitig endet und ein imposanter Fernblick vor uns liegt. 

 

       

Mariengrotte

 

Schweiberger Bosch

 

Blick zum Weiler Bissen

 

Auf der rechten Seite finden wir eine Bank mit einem dahinter liegenden Kreuz. Eine Info-Tafel, leider nur auf Niederländisch, weist auf eine kleine Kiesgrube hin. Die schöne Fernsicht bleibt uns auch noch erhalten bis wir in dem Weiler Bissen auf eine Wegekreuzung stoßen. Zunächst geht es links auf dem „Dal Bissenweg“ weiter. Aber schon nach ca 100m biegen wir rechts ab und wandern, begleitet von schwarzen Pfälen, leicht aufwärts nach Schweiberg, wo rechts an der Dorfstraße „Schweibergerweg“ der ehemalige Dorfbrunnen zu finden ist. Kurioserweise wird aber heutzutage davon abgeraten das Wasser zu trinken. Wenige Meter weiter an der Wegeeinmündung steht ein Kreuz mit einer fast mannsgroßen Christusfigur. Hier folgen wir dem abgehenden Weg (schwarze Pfäle), der uns an den Rand von Epen bringt. Wir gehen aber noch nicht in den Ort, sondern nehmen den rechts zwischen Hecke und Wiese bergan führenden „Bornbergervoetpad“. Es lohnt sich unterwegs ab und zu mal umzuschauen, denn die Sicht wird immer weitläufiger, sogar eine Bergehalde des ehemaligen Aachener Kohlereviers taucht am Horizont auf und auch die weißen aufsteigenden Dampfwolken des Kraftwerkes von Weisweiler sind ausmachen.

 

       

Beschreibungstext

 

Letzter Aufstieg

 

De Pannekoek

 

Oben geht es vorbei an Ferienapartments und dem Hotel sowie anschließend links zur „Julianastraat“. Rechts befindet sich das Pfannekuchenhaus „De Pannekoek“. Hier gibt es Variationen dieser beliebten Limburger Spezialität die wir bei einer Einkehr gerne probieren wollen. Dazu kann man bei schönem Wetter draußen die fantastische Fernsicht genießen. Nach der schmackhaften Pause queren wir die Straße und wandern links zum Parkplatz vom Hotel „Ons Krijtland“ und rechts nun hinunter nach Epen. Hier Kann man einmal stehen bleiben und sich an der einzigartigen Fernsicht erfreuen, die über eine weitläufige Hügellandschaft mit grünen Wiesen und fruchtbaren Feldern bis weit in die Eifel reicht. Über die „Heerstraat“ kommen wir wieder zu unserem Ausgangspunkt.

  

Epen

 Man stellt sich die Niederlande eigentlich nur als ein relatives flaches Land vor. Da sind wir hier eines Besseren belehrt worden. Wir haben ein tolles und abwechslungsreiches Wandergebiet heute erlebt. Eine wunderschöne hügelige Landschaft mit fantastischen Fernsichten und dazu gibt es ausreichende Gelegenheiten, in einer der vielen, netten Kneipen oder Restaurants unterwegs einzukehren.

 

 

Information: Wanderkarte Nr.32 „Zuid-Limburg“ von Falk,

  

Streckenlänge: ca. 15,2km, Abkürzung 8,2km nach 7,5km ab „Wingbergermolen“,

 

Schwierigkeit: wiederholtes leichtes Auf- und Ab, Auf- bzw Abstiege 340m

 

Einkehrmöglichkeit: große Auswahl in Epen, Mechelen und unterwegs

 

GPX - Track:  Epener Runde.gpx (Link speichern unter )

 

 

 

 

 

 

 

 

Touren:   Wandel einer Landschaft l Dreiländertour l Geultal l Lila Land l Wurmtal 1 l Wurmtal 2

 

 

 

 

Lila Land

Kreuz und quer durch die Brunssummerheide

 

 

 

Lila Land

 

 

Ein wunderschönes Naturschutzgebiet liegt auf der niederländischen Seite zwischen den Orten Heerlen, Brunssum und Landgraf, das viel Abwechslung zu bieten hat. Man wandert durch eine einzigartige hügelige Heidelandschaft, die besonders im August und September geprägt ist von der lila Farbe des Heidekrauts. Ergänzt wird die Landschaft mit Strauchheiden, Sümpfen, Feuchtgebieten, Teichen, kleinen hochmoorartigen Vegetationseinheiten, Kiefernwäldern, Bruchwäldern, Seen und offene Sandgebiete. Ein kleiner Bach sorgt mit einem weißen Sandstrand für ein beliebtes Planschvergnügen.

 

Ausgangspunkt ist der Parkplatz am Ende des „Schaapskooiweg“ in Heerlen. Wer von dem weiter unten liegenden Parkplatz startet geht bis ans Ende und dort vor der Steinmauer links zum nahe gelegenen Besucherzentrum, wo man Informationen einholen kann und einen Flyer mit den farblich gekennzeichneten Wanderwegen bekommt. Diese gibt es in den unterschiedlichsten Längen und können auch gegebenenfalls kombiniert werden. Die Markierung besteht aus Farbbänder an Wegepfosten. Da es dazwischen auch noch unmarkierte Wege gibt, ist es ratsam sich kundig zu machen, da man schnell, obwohl das Gebiet nicht all zu groß ist, die Orientierung verliert. Die bis zu 30m hohen Sanddünen mit kleinen Waldpassagen lassen oft auch nur eine eingeschränkte Übersicht zu.

 

Die folgende Wanderung ist eine individuelle Tour, bei der wir auf markierten und unmarkierten Wegen und Pfaden unterwegs und die schönsten Stellen der Heide durchreifen. 

Vom Besucherzentrum wandern wir links mit der dunkelgrünen und dunkelblauen Markierung. Schon nach wenigen Schritten öffnet sich der erste Blick auf eine lila leuchtende Heidelandschaft. Wir folgen dem links abbiegenden Pfad (gelb, grün, hell- und dunkelblau), der uns in einem Linksbogen mit Blick auf das Restaurant am Besucherzentrum führt. Doch vorher zweigt ein Pfad rechts ab (dunkelgrün u. dunkelblau). Aus erhöhter Lage genießen wir die Aussicht zu dem gegenüberliegenden lila Hang. Auf der angrenzenden Wiese weidet gerade eine Schafherde, die das malerische Bild einer Heidelandschaft vervollständigt. 

 

       

Besucherzentrum

 

Lila Land

 

Schafe sorgen für den Erhalt der Heide 

 

Wir wissen, dass in den vergangenen Jahrmillionen sich die Landschaften der Erde verändert und verwandelt haben. So haben sich seit der letzten Eiszeit vor ca. 10000 Jahren hier Wälder ausgebreitet. Dass uns heute aber diese leuchtenden lila Farben rundherum erfreuen, ist dem Eingriff in die Natur unserer Vorfahren zu verdanken. Als man im Mittelalter die ursprünglichen Eichen- und Birkenwälder fällte, um Wiesen und Äcker anzulegen, entstanden diese Heideflächen. Denn durch den Weidebetrieb verdorrten jedoch die Wiesen auf den höher gelegenen, trockenen Sandböden und der Heidebewuchs entstand. Lediglich Schafherden fanden noch genügend Nahrung. Dadurch, dass sie Gras und junge Bäumchen fraßen, blieb die Heide z. T. ein offenes Gebiet und der Wald konnte sich nicht mehr entfalten. Weiterhin hielten sie die Heidesträucher kurz und gesund. Gegen Ende des 18.Jh. verlor die Schafzucht an Bedeutung. Schafswolle aus dem Ausland war inzwischen viel billiger und statt Schafmist benutzte man nun Kunstdünger.

Der touristisch ersehnte Blick auf das lila Land, am besten gesprenkelt mit einer Heidschnuckenherde, wäre heute nicht mehr möglich, wenn man die Natur sich selbst überlassen würde. Um die Heide für kommende Generationen zu erhalten, müssen die sprießenden Bäume beizeiten entfernt werden, was teilweise auch heute wieder von Schafen erledigt wird. Ein gutes Beispiel für menschliches Eingreifen zeigt die hier vorhandene ehemalige Mülldeponie von Heerlen, die der Mensch inzwischen wieder zum Positiven umgestaltet hat und jetzt ein Teil dieses wunderbaren Naturschutzgebietes ist.

 

Den nächsten quer laufenden Weg folgen wir rechts leicht bergab, wo sich links ein weiteres Heidegebiet ausbreitet. Unten am Scheitelpunkt des Weges verlassen wir den markierten Weg und folgen links dem Fußpfad entlang einem kleinen Heidesee. Ein wahres Paradies für Frösche, die überall in dichteres Schilf hüpfen, als wir näher kommen. Mitten durch eine Heidefläche führt uns der Fußpfad zu einem Hauptweg. Links können wir noch zwei Graureiher beobachten, die unsere Bewegungen ebenfalls genau beäugen. 

 

       

Heideseen

 

als wunderschöne Biotope

 

Graureiher auf Beutefang

 

Maas und Rhein haben einst diese Gegend immer wieder heimgesucht und dabei Kies und Schotter abgelagert. Zum Ende der Eiszeit bliesen Westwinde aus dem trockenen, vegetationslosen Stromtal der Maas die verwehbaren Sande heraus und verfrachteten sie ostwärts. So lagerten sich unter anderem Flugsande hier ab, die mehrere Meter hohe Dünen bildeten. Der Sand war sehr gefragt und so wurde bis 1960 Bausand und Silbersand hier abgebaut. Als Reste des Sandabbaus blieben einige Heideseen zurück. Diese wurden vor einigen Jahren ausgebaggert, um zu verhindern, dass sie langsam verschlammen und für immer verschwinden. Heute sorgen sie für ein landschaftlich reizvolles Bild.

Am Hauptweg (hellblau) wenden wir uns nach rechts, wo schon nach wenigen Metern die Wanderung abgekürzt werden kann, dabei entgeht aber diesen Wanderern eine beschauliche Waldpassage mit einem malerisch gelegenen See. Sie steigen in der Linkskurve rechts zu der Sanddüne auf, um anschließend wieder abzusteigen und dem breiten Sandweg links (hell- und dunkelgrün) zu folgen.

Wir lieben die landschaftliche Abwechslung und folgen weiter der hellblauen Markierung und dem für Radfahrer befestigten Streifen, der dann aber rechts abbiegt. Die Markierung führt uns erst an dem nächsten Abzweig, wo zwei Bänke stehen, rechts weiter. 

Vor einem Zaun halten wir uns rechts und stoßen geradeaus auf einen malerisch gelegenen See, wo Angler in aller Ruhe ihr Glück versuchen. 

 

       

Koffiepoel

 

Seerosen

 

Libelle

 

Dieser kleine See wird bei den Holländern wegen seiner bräunlichen Farbe als „Koffiepoel“ bezeichnet. Er ist ein altes Braunkohlebecken der ehemaligen Zeche „Brunhilda“. In der Zeit nach dem ersten und zweiten Weltkrieg, wo Energie knapp war, fand hier im Tagebau der Abbau von Braunkohle statt. Heute hat sich die Natur das Gebiet zurückerobert.

Weiter geht es links über einen Parkplatz bis zum Ende und dort rechts auf dem Fußweg ohne Markierung um den See auf der Böschungsoberkante entlang. Hinter einem Rastplatz steigen wir zum Wasser hinunter. Der Fußpfad stößt am Ende des Pools auf einen breiten Waldweg wieder mit der hellblauen Markierung. Ein skurriles Bild geben merkwürdig gewachsene Kiefern auf der Oberkante des rechten Hanges ab.

 Solche bizarren Formen einzelner Bäume und Sträucher hat in früheren Jahrhunderten die Phantasie mancher Menschen angeregt und ihn als Geisterwald bezeichnet. Denn wer ängstlich war und abends mal in der Dunkelheit hier nach Hause musste, sah oft im Zwielicht einer Mondnacht darin die Gestalt eines Gespenstes.

 

       

Geisterwald

 

Wüste

 

Heidebad am Rodebeek

 Der Wald öffnet sich und die Heide gewinnt wieder die Oberhand; es geht weiter geradeaus. An einem breiten tiefsandigen Weg treffen wir wieder auf die Abkürzung und wandern links auf die große weiße Sandfläche zu. Der Sand wird immer feiner, die Schicht immer dicker. Das Gehen im lockeren Sand wird schwieriger und die Sandflächen immer größer.

Vor Jahrzehnten wurde aus dem Norden der heutigen Brunssummer Heide Sand mit Kippkarren über eine Schmalspur hier abgekippt. Man wollte dort, die unter einer dicken Sandschicht lagernde Braunkohle abbauen. Die Sandfläche besteht jetzt aus richtigem Staubsand. Bei Sonnenschein herrscht auf der kahlen, heißen Sandfläche ein richtiges Wüstenklima. Dort erreichen die Temperaturen gelegentlich Werte bis zu 60°.

Wir queren die Wüstenfläche und schauen in eine Geländemulde mit einem kleinen Teich. Regenwasser sammelt sich hier von den umgebenden Hügeln und speist im weiteren Ablauf das „Rodebeek“. Am Rande ist teils ein schlammiger Sumpf entstanden mit einer entsprechenden Vegetation. Mit einem kleinen Holzsteg erreichen wir trockenen Fußes die andere Seite, wo ein kleiner Sandstrand zum Füße baden frei gegeben ist. Richtig baden kann man hier nicht, da das Wasser viel zu flach ist. Kinder können allerdings schön im Wasser plantschen. Auch Hundebesitzer lassen ihre Hunde baden, so dass Kinder und Hunde sich das klein bisschen Wasser teilen müssen.

Wir wandern mit der roten Markierung entlang der Wasserfläche in den Wald. Links des Weges lässt der Boden das Wasser nicht versickern, sodass feuchte Flächen entstehen und ein beliebtes Refugium für wasserliebende Tiere und Pflanzen geschaffen wird.

 

 

Brunssummer Heidelandschaft

 

 Ein dunkelgrün und schwarz markierter Weg führt uns dann rechts auf die Höhe mit einem phantastischen Landschaftsblick. Weiter geht es (dunkelgrün) zunächst am oberen Rand eines mit Heidekraut bewachsenen Hangs entlang und anschließend langsam wieder mit Treppenstufen hinunter zu einem Hauptweg (dunkelgrün u. rot). Rechts liegt eine große nasse Grünfläche (Hoogveen), die nicht betreten werden darf. Wir  wandern an dieser entlang bis zum Ende. Dort biegen wir links in einen Sandweg (ohne Markierung) ein und wandern in einem kleinen Tälchen hinauf. Auch hier am „Heikop“ finden wir kleine Biotope, die für manche Pflanzen und Tiere ein Rückzuggebiet sind.

Vereinzelte Ameisenhaufen sind links im Hang zu entdecken. Hier zeigt sich die Entdeckung von Prof. Ulrich Schreiber, dass Ameisen ihre Bauten stets nach geologischen Brüchen in der Erdkruste, den so genannten „Störungslinien“ ausrichten. Eine davon ist die Feldbissverwerfung, die hier durch die Brussummerheide verläuft. Auf der Nordseite der Feldbissverwerfung liegt das karbonische Grundgebirge 300 Meter tiefer als auf der Südseite. Sie ist regelmäßig aktiv. So fand z.B. 1992 hier ein Erbeben statt. 

 Am Ende wechseln wir mit einem Rechtsbogen die Richtung und durchstreifen einen Lichten Eichenwald mit Heidekraut. Der Weg endet an einem Sandweg, den wir nun links am Rand eines Talhanges weitergehen (dunkelgrün u. rot) mit einem herrlich weiten Blick über unser Wandergebiet. Links grenzt ein Zaun das Gelände eines Jugendzeltplatzes ab. Wenige Meter hinter einem Linksbogen nehmen wir den rechts abgehenden Fußpfad ohne Markierung. Rechts gestaltet die lila Farbe des Heidekrauts die Landschaft.

 

       

Biotop am Heikop

 

Lila Land ringsum

 

Bilderbuch Landschaft

 

Über eine Sandpiste verlassen wir die Höhe und wandeln durch einen lichten Kiefernwald zu einem querverlaufenden Weg mit der Markierung Rot und Dunkelgrün. Mit diesem unterqueren wir links eine Hochspannungsleitung hinter der wir ca 100m weiter rechts den Fußweg und nicht den Reitweg nehmen. Es geht zum xten Mal wieder bergan mitten durch blühendes Heidekraut. Der Pfad stößt auf eine kahle und nur von Gras bedeckte Fläche eines vorgeschobenen Geländerückens.

Am Ende wandern wir im Bogen noch ein Stück an der Kante entlang und steigen dann rechts hinter einer Kiefer den Fußpfad, der teilweise von Wasser ausgewaschen ist, hinunter und nehmen geradeaus den Weg. An einer größeren Sandfläche biegen wir halbrechts an einer Kiefer vorbei den Fußpfad bergan. Oben bietet sich erneut ein herrlicher Rundblick über das Lila Land. Hinunter geht es zu einem Hauptweg und einem maroden Rastplatz. Bänke und Tisch laden nicht mehr zum Rasten ein. Wir gehen um diesen herum, um dann mit einem nach rechts führenden Weg auf einen Waldweg (hellgrün) zu stoßen. Bei sonnigem Wetter genießt man jetzt die angenehmere Waldluft.

Der jetzt ansehnlich anzuschauende Kiefernwald wurde 1920 angepflanzt. Das Holz wurde in den Steinkohlenzechen Südlimburgs als Stempel zum Verstreben der Stollen genutzt. Sie hatten die ausgezeichnete Eigenschaft, vor drohendem Verbruch zu ächzen und zu krachen, so dass sich die Bergleute oft noch rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten.  

 

       

lila, weiß und grün bestimmen das Bild

 

aktuelle Abbaugrube

 

idyllischer Wanderweg

 

Der asphaltierte „Kamperheideweg“ wird überquert. Links grenzt ein Zaun das noch im Tagebau befindliche Betriebsgelände ab. Wir bleiben auf dem Hauptweg (hell- u. dunkelgrün). Der zum Zaun hin schmale Pfad ist den Mountainbiker vorbehalten. Dann gabelt sich der Weg. Hier gönnen wir uns vom Zaun aus einen weitläufigen Blick in das aus weißem Sand beherrschte Abbaugebiet mit einigen Wasserflächen. Wir folgen jetzt rechts dem hellgrün markierten Weg vorbei an einer Bank und einer größeren Freifläche. Der Sandweg geradeaus scheint in den Himmel zu führen. Oben erleben wir eine Aussicht Richtung Heerlen. Rechts führt ein Weg hinauf zum „Heksenberg“, der mit 138m die höchste Erhebung in unserem Wandergebiet ist. Da aber keine Sicht von dem bewachsenen Gipfel vorhanden ist, ersparen wir uns die Mühen eines Aufstiegs und wandern (hellgrün) weiter geradeaus.

Früher wurde der Berg nach historischem Ursprung auch „Hessenberg“ genannt. In der Römerzeit soll ein germanischer Volksstamm, die Hessen, auf der Brunssummerheide gegen eine römische Legion gekämpft haben. Nach Ende des Kampfes, wobei auch der Anführer der Hessen den Tod fand, wurden die Leichen verbrannt. Die Asche tat man in Urnen, die dann aufgestapelt wurden. Die Hessen, die überlebten, füllten ihre Helme mit Sand und schütteten diesen über die Urnen aus bis ein hoher Grabhügel entstand, der spätere „Hessenberg“.

Die Namensänderung „Hessenberg“ in „Heksenberg“ verdankt man einem Volksglauben, wonach sich auf dem Hügel nachts bei Mondschein die Hexen aus der weiten Umgebung trafen. Sie reisten, rittlings auf einem Besenstil sitzend, durch die Luft. Ihr Geschrei war meilenweit zu hören.

Im östlichen Südlimburg gab es bis 1974 viele Steinkohlenzechen. An manchen Stellen gibt es noch Überreste dieses Zeitalters. Der bewaldete Hügel, der „Steenberg“, links gehörte zur Zeche Oranje Nassau IV. Steine und Steinkohleabfälle wurden dort aufgeschüttet.

 

Hinter der Informationstafel ( leider nur auf Niederländisch ) steigen wir den Hang links hinunter und wandern rechts auf einen weißen Hang zu. Das Gehen im tiefer werdenden Sand wird wieder schwieriger. Der gelben Markierung bleiben wir nun treu bis zum Besucherzentrum. Der „Kamerheideweg“ wird wieder gequert und wir erreichen eine Stelle mit einem orangen Pfahl, wo der Weg einen querenden Graben zugeschüttet hat. Dieser ist der Rest eines ehemaligen Landgrabens. Da, wo der Weg einen Linksbogen macht, können wir rechts noch einmal über eine lila Landschaft blicken, die aber auch beim Abstieg links mit einem wundervollen Panorama zum Abschluss der Wanderung die Schönheit der Brunssummerheide zeigt. 

 

Lila land, wohin man schaut

 

 

Wir haben heute eine Landschaft kennen gelernt, die in ihrer Charakteristik mit den Farben Lila, Weiß, Grün und blau sich von den vielen bisher erwanderten Landschaftsbildern abhebt und sich als ein vielfältig gestalteter Landflecken präsentiert.

 

Nachdem das Auge sich an dem hellen Lila der Heide satt gesehen hat, zieht uns nun das „Pannekoekenhuis“ mit seinen etlichen Variationen von herzhaften und süßen Pfannekuchen zur Einkehr an. 

 

 

 

Information: Wanderkarte: Flyer im Besucherzentrum kostenlos erhältlich

 

Strecke: 10,3 km Rundwanderung, nur unbefestigte Wege und Pfade (meist Sand- und Kies). Abwechslungsreiche Heidelandschaft mit Wald und wunderschöne Aussichten über eine sanfte Hügellandschaft.

 

Schwierigkeit: leichtes ständiges Auf und Ab, Auf- und Abstiege 130m;

 

Einkehrmöglichkeit: in Besucherzentrum/Pannekoekenhuis

 

GPX - Track: 

 

 

 

 

 

 

 

 

Touren: Wandel einer Landschaft l Dreiländertour l Geultal l Lila Land l Wurmtal 1 l Wurmtal 2

 

 

Im Wurmtal

 Auf Spuren des ältesten Bergbaus

Im Dreiländereck Deutschland, Belgien und Niederlande schließt sich nördlich des Aachener Talkessels in einer dicht besiedelten Region ein eindrucksvoller Naturraum an. Auf etwa 6km Luftlinie zwischen Aachen und Herzogenrath schlängelt sich hier ein kleiner Fluss mit einer bewegten Geschichte durch eine offene Talauenlandschaft. 

 

naturbelassene Wurm

 

 Der Name des Flusses, Wurm, hat nichts mit dem wurmähnlich dahin fließenden Gewässer zu tun. Bei der Namengebung hat warmes Wasser Pate gestanden. So fließen in Aachen eine Anzahl heißer Quellen zu, unter anderem die bis zu 75°C heiße Thermalquelle in Aachen-Burtscheid. Hierdurch hatte die Wurm gegenüber anderen Bächen ein deutlich höheres Temperaturniveau. Aus geologischer Sicht ist das Wurmtal mit seinen Aufschlüssen wohl einmalig. Besonders hervorzuheben sind die an mehreren Stellen offen zu Tage tretenden Steinkohlenflöze des Karbons. Dieser Umstand hat im Wurmtal sehr früh den Abbau von Steinkohle ermöglicht und zählt zu den ältesten Steinkohlenrevieren Europas. Bereits im 12.Jh. wird in den Annalen des Klosters Rolduc das Wort „Kalculen“ genannt, obwohl so nur ein ehemaliges Landgut, später eine Flur genannt wurde. Man geht davon aus , dass hier an der Erdobefläche schon Kohle gefunden wurde. Im Jahre 1338 beheizt Aachen das alte Rathaus (Grashaus), heute Stadtarchiv, bereits mit Kohlen. Vermutlich haben aber schon die Römer, die diese Region fast 500 Jahre besetzt hielten, ihre Villen und Badehäuser mit Steinkohlen beheizt. Dies wird durch Funde in den Resten römischer Bauwerke belegt.

Die lange Bergbau- und Industrievergangenheit hat das Wurmtal geprägt. Heute ist aber nur noch wenig von dem Glanz des „Schwarzen Goldes“ zu sehen. Die stattlichen Bauwerke und rauchende Schornsteine sind verschwunden. Die Natur hat die Wunden zugedeckt und das Tal zurückerobert und in ein Naherholungsgebiet für die Bevölkerung der umliegenden Städte umgewandelt. Auf einige Spuren des früheren Bergbaus werden wir bei unserer ersten Wanderung durch das Wurmtal aber noch stoßen. 

 

Beginnen wollen wir diese am Parkplatz „Teuterhof“ an der L23 zwischen Würselen und Kohlscheid.. 1569 wird hier erstmals eine Mahlmühle mit dem Namen „Tute Mollen“ (Teutermühle) erwähnt. Der Name geht wahrscheinlich auf die mundartliche „Tüt“ (Tüte) zurück, die an ein spitz zulaufendes Grundstück erinnert, und somit den Standort der Mühle wohl an einer Spitzkehre der Wurm vermuten lässt. 

 


 Durch Bodenerosion traten im Wurmtal Kohleflöze zutage und konnten an den Hangseiten leicht abgebaut werden, aber es fehlte an technischen Mitteln, Kohle im großen Stil abzubauen. So besaß sie 200 Jahrelang nur die Bedeutung als Brennmaterial. Als die direkt an der Erdoberfläche liegenden Vorkommen erschöpft waren, wurden Stollen in den Berg getrieben und erste Schächte abgeteuft. Ein Chronist berichtet von mehreren tausend winziger Schächte, die allerdings nur bis zum Grundwasserspiegel reichten, da aufwendige Pumpwerke fehlten. Erst durch neue technische Errungenschaften des 17. Jh´s, die das Grubenwasser wieder bis zur Talsohle heben konnten, ermöglichten es, tiefere Schächte zu bauen. Man erkannte nun die Bedeutung der Kohle und so entschloss sich die Stadt Aachen, zur sicheren Versorgung ihrer Bürger und vor allem der bedeutendsten Verbraucher wie der Kupfermeister, in der damals europaweit größten Messingindustrie den Steinkohlenbergbau in ihrem Reich zu unterstützen. Nachdem durch Wünschelrutengänger und Bohrungen im Bereich der Teutermühle reichlich Steinkohle nachgewiesen worden war, errichtete man hier im Jahre 1684 ein eigenes Kohlwerk.

Die Stadt übernahm gleichzeitig die Mühle. Mit dem Wasserrad konnte das Grubenwasser aus den Kohleflözen gepumpt werden. 1737 zeigt eine Zeichnung zwei Schächte bis 53m und 89m Teufe. Trotz großer finanzieller Anstrengungen seitens der Stadt sind jedoch nur geringe wirtschaftliche Erfolge zu verzeichnen gewesen. Schließlich überwogen die Zuschüsse die Ausbeute. 1722 waren laut Lohnliste 68 Bergleute auf der „Teut“ tätig. Bis zum Einmarsch der französischen Truppen im Jahre 1792 entwickelte sich das städtische Kohlwerk aber nie zu einem wirklich ertragreichen Betrieb. Das Bergwerk wurde entsprechend dem französischen Berggesetz von 1791 Staatseigentum. Im Jahre 1794 bestand die Belegschaft aus 92 Mann. Die "Alte Teut“ wurde 1806 stillgelegt. Auf der Fläche der alten Schachtanlage wurde ein Landgut errichtet und Reste dienen heute noch Wohnzwecken. Die Gaststätte ist ein beleibtes Ausflugsziel und heißt im Volksmund "de au Tüt“.

 

Nach der Stilllegung verfiel die Konzession. Erst 1851 erhielt Aachen das Grubenfeld neu verliehen. Im Jahre 1864 legte man das neue Bergwerk, "Neue Teut“, aus dem Tal auf die Höhe, mit zwei neuen Schächten, einem Wetter- und einem Förderschacht nördlich von Schweilbach an der heutigen Ecke Teuterstraße - Martin-Luther-King-Straße. Im Jahre 1904 wurde sie endgültig stillgelegt. 

Von der Parkplatzeinfahrt wandern wir auf der anderen Straßenseite auf dem Radweg 250m Richtung Würselen und biegen dort rechts in den leicht ansteigenden Wirtschaftsweg ein. Im hinter uns liegenden Talhang lag 1764 die Grube „Kertzenley“. Nach der „Maischatzliste“ von 1778 gab es unter Würselen 69 Bergwerke.

Nach 50m erreichen wir eine Informationstafel, mit einem freigelegten erdgeschichtlichen Aufschluss, der Schichten von Kohle zeigt. Es handelt sich hier um das Flöz "Kleinmühlenbach" der Kohlscheider Schichten (ca 270 Mio.). Unter Mutterboden und Lehm (Diluvium) folgen eine Schiefertonschicht und dann das Kohlenflöz. Es hat eine Mächtigkeit von etwa 55cm.

 

Bequem führt der Weg weiter entlang einer Buschreihe und der freien Sicht rechts in das Wurmtal. Mit dem links abzweigenden Weg kommen noch einige Höhenmeter dazu. Am Ende stoßen wir auf einen Asphaltweg (600m, 167m), der „Schlossstraße“, an der deren Ende links im Ortsteil „Scherberg“ im 17. Jh. sich die Grube „Scherbenberg“ befand. 

 

       

Kohlenflöz "Kleinmühlenbach"

 

Adamsmühle

 

Wurmtalblick

 

 Wir halten uns aber rechts, wo vereinzelte Bänke es zulassen, die Sicht ins Wurmtal etwas länger zu genießen. Leicht bergab erreichen wir den Wurmtalweg und wandern dort mit der Wegmarkierung „A4“ links weiter. Der linke Talhang trägt einen urigen Waldbestand mit Eichen und Kiefern. Einen ehemaligen kleinen Steinbruch hat sich die Natur zurückerobert.

Rechts liegen Gebäude der ehemaligen „Adamsmühle“. Sie ist eine von mehreren noch existierenden Mühlengebäuden entlang der Wurm. Wolfsfurth, Adamsmühle, Pumpermühle, Bardenberger Mühle sind Relikte aus Zeiten, in denen Mehl, Kupfer- Fingerhüte oder Nadeln auch ohne Strom produziert wurden. Sie sind die letzten ihrer Art im Wurmtal, in dem zeitweilig 45 Mühlenbetriebe existierten, ehe zu Beginn des 20. Jh’s das „Mühlensterben“ einsetzte.

1456 wurde die Adamsmühle erstmals als „Neue Mühle“ erwähnt. Wahrscheinlich existiert sie schon seit dem 12.Jh. Der aktuelle Name erhielt die Mahl- und Ölmühle 1618 nach dem damaligen Eigentümer Hein Adams. 

Der Betrieb der Mahlmühle wurde im Jahr 1905 endgültig eingestellt und gleichzeitig das Bachbett der Wurm vom Ostrand des Wurmtales zur Mitte des Tales verlegt. Der kleine Stauweiher des Flutgrabens an der Adamsmühle ist heute noch vorhanden. Das heutige sichtbare Mühlengebäude stammt aus der Zeit zwischen 1725 und 1759.

Neben den Mahlmühlen fanden sich in der Region Ölmühlen, Kupfermühlen, Schleifmühlen, Walkmühlen, Fell- und Papiermühlen. Gruben und Mühlen prägten das Wurmtal.

 

Bevor der Wurmtalweg nach rechts schwenkt liegt rechts ein kleines Biotop, wo man hin und wieder einen Fischreiher beobachten kann. Hier im Wegeknick steigen wir auf den Pfad geradeaus durch das Wiesengelände bergan (A4). Am Ende des Anstiegs wenden wir uns nach rechts und genießen nun entspannt den Blick ins Wurmtal, wo man auch, wenn man früh und alleine unterwegs ist, Rehwild entdecken kann. Der herrliche Höhenweg endet an einem befestigten Weg, der nun weiter geradeaus leicht bergab führt. Wir stoßen hier wieder auf den Wurmtalweg und wandern links weiter. Informationen zu einem am linken Wegesrand stehenden Insekten-Hotel können wir auf einer Tafel entnehmen. Damit das Hotel für viele Arten interessant ist, wurden möglichst unterschiedliche Materialien verwendet.

 

       

Fischreiher

 

Rehbock

 

Schieferköpfchen

 

 Das dahinter liegende Naturdenkmal „Schieferköpfchen“ ist in den Sommermonaten meist durch dichte Belaubung kaum einsehbar. Es ist ein lang gestreckter Felsen, der hier aus dem Boden herausragt. An dieser Stelle wurden früher Sandsteine gebrochen, die im hinteren Teil des Steinbruchs noch zu finden sind. Vor 300 Millionen Jahren haben sich in einem Meer Sand- bzw. Tonschlamm abgelagert und sind dann zu Sandstein und Tonstein verfestigt worden. Der steil stehende Felsen weist auf seiner Oberfläche Rippelmarken als Zeugnis des ehemaligen Strandcharakters aus. Man findet einzelne Abdrücke von Blattresten und Schachtelhalm- und Siegelbäume, die damals in ufernahen Sumpfwäldern wuchsen.

Vorbei an einer Schutzhütte liegen rechts noch Gebäude der ehemaligen Wolfsfurther Mühlen. Sie erhielt wohl ihren Namen, weil Wölfe, die bekanntlich einen bestimmten Weg (Pass) einhalten, beim Überqueren der Wurm vorzugsweise hier die vorhandene Furt benutzten.

Im Jahr 1200 erfolgt die früheste Erwähnung der sog. „Wolvesmolen. Zeitweilig waren an der Wolfsfurth drei Mühlen vorhanden, Sie wurden als Getreidemühle, Kupfermühle und Schauermühle (Mühle zur Nadelbearbeitung) genutzt.

1813 entstand hier die Tuchfabrik Kuetgens, die 1930 ihren Betrieb einstellte und deren Gebäude heute noch als Abbruchreste am Wurmumfluter erkennbar sind.

 

       

Wolfsfurth

 

Meisbach

 

Wanderweg entlang des Meisbaches

 

Ca 50m hinter den Gebäuden verlassen wir den „A4“ und steigen links auf dem Pfad „A5“ leicht bergan. Wir bleiben auch weiter auf dem ansteigenden Weg.

An einem Wegeknoten halten wir uns ganz links und wandern am oberen Waldrand bis der Pfad diesen verlässt und vor uns sich eine freie Fläche öffnet. Geradeaus wandern wir nun über den „Kahlenberg“ auf Scherberg zu.

Weiter links befand sich zwischen „Neuen Steinweg“ (Krefelder Straße) und „Wolfsfurth“ die 1761 angelegte Grube „Wolfsfurther Gerißwerk“.

Bei klarer Sicht bieten sich rechts schöne Blicke nach Aachen und geradeaus hebt sich der imposante Turm der Sebastianuskirche von Würselen ab. An den ersten Häusern von Scherberg, erstmals 1372 als „Scherberch“ erwähnt, heute ein Stadtteil von Würselen, geht es vorbei an dem rechts stehenden Gedenkkreuz v.18.4.1867 die „Meisberg“ Straße 100m hinunter und folgen dort rechts dem Wegzeichen „A5“. An einem Treppenabgang wandern wir vorbei und erreichen den Meisbach. Der Treppenabgang führt zur B57, wo es eine Haltestelle der ASEAG gibt. Diejenigen, die mit dem Bus anreisen, können hier ihre Wanderung starten.

 

Kaisereiche

 Wir bleiben auf der rechten Seite des Baches, der im weiteren Verlauf sich ein schluchtähnliches Bachbett geschaffen hat. Bäume und Baumwurzeln ragen hinein und hinterlassen einen urwüchsigen Eindruck, zumal auch unser Pfad teilweise nah an der Steilkante über Wurzeln entlang führt, ist Vorsicht geboten. 

 

Nachdem von rechts ein Pfad hinzu gestoßen ist, erreichen wir eine Stelle, an der wir die ca. 2m steile Böschung zum Bach hinunter klettern können und queren mit Hilfe von Steinen das Wasser und folgen dem Trampelpfad auf der anderen Seite. Wir befinden uns in dem einst prächtigen Park von „Kaisersruh“ mit zwei herrlich idyllisch gelegenen Angelteichen. Es war der russische Zar Alexander I, der hier bei einem Aufenthalt in Aachen, gerne weilte. Besonders gerne saß er unter einer alten Eiche, die noch heute steht. Dahin machen wir einen kurzen Abstecher und folgen links dem alleeähnlichen Weg und steigen hinter der fünften Kastanie rechts auf einem kaum sichtbaren Pfad eine kleine Anhöhe hinauf und finden am Ende die besagte „Kaisereiche“ 

Der Kaiser weilte zurzeit des Fürstenkongresses im Jahre 1818 in Aachen auf dem Landsitz des Kanonikus Ludwig Fisenne und unternahm gerne inkognito Spaziergänge zu dem im englischen Stil angelegten Park. Keiner kannte den Mann, der unter der knorrigen Eiche in Gedanken verloren saß. Einzig der Besitzer Freiherr Ludwig von Fisenne wusste, um wen es sich in Wahrheit handelte. Noch vor Ende des Kongresses erbat er von Kaiser Alexander I. das Recht, dem Anwesen den Namen „Kaisersruh“ geben zu dürfen. Der Kaiser gab die Erlaubnis und seit dieser Zeit tragen Haus und Park den Namen „Kaisersruh“.

 

Zurück zu den Teichen wandern wir links um den ersten Teich herum und verlassen dann den Park zu einem Asphaltweg, den wir rechts mit „A5“ folgen. 

 Links ist der andauernde Verfall der denkmalgeschützten Mauerreste von Gut Kaisersruh nicht zu übersehen. Die maroden Wände und Giebel der einst herrschaftlichen Villa werden von mächtigen Stahlträgern gestützt. Nach dem Tod des Kanonikus erweiterte der neue Besitzer Georg Nellessen das Herrenhaus im neubarocken Stil. Wie alt das Besitztum „Kaisersruh „ist, steht nicht eindeutig fest. Ein Stein im Torbogen des neben dem Herrenhaus gelegenen Bauernhofs trägt die Jahreszahl 1742. Dieser Stein wurde beim Umbau des Hofes 1904 aus dem alten Torbogen auf Veranlassung des damaligen Besitzers, Georg Nellessen, in den Torbogen eingefügt. Allerdings steht damit nicht fest, dass erst 1742 die Gebäude entstanden sind. Auf dem Bauerngut betreiben die heutigen Besitzer einen Ponyhof.

Der Versuch, einen gastronomischen Betrieb zu eröffnen, scheiterte an Auflagen des Denkmalschutzes und so fristet „Kaisersruh „ bis zum heutigen Tag ein trauriges Dasein.

 

       

Fischweiher "Kaisersruh"

 

Mauerreste der Kaiservilla

 

Landgtaben

 

 Nach einer Linkskurve geht der Blick geradeaus zum Lousberg mit dem Drehturm. Am Wegrand steht ein Kreuz zum Gedenken an die Opfer, die in den Kriegsjahren 1944/45 in Würselen ums Leben kamen.

Leicht bergab sehen wir vor uns wieder die "Wolfsfurth" und wandern vorher den Weg links Richtung Berensberg zur Wurmbrücke (A4). Hier beginnt der ansehnlichste Abschnitt der heutigen Wurm. Gespeist aus mehreren Quellbächen südlich von Aachen wird sie über mehrere Kilometer in Rohren unter dem Stadtzentrum geführt und verlässt schließlich hier an der Kläranlage als einziger Abfluss das Aachener Talbecken. Die Wurm erfüllte in der Vergangenheit viele Funktionen. Sie war nicht nur Abwasserkanal sondern auch Energieträger. Ohne die vielen Tuch verarbeitenden Mühlen wäre die Aachener Tuchindustrie nicht möglich gewesen und auch für die mit der Tuchindustrie eng verbundene Nadelindustrie waren die Mühlen wichtige Energielieferanten und Produktionsstätten.

Hinter der Brücke bleiben wir noch ca. 200m auf dem Talweg. Rechts begleitet uns noch ein alter Arm der Wurm, wie eine Karte von 1825 es noch zeigt.  Dann schickt uns das Wegzeichen A4 links hinauf. (Abkürzung: geradeaus auf Wurmtalweg) Es ist ein Weg, der sich mit den Jahrhunderten in die Erde eingegraben und so diesen Hohlweg geschaffen hat. Er ist Teil eines spätmittelalterlichen Verteidigungsgrabens der Reichsstadt Aachen. Am Ende sehen wir vor uns einen Obelisken, der uns an die französische Regentschaft im westlichen Rheinland erinnert. 

 

       

Obelisk "Blauer Stein"

 

Pingen

 

ungezwungene Wurm

 

Der 1810 zur Vermessung des Rheinlands aufgestellte Obelisk, auch „Blauer Stein“ genannt, erinnert an mehrfache Aufenthalte der Schwester Napoleon Bonapartes, Pauline Fürstin Borghese, im Trappistenkloster Mont Sion in Bergerbusch zwischen 1809 und 1811. Da sie in dem angrenzenden Wald mit hohen Buchen und Eichen oft und gern verweilte, erhielt dieser später den Namen Paulinen-Wäldchen

Wir treffen auch auf den „Weißen Weg“, der ebenfalls hier vorbei führt. Nach einer kurzen Besichtigung des Obelisken mit den steinernen Liegen gehen wir 50m zurück, wo das Wegzeichen „A4“ uns links weiterleitet.

Auf dem parallel zur Zufahrtsstraße verlaufenden Pfad wandern wir weiter vorbei an einem Restaurant. Der rechts liegende tiefe Graben ist Teil eines spätmittelalterlichen Verteidigungsgrabens der Reichsstadt Aachen. Oben wandern wir rechts ein Stück auf der Straße „Paulinenhof“ und weiter am Friedhof vorbei und bleiben auf dem bequemen Weg, der uns am Waldrand entlang führt. Vorbei an dem Naturdenkmal „Dicke Eiche“ (ca 700 Jahre) wandern wir bis der Weg einen Linksbogen macht. Dort verlassen wir den „A4“ und biegen rechts in den Waldpfad ein. Wir befinden uns hier im „Hohenberger Grubenfeld“, in dem zwischen 1766 und 1825 Kohle abgebaut worden ist. Spuren von alten Bauen in Form von Pingen sind im Wald noch überall feststellbar.

Lange muss es hier zugegangen sein wie bei den amerikanischen Goldgräbern. Die Köhler schaufelten 20 bis 30 Meter tiefe Schächte in den Boden, ackerten mit ihren Gezähe (Werkzeuge der Arbeiter im Bergbau)  immer am Flöz entlang und hoben das schwarze Gold mit Handwinden empor. Bis zur zweiten Hälfte des 18. Jh´s blieb der Kohlenbergbau im Wurmtal und auf den umliegenden Hängen und Höhen fast ausschließlich auf Klein- und Kleinstbetriebe beschränkt. 

Der schöne Pfad mit Blick auf die mäandrierende Wurm führt uns hinunter zum Wurmtalweg. Wild und ungezwungen schlängelt sich das Flüsschen durch das Tal.

An einer Wegegabelung nehmen wir den aufwärts führenden Weg, um noch weitere Spuren des ehemaligen Bergbaus zu entdecken. (Abkürzung: Der rechte Weg (X) führt bequem zum Ausgangspunkt zurück.) Geradeaus durchstreifen wir das Feld der ehemaligen Grube „Mespel“. Auch hier gibt es noch weitere Zeugnisse (Pingen) bergbaulicher Tätigkeit.

1892 wurde eine durchgehende Eisenbahnstrecke zwischen den Gruben westlich und östlich des Wurmtales hergestellt. Wir queren diesen kaum noch erkennbaren Bahndamm und erreichen die L23. Hier gehen wir rechts bis zum Parkplatz des Restaurants „Landhaus Wurmtal“ und folgen dem Pfad zwischen Parkplatz und Straße. Nach ca 300m schwenkt dieser links in den Wald und wir sehen linkerhand ein eingezäuntes Grundstück, das einen ehemaligen Kunstschacht der Grube „Spidell“ abgrenzt. Nur noch der Rest eines unterirdischen Ziegelgewölbes erinnert auf dem heute überwachsenden Grubengelände am Wurmtalhang an die ehemalige Grube „Spidell“.

Die Vorgänger Grube „Brückenbroich“ wurde schon 1581 erwähnt. Um 1800 zeichnet der Landmesser Schümmer eine Karte der Grube „Spidell“ mit 2 Schächten und einem 150m langen Stollen zur Wurm. 1886 wurde ein Verbund mit der Grube „Hankepank“ und „Abgunst“ hergestellt. 1886 wird die Grube stillgelegt und nur noch ein Schacht aufrechterhalten, um die Wetterführung der Grube „Kämpchen“ zu erleichtern. In dem recht kleinen Grubenfeld gab es mindestens 12 Schächte.

 

       

Rest der Grube "Spidell"

 

wilde Wurm

 

Teuterhof

 

 Im Zweiten Weltkrieg bietet ein auf „Spidell“ in den Berg getriebener Luftschutzstollen den im Umkreis von Roland wohnenden Bürgern Schutz vor Fliegerangriffen.

Wir wandern weiter vom Grubengelände auf einem kleinen Damm bis zu einem Hauptweg, der rechts zu einem Parkplatz führt. Diesen queren wir links zu einem Waldpfad, der uns zur Wurm bringt. Wild und ungezügelt hat sie sich ein tiefes Flussbett gegraben, wo an gegenüberliegende Uferwand teilweise schwarze Erde zutage tritt. Wir erreichen die Wurmbrücke an der L23, die bis 1967 hier von einem dreibogigen Viadukt aus Mauerwerk überspannt wurde. Hier schließt sich dann auch wieder der Kreis unserer Wanderung.

 

Information: Wanderkarte Nr.1 „Aachen, Eschweiler, Stolberg“ des Eifelvereins, Markierung meist. örtl. Wanderwege „A4“ und „A5“

 

Strecke: 11 km Rundwanderung, meist unbefestigte Wege und tlw. Pfade.

 

Schwierigkeit: mittel, Abkürzungsmöglichkeit bei Verbleib im Wurmtal; Auf- und Abstiege: 200m

 

Einkehrmöglichkeit: Landhaus Wurmtal und Teuterhof

 

GPX-Track:  Wurmtal1-Track.gpx (Link speichern unter)

 

 

 

 

 

 

Touren:   Wandel einer Landschaft l Dreiländertour l Geultal l Lila Land l Wurmtal 1 l Wurmtal 2

 

 

 

 

Im Wurmtal (Teil 2)

 Auf Spuren des ältesten Bergbaus

 

 

  

Den eindrucksvollen Naturraum des Wurmtales haben wir schon bei der ersten Wanderung erlebt. Heute begeben wir uns auf einen weiteren Abschnitt dieses geschichtsträchtigen Flusstales, das vom Bergbau jahrhundertelang geprägt wurde. Da kaum noch Spuren in der Örtlichkeit vorhanden sind möchte ich aber stellenweise ausführlicher auf die einstigen Gruben eingehen und näher erläutern.

Der Startpunkt ist wieder der Parkplatz „Teuterhof“. Zunächst gehen wir entlang der L23 bis zur Wurmbrücke. Die Straße durchbricht hier einen ehemaligen Eisenbahndamm, der durch eine 3bogige Brücke einst die Straße und die Wurm überspannte. Vor der Wurmbrücke steigen wir rechts mit 43 Stufen den Hang zu einer ehemaligen Eisenbahnstrecke hinauf. Der Abtransport der geförderten Kohle war vor dem Eisenbahnbau nur mit Fuhrwerken möglich. 1892 wurde eine Eisenbahnlücke zwischen der Grube „Kämpchen“ und den auf Würselener Seite gelegenen Gruben „Gouley“ und „Teut“ geschlossen. Die Grube Kämpchen war bis dahin nur von Kohlscheid, die anderen beiden nur von Stolberg über Würselen zu erreichen. Jetzt konnte die Kohle in beiden Richtungen versandt werden. Aber schon 75 Jahre später wurde das Wurmtalviadukt am 1. Februar 1967 gesprengt. Die Grube „Teut“ war schon 1904 geschlossen und die Förderung untertage nach „Gouley“ verlegt worden. 1969 ereilte die Grube „Gouley“ schließlich das gleiche Schicksal. 

 

       

Aufgang zum alten Bahndamm

 

Kohleflöz "Senteweck"

 

alte Bahnbrücke

 

 Auf der ehemaligen Bahnstrecke (A3) erreichen wir nach ca. 350m rechts eine bis zu 5m hohe und 12m breite Felsklippe, in deren Mitte ein kleines, senkrecht stehendes Kohleflöz zu erkennen ist.

300 Millionen Jahre müssen wir zu seiner Entstehung zurückschauen. In der älteren Steinkohlezeit entstand in Westeuropa das variszische Gebirge. Dieses Gebirge hob sich während der jüngeren Steinkohlezeit höher empor, während sein nördliches Vorland in einem breiten Streifen stetig und beträchtlich absank und einen versumpften Küstenstreifen schuf. Hier wuchsen Urwälder mit riesigen Farnbäumen, Schachtelhalmen, Siegelbäumen und Bärlappgewächsen. Durch Hebung und Senkung des Festlandes kam es zu wiederholten Überflutungen der Wälder. Schicht um Schicht wurde abgelagert. Verwitterungsmaterial brachten Flüsse vom Festland mit und überdeckten die versunkenen Wälder mit Sand und Tonsedimenten und schlossen sie luftdicht ab. Das Pflanzenmaterial wandelte sich in langen Zeiträumen zu Steinkohlenflöze um. Durch diesen Prozess entstanden im Aachener Steinkohlenrevier über 200 Kohleflöze mit unterschiedlichen Mächtigkeiten. Durch die Gebirgsbildung wurden die Schichten zusammengeschoben und aufgefaltet. Sie bildeten so wie hier sogar senkrechte Strukturen. 

Weiter geht es auf dem alten Bahndamm, der bald von einer Bogenbrücke überspannt wird. Wir steigen dort hinauf und wandern auf der anderen Seite weiter. Nach einem kurzen Aufstieg liegt rechts die Schutzhütte „Heideblick“.

Hier oben auf der Wurmhöhe zwischen Morsbach und Schweilbach wird 1394 der „Coilberch“ erwähnt. U.a. lag hier auch die Grube „Geißentrapp“, die im 17. Jh. mehrmals erwähnt wird.

Der Name geht auf eine Flur zurück, die nach einem Stieg (= Trapp, Treppe) am steilen Hang benannt wurde. Dieser wurde von den Geißen, den „Bergmannskühen“, bei ihren Weidegängen benutzt. Sie ist nur eine von vielen Gruben, die namentlich bekannt sind und auf der Höhe lagen. 1778 soll es auf Würselener Gebiet 69 Kohlwerke gegeben haben.

 Entlang Wiesen zur rechten blicken wir links auf Böschungen der bis 1969 aufgeschütteten Bergehalde der Grube „Gouley“ (ursprünglich „Gute Ley“ = guter Fels). Die Aufschüttung begann im Jahre 1880 an die Hanglage zum Wurmtal. Sie ist noch weitgehend offen und deutlich erkennbar, wobei weitere Haldenauf- oder Talanschüttungen im Wurmtal von anderen älteren Gruben heute vielfach dem übrigen Landschaftsbild angepasst und durch Vegetation überwachsen und kaum noch erkennbar sind. 

Unterwegs zweigt rechts die „Gouleystraße“ in die Ortslage Morsbach ab. Straßennamen sind meist noch die einzigen Hinweise auf ehemalige Gruben. Wir wandern geradeaus und bewegen uns wieder auf dem alten Bahndamm. Rechts und links kann die Natur sich heute wieder frei entfalten. Am Ende einiger Treppenstufen nehmen wir an der Bank den rechts abgehenden Grasweg, der auf die „Waldstraße“ stößt. Diese gehen wir 30m nach links und betreten dann rechts mit dem Fußweg das ehemalige Gelände der Grube „Gouley“. Hinter der alten Begrenzungsmauer nehmen wir den linken asphaltierten Weg. 

 

   

   

Bergehalde Gouley

  altes Betiebsgebäude "Knopp"

 

 

Quelle u. Stollenmundloch

 

 Eine ungestörte natürliche Entwicklung übernimmt heute diese Brachfläche (ehemals Holzlagerplatz), die mit Spazierwegen einlädt und immer noch die alte Flurbezeichnung „Morsbacher Heide“ trägt. Die Grube gehörte zu den ältesten im Aachener Steinkohlenrevier und wurde zwischen 1599 und 1969 betrieben. Mit der Stilllegung der Grube „Gouley“ endete der Jahrhunderte alte Steinkohlenbergbau an der Wurm.

Nichts erinnert mehr bis auf einen alten links im Gebüsch verdeckten Schornsteinstumpf an die ehemaligen Industrieanlagen. Am Ende des asphaltierten Fußweges wandern wir halblinks den Pfad weiter bis zu einem Wirtschaftsweg und wenden uns dort links den Häusern der „Waldstraße“ zu. Da der Bergbau ein wichtiger Arbeitgeber war, förderte er durch entsprechenden Siedlungsbau den Zuzug von Arbeitskräften. Dieser Wohnraum sollte den Arbeiter auch an die Zeche binden. So entstanden z.B. hier an der Waldstraße schon 1860 25 Bergarbeiterhäuser, von denen noch heute einige oft liebevoll restauriert zu sehen sind. Links liegen die dazugehörigen Gärten, in denen früher der Bergmann für den Eigenbedarf Gemüse und Kartoffeln anbaute.

Am Ende der Straße biegen wir rechts in den Feldweg ein und steigen nach 80m links steil hinunter ins Wurmtal (A3) mit Blick auf Kohlscheid und den „Langenberg“, den wir später noch streifen werden. Unten finden wir noch zwei weitere Zeugen des frühen Bergbaus, den „Knopp“, eine ehemalige Pferdestation und 50m links auf dem Weg unmittelbar neben einer eingefassten Quelle noch ein ehemaliges Stollenmundloch der Grube „Gouley“, das die Jahreszahl 1837 trägt. 

Dieser Stollen wurde wie viele andere in früheren Jahrhunderten ursprünglich von der Sohle des Wurmtales in den Höhenrücken zur Förderung der Steinkohle vorgetrieben und 1837 ausgebaut, Für die Grube „Gouley“ diente der Stollen später der Entwässerung. Auch heute strömt noch immer Wasser aus dem Berg.

 

Wir gehen wieder bis zum alten Gebäude zurück und an diesem vorbei weiter wurmabwärts. Die linkerhand liegenden Wasserflächen werden gerne von Graureihern und Kormoranen besucht. Einen Steinwurf weiter liegen rechts noch fast kaum sichtbar im Gebüsch die Reste eines Bunkers. Es befinden sich noch mehrere gesprengte Bunker und Betonreste an vielen Stellen im Wurmtal. Heute sind diese überwachsen und kaum noch erkennbar. Rechts auf der Anhöhe lag bis zu ihrer endgültigen Schließung 1879 die Grube neue Ath. 1667 förderten hier 3-4 Bergleute Kohle. Es zeigt, dass es sich zu dieser Zeit nur um Minigruben handelte. Die Gruben im Wurmtal waren früher wirklich noch Gruben. 

 

       

Biotop "Knopp"

 

Komoran u. Fischreiher

 

"Alte Mühle" u. Burg Wilhelmstein

 

 Vor uns zeigen sich die weißen Mauern der „Alten Mühle“. Bei der Alten Mühle auch Bardenberger Mühle genannt handelte es sich um ehemals zwei Mühlen an diesem Ort. Das genaue Baujahr ist nicht bekannt 867 wird eine Mühlstelle genannt. Sie war wahrscheinlich zwischen 1566 und 1899 in Betrieb. Danach war sie Wohnstätte für Bergleute. 1971 wurde sie zu einem Restaurant und Hotel umgebaut. 2013 wurde der Betrieb eingestellt.

Die Bauern des Herrschaftsbereichs der Vogtei Wilhelmstein mussten seinerzeit ihre Erzeugnisse hier mahlen lassen. Bis zur Jahrhundertwende verlief parallel zum heutigen Weg ein von der Wurm abgeleiteter Mühlengraben, der drei Mühlräder antrieb. Erhalten geblieben ist ein großer Teil des lang gestreckten Ablaufgrabens der Mühle, der „Untermühlengraben“ unterhalb des Burgbusches, fälschlicherweise auch als alte Wurm genannt.

Heute ist dort ein Feuchtbiotop entstanden, das wir links mit der Mühle im Rücken beim Weiterwandern von dem Waldweg aus sehen. An einem Schutzpilz vorbei biegen wir wenig später links ab und wandern auf einem romantischen Waldpfad durch den schon erwähnten Burgbusch zur „Burg Wilhelmstein“. Burgen liegen meist auf der Höhe und so steigt der Pfad am Ende zur Burg auch hier bergan. 

 

       

Burgmauer Wilhelmstein

 

Burginnenhof mit Bergfried

 

Vorburg

 

 Eine mächtige Bruchsteinmauer umschließt das Burggelände, das nur durch einen einzigen Zugang, ursprünglich über eine Zugbrücke, betreten werden konnte. Statt des einstigen Fallgatters schließt heute ein schweres, einflügeliges Eichentor den Zugang. Die Rolle der Zugbrückenkette ist noch zu erkennen. Der Rundturm der Vorburg war ursprünglich der Kerker.

Die Burg hat ihren Namen vom Jülicher Grafen Wilhelm V., der sie nach 1328 über dem Wurmtal auf den Resten der Grenzfeste „Valencia“ errichten ließ. Hinter dem Tor öffnet sich das langgestreckte, nach links ansteigende Vorburggelände, das von der bogenförmig verlaufenden Bruchsteinmauer abgegrenzt wir. Die Mauer reicht bis an den Bergfried der oberen Burg heran. Hier sorgte ein Halsgraben für zusätzlichen Schutz. Heute liegt auf dem Vorburggelände ein Minigolfplatz und eine Freilichtbühne. Die Hauptburg bestand aus dem noch in Teilen vorhandenen fünfgeschossigen Bergfried (24m) mit angrenzendem Palas. Diesen Platz nimmt heute ein Restaurant mit einer romantischen Freiterrasse ein, die einen herrlichen Blick ins Wurmtal bietet. Der Brunnen mit seinem tiefen Schacht ist noch erhalten. Die Burgruine vermittelt auch heute noch einen deutlichen Eindruck der ehemaligen Größe. 

Von der Burg führt ein Pfad links im Hang hinunter ins Wurmtal zu einem Parkplatz. Hier kann man nun die Wanderung verkürzen und links über die alte Wurmbrücke an der Straße entlang hinauf nach Kohlscheid gehen, wo man wieder auf die große Runde trifft. Wer sich noch fit fühlt, kann zusätzlich eine 4 Kilometer lange Schleife anhängen und weiter auf bergmännische Spuren wandeln.

 

       

Wanderweg ins Wurmtal

 

Naturdenkmal mit Antoniuskapelle

 

Geologischer Aufschluß

 

 Dazu wandern wir rechts über den Parkplatz und an der Kreisstraße Kohlscheid – Bardenberg 100m hinauf. Wir folgen dem links abbiegenden Sträßchen „Alte Furth“ und dem Hinweis „Karbonroute“. 50m vom Weg liegt links eine eingezäunte Fläche, wo einst der ehemalige Kunstschacht der „Grube Furth“ sich befand. Nur einen Steinwurf weiter 20m vom Wegrand stand der Förderschacht, ebenfalls eingezäunt. Beide hatten eine Teufe von 170m. Bereits Mitte des 16. Jh´s wurde auf Bardenberger Gemeindeland ein Kohlwerk betrieben, die spätere „alte Furth“, 1690 wurde diese Grube erstmals erwähnt, deren Name von einem alten Wurmübergang am Verbindungsweg von Kohlscheid nach Bardenberg hervorgeht. Man unterscheidet die „alte“ und die „neue Furth“.

In Bardenberg zählte man 1717 insgesamt 25 Gruben. Die Grube „Furth“ war die größte und zu dieser Zeit mit 64 Bergleuten die bedeutendste.

Anhaltende Probleme mit den reichlich anfallenden Grubenwässern führten schließlich zum Bau von Pumpwerken, sog. Wasserkünsten. Sie sorgten für die Entwässerung der Stollen.

Durch die französische Besetzung 1792/93 kam der Bergbau vorübergehend zum vollständigen Erliegen. Anfang des 19.Jh´s wurde auf der Pleyer Höhe eine neue Anlage, die „neue Furth“ errichtet, die die größte Grube des gesamten Wurmreviers jener Zeit wurde. Die untere Anlage (alte Furth) diente jetzt noch der Fahrung und Wasserhaltung. 

Bei der Wasserfläche hinter einem einzeln stehenden Haus handelt es sich um den sog. „Entenweiher“, der durch Bergsenkung in den 1930er Jahren entstanden ist.

Am Ende der rechten Wiese steigen wir den Pfad (A1) hinauf und gelangen in den Ortsteil Pley. Der Straßenname „Neue Furth“ erinnert an die links auf der Höhe liegende ehemalige Grube. Der Mittelpunkt von Pley bestimmt eine 250 Jahre alte Pappel. Sie ist der Beweis, dass Pappeln auch ein hohes Alter erreichen können. In ihrem Schatten steht die kleine Antoniuskapelle, die 1900 eingeweiht wurde.

Von der Kapelle gehen wir bis zum Ende der Straße und dort den Waldweg hinunter ins Wurmtal. Rechts taucht eine alte Kiesgrube auf, die wir durch einen schmalen Durchgang betreten. An der gegenüberliegenden Wand sind schmale schwarze Bänder von Kohle zu entdecken, von denen eines nur wenige Dezimeter unter der Erdoberfläche im Wurzelwerk eines Baumes liegt.

 

       

Steilwand mit Flozchen

 

idyllische Wurmlandschaft

 

Kohlenest

 

Wieder aus dem Steinbruch zurück geht es zunächst noch rechts weiter bis wir mit einer Linkskurve (A1) unsere Wanderrichtung ändern und nach Süden wurmaufwärts gehen. Schon bald erreichen wir links eine ca. 20m breite und 12m hohe ehemalige Steinbruchwand mit zwei feinen unreinen Flözchen im oberen Teil. Durch den Steinbruch erreichen wir einen Treppenweg, der uns hinunter zu einem Steg über die Wurm führt. Wir bleiben aber auf dieser Flussseite und folgen dort dem Pfad. In der Böschung entdecken wir unter mancher Baumwurzel noch Kohle. Wir stoßen auf ein ehemaliges Betriebsgebäude der „Grube Furth“, an dessen Giebel das "Kunstkreuz" der Fahrkunst noch vorhanden ist, aber leider durch den 2015 angebauten Wintergarten nicht mehr zu erkennen ist. Es stammt aus dem Jahre 1830. Sie wurde mit Wasserkraft aus der Wurm betrieben. Mit ihr konnten die Bergleute über auf und ab versetzt sich bewegende Leitern nach untertage hinab bzw. wieder hinauf steigen. 1884 wurde diese bedeutende Grube stillgelegt.

Vorbei an dem Gebäude biegen wir an dem alten Kohlewagen rechts ab zur Wurm (A1). Hinter dem Wurmsteg wandern wir auf dem linken Pfad weiter. Der Fluss fließt hier unmittelbar am Fuße des steilen Berghanges entlang und zwingt uns so bergauf zu steigen. Auf und führt der Pfad jetzt abwechselnd durch den Talhang (A1, X). 

 

       

ehem. Betriebsgebäude Grube Furth

 

mäandrierende Wurm

 

Kanadagänse u. Nilgans

 

Abbruchkanten und Anlandungen kennzeichnen das Gewässerbett der Wurm an vielen Stellen. Das Wurmtal übt mit seinem Bachlauf, Wiesen und Sumpfflächen eine enorme Anziehungskraft auf die Tierwelt aus. So sind immer häufiger Kanadagänse und auch Nilgänse zu sehen, die hier ideale Lebensbedingungen vorfinden.

 Entlang einer Wiese und vorbei einer Schutzhütte gelangen zu den alten Fuhrweg Kohlscheid-Bardenweg, den wir links mit einem herrlichen Blick über die Flussauen weitergehen. Bevor wir die Kreisstraße erreichen nehmen wir rechts den Waldweg, der uns ebenfalls zur Straße bringt. Hier treffen wir die Wanderer, die abgekürzt haben. In der linken Straßenböschung gab es einst auch mehrere Bergwerksschächte, an die aber nichts mehr erinnert. Links ignorieren wir einen abgehenden Weg und nehmen erst am Ende der Straßenkurve links den Pfad und kommen in das ehemalige Betriebsgelände der älteren Grube „Langenberg“. Hier lag ca. 30m von der Straße der „Franz-Schacht“. Die Grube „Langenberg“ existierte schon 1573 und wurde 1913 stillgelegt. Die lange ins Wurmtal reichende brachliegende Halde wurde 1903 zum Volksgarten umgestaltet. Heute ist der obere Teil Friedhof, den wir durch ein Tor betreten. In diesem Bereich lagen noch Förderschacht „Theresia“ und Kunstschacht „Carl“. Beim heutigen „Halbmond“ einem Urnenfeld stand ein Göpelwerk, das, von Pferden angetrieben, durch Übertragungen die Förderhaspel in Bewegung setzte. Vor 1816 stand der Förderschacht der Grube am tiefsten Punkt des Wäldchens, daher hob man mit Pferdekraft einen Teil der Kohle hoch.

Wir verlassen den Friedhof am westlichen Ausgang zur Straße „Am Langenberg“ und gehen diese hinauf. Am Ende schauen wir auf ein großes Gebäude in dem bis 2015 noch ein Supermarkt untergebracht war. Es diente einmal als Fremdarbeiter-Unterkunft und Ledigenheim. An der Linken hinteren Ecke des Gebäudes war der Förderschacht, der 1954 verfüllt wurde. Das Schachtgebäude, vom dem nur noch ein Rest zu sehen ist, wurde 1995 abgerissen. Richtung Wurmtal steht noch eine Reihe alter, kleiner, jetzt zu Wohnzwecken genutzter Häuser, die zur Grube gehörten. Wir gehen um das Gebäude des ehemaligen Supermarktes herum und wandern vorbei an einem Sportplatz zur „Puetgasse“, die wir links hinunter gehen. Der Name der Straße ist abgeleitet von dem einst 1780 hier vorhandenen „Potschacht“. Ca. 140m weiter östlich lag der „Griemet-Schacht“, der heute linkerhand in der Böschung eingezäunt ist (Teufe 262m).

 Es geht rechts die Straße „Am Langenberg“ hinunter vorbei am „Haus Langenberg“, dem Reitstall des bekannten Reiterehepaares Weinberg. Im Tal standen 1812 Betriebsgebäude von Langenberg und die erste Wasserhaltungs-Dampfmaschine. Wir biegen rechts in die Straße „Zum Wurmtal“ ein. Links an der Wegeecke sehen wir die ehemalige erste Kohlscheider Kläranlage von 1926.

 

       

ehem. Schacht "Langenberg"

 

alter Wurmarm

 

?????

 

Auf dem Gelände des heutigen Reitstalls lag das Stollenmundloch der Grube „Lauerweg“.

Hinter der Zufahrt zum Reitstall wandern wir links den Wiesenweg hinunter mit einem schönen Blick über die Wurmtalauen bis hin zur Burg Wilhelmstein. Der nächste Wirtschaftsweg wird überquert und wir folgen dem Weg, der an einem Kreuz rechtwinklig abbiegt und weiter durch die freie Tallandschaft führt. Vorbei an einem Naturdenkmal verläuft der Weg bequem am Tal- und Waldrand entlang. Vor uns sehen wir dann auf der anderen Talseite das weiße Gebäude der ehemaligen „Pumpermühle“.

 Mit dem Bau einer Kläranlage oberhalb der Mühle wurde die Wurm in ihrem Lauf dort begradigt. Solche Begradigungen und bauliche Verränderungen der frei fließenden Wurm durch den Menschen beschränken sich aber auf nur wenige Ausnahmen. Die abgebundene Wurmschleife liegt links von unserem Weg und ist ein gern besuchter Platz von Graureiher. Wir haben bei unserer Tour sogar einen Exoten entdeckt, den ein Scherzbold ausgesetzt hat. 

 Rechts am Wegesrand strömt hinter einer Bank Wasser aus dem Hang und erinnert an eine Quelle. Es ist der Auslauf eines alten Wasserlösungsstollens, der einst oberhalb des Tales befindlichen Grube „Spidell“.

Am Zufahrtsweg zur Kläranlage kann, wer will, die Wanderung abkürzen, wenn man rechts zum Parkplatz und weiter der Route der ersten Wurmtalwanderung folgt. Wir wandern links weiter zur Kläranlage und an dieser vorbei zu einem Wurmsteg.

Hier befand sich an der Wurm einst ein Stauwehr, von dem über einen Mühlengraben Wasser zur Pumpermühle geleitet wurde. Der Graben ist zugeschüttet, aber einen Rest der Einfassungsmauer können wir links von der Fußgängerbrücke noch erkennen. Sie stützt jetzt den Fußpfad auf der anderen Seite, der uns hinauf zu einer Info-Tafel mit Blick zur Mühle führt. 

 

       

Wurmübergang Pumpermühle

 

Kohlscheid

 

Black & White

 

Sie war die letzte von insgesamt 6 Kupfermühlen. Die um 1648 am ursprünglichen „Pompenhäuschen“ errichtet wurden. Ein Pumpwerk versorgte eine Kohlengrube mit der Bezeichnung „de Haan“. Ihr Betrieb wurde aber schon vor dem Bau der Kupfermühlen eingestellt. Um 1822 wurde die Mühle als Mehl- und Ölmühle betrieben. Die Mühle war um diese Zeit mit drei oberschlägigen Mühlrädern ausgestattet. 1920 wurde der Mühlenbetrieb eingestellt.

Der folgende Anstieg bringt uns auf dem Zufahrtsweg hinauf bis rechts ein Pfad in das Gelände der Bergehalde „Gouley“ abzweigt. Unterwegs können wir bei einer Verschnaufpause noch einen herrlichen Blick über das Wurmtal Richtung Kohlscheid genießen.

 

Die Halde ist eine Anschüttung an die Hanglage zum Wurmtal hin, weshalb sie im Vergleich zu den anderen Bergehalden einzigartig ist. Zum Tal hin ist sie teilweise abgetragen und abgeflacht worden. In ein ungläubiges Staunen versetzen den Wanderer am Wegesrand überdimensionale, granitfarbene Vogeleier. Sie lassen diese urzeitlich wirkende Landschaft noch fremder erscheinen. Unter dem Motto „Black and White“ sollen diese Eier den Kontrast zu der schwarzen Bergehalde deutlicher machen. Ob es nicht sinnvoller gewesen wäre das Geld in andere Projekte zu investieren, bleibt dem Steuerzahler überlassen. Diesen Gedanken verhärtet sich, wenn man ein Stück weiter die Anlage eines Aussichtspunktes antrifft, der im eigentlichen Sinne gar keine Funktion hat. Denn die Aussicht neben der Plattform ist gleich. 

 

Aronstab

   Bei diesem schönen Blick über das Wurmtal hätte ich mir eine bequeme Bank gewünscht, auf der man in Ruhe das herrliche Panorama genießen kann und nicht diese unbequemen, vereinzelt auf Stahlrohre befestigten Metallplatten. Aber was soll´s. Nehmen wir es, wie es ist und genießen im Stehen diese Aussicht. Der Boden des unmittelbar vor uns liegenden abgeflachten Berg schimmert nicht nur mit seinem Birkenbestand weiß. Es lagern dort kohlesaure Kalkrückstände einer ehemaligen Sodafabrik (Solveywerke), die sich auf dem Recker-Gelände in der Würselener Innenstadt befand und 1929 ihre Produktion eingestellt hat. Die Kalkrückstände wurden größtenteils auf das Areal zwischen Wurm und Bergehalde Gouley verbracht.

Wir wandern nun hinunter vorbei an den letzten von insgesamt 18 wegmarkierenden Eiern. Auf dem für Reiter und Fußgänger getrennten Wanderweg begleitet uns links im oberen Hang die alte Bahntrasse und rechts die weißen Hänge der Soda-Halde. In Höhe einer rund zehn Meter hohen Steilwand der weißen Kalkhalde wurde am Ende eines stählernen Stegs ein anthrazitfarbenes „Fenster“ installiert. Der Weg endet an der Wurm, von wo links unser Ausgangspunkt zu sehen ist. Damit endet eine abwechslungsreiche Wanderung, bei der man leicht den Eindruck gewinnen kann in einem relativ abgeschiedenen Mittelgebirgstal gewandert zu sein. Schließlich liegt das Wurmtal in einer rundum weitgehend ausgeräumten Landschaft mit überwiegend landwirtschaftlich genutzten Flächen. Wo noch um 1800 rauchende Schornsteine und bergwerkstechnische Anlagen das Bild prägten, finden die Bewohner heute in einer dicht besiedelten Region noch eine wirkliche Oase. Vielfältige Strukturen, Wasserreichtum, verschiedene Bodenbeschaffenheiten und die klimatischen Gegebenheiten bieten gute Vorraussetzungen für eine artenreiche Fauna und Flora. 

 

Knabenkraut

 

 

 

 Information: Wanderkarte Nr.1 „Aachen, Eschweiler, Stolberg“ des Eifelvereins, Markierung meist. örtl. Wanderwege „A1“, „A2“ und „A3“, die auch als kleinere Rundwanderwege markiert sind. Auch der „E8“ (Europäischer Fernwanderweg) wird teilweise begangen.

 

 

Strecke: 14 km Rundwanderung, Abkürzungsmöglichkeiten (4km Ersparnis), meist unbefestigte Wege und tlw. Pfade.

 

Schwierigkeit: meist ständiges auf und ab (6mal ca. 50m), Auf- und Abstiege: 330m

 

Einkehrmöglichkeit:  Burg Wilhelmstein und Gaststätte Teuterhof

 

GPX-Track:  Wurmtal-2-Track.gpx  (Link speichern unter)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Wandern weckt die Lust auf mehr